Thalkirchen, Obersendling, Forstenried, Fürstenried und Solln bilden zusammen Münchens südlichsten Stadtbezirk. Der Kontrast zwischen Bauernhäusern, Wohnquartieren und einem Industriegebiet mittendrin charkterisiert den vielseitigen Stadtteil, für den jetzt ein KulturGeschichtsPfad erschienen ist. Die kompakte Broschüre führt umfassend in die Geschichte des Stadtbezirks ein. Anhand von zwei Rundgängen und einer Radtour präsentiert der Stadtteilführer lokale Berühmtheiten wie auch Lebensgeschichten „einfacher“ Leute aus den Vierteln.

Der Künstler Rupprecht Geiger – auch ihm widmet sich der neue KulturGeschichtsPfad für den Stadtbezirk 19. (Bild: Kulturreferat, Portraitfoto Rupprecht Geiger: Simone Gänsheimer)
Am Mittwoch, 23. Juli, 18 Uhr, wird der neue KulturGeschichtsPfad zum Stadtbezirk 19 im Bürgersaal Fürstenried, Züricher Straße 35, vorgestellt. Es sprechen Stadtrat David Süß (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt) in Vertretung des Oberbürgermeisters, Dr. Sabine Schalm für das Kulturreferat und Dr. Ludwig Weidinger, Vorsitzender des Bezirksausschusses 19. Dr. Karin Pohl, Autorin des KulturGeschichtsPfads präsentiert ihre Arbeit multimedial. Im Anschluss an die Eröffnung stellen sich lokale Geschichts- und Kulturinitiativen vor. Musikalisch begleitet wird die Eröffnung von Schüler*innen des Thomas-Mann-Gymnasiums. Die Teilnahme ist kostenlos und barrierefrei möglich.
Der neue KulturGeschichtsPfad stellt die ehemaligen Dörfer Thalkirchen, Solln und Forstenried vor, wie auch Münchens ältesten Bauernhof, das einstige Königsschloss Fürstenried, die Villenkolonien Prinz Ludwigshöhe und Solln. Weitere Themen sind etwa die Entwicklung des Industriequartiers Obersendling, wo in der NS-Zeit Zwangsarbeiter*innen für die Rüstungsindustrie ausgebeutet wurden, die Isartalbahn und das jahrhundertealte Flößerhandwerk.
Vorgestellt werden auch einzelne Persönlichkeiten, zum Beispiel der Ingenieur und Bauunternehmer Jakob Heilmann, dessen Erschließungs- und Baumaßnahmen München – und besonders den Süden der Stadt – nachhaltig prägten. Erinnert wird an den in der NS-Zeit verfolgten jüdischen Physiker Leo Graetz, nach dem eine Straße in der Siemens-Siedlung benannt ist, und an den Künstler Rupprecht Geiger. Neben Berühmtheiten erzählen die Rundgänge auch die Lebensgeschichten „einfacher“ Leute, auch von Todesopfern der nationalsozialistischen Terrorherrschaft. Der KulturGeschichtsPfad ist zur Eröffnungsveranstaltung und ab 25. Juli kostenfrei im Infopoint Museen & Schlösser in Bayern im Alten Hof erhältlich. Weitere Informationen unter stadt.muenchen.de/service/info/thalkirchen-obersendling-forstenried-fuerstenried-und-solln/10474754/
(Siehe auch unter Terminhinweise)