Die Stadt München hat in diesem Jahr zum achten Mal einen Innovationswettbewerb im Themenfeld Smart Cities durchgeführt. Aufgerufen waren die Start-up-Community, Studierende, Gründer*innen sowie kreative Talente, innovative Lösungen für konkrete Herausforderungen der Stadtverwaltung einzureichen. Die vielversprechendsten Lösungsansätze wurden mit dem Innovationspreis ausgezeichnet, den Bürgermeister Dominik Krause jetzt an die Preisträger MCube Consulting GmbH, Atopia Space GmbH, Hula Earth GmbH und proband15 GmbH sowie das Team SocialGuide überreicht hat.
Bürgermeister Dominik Krause: „Als Bürgermeister ist mir wichtig, dass die Stadt nicht nur einen hervorragenden Service für die Bürger*innen bietet, sondern auch gegenüber der Wirtschaft als moderne Partnerin auftritt. Es ist deshalb für den Hightech-Standort München elementar, dass wir uns als Stadtverwaltung immer wieder weiterentwickeln, neue Wege gehen und offen für Veränderungen bleiben. Der Innovationswettbewerb ist ein Treiber von Neuerungen innerhalb der Verwaltung, er regt uns an, München noch smarter zu machen und damit bereit für die Zukunft. Herzlichen Glückwunsch an die Preisträger*innen.“
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft organisiert seit 2018 jährlich den Innovationswettbewerb. Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft: „Mit dem Innovationspreis zeichnen wir die erfolgversprechendsten Lösungsvorschläge der städtischen Challenges aus und geben den Startschuss dafür, die Ideen in einem Co-Creation-Projekt gemeinsam mit Kooperationspartnern weiterzuentwickeln und in der Stadt zu testen. Ein bewährtes Format und Best Practice für die Zusammenarbeit zwischen Start-ups und einer innovativen Stadtverwaltung.“
Die Innovationspreise sind jeweils mit 10.000 Euro dotiert. Für die Co-Creation-Phase wird darüber hinaus pro Projekt ein Umsetzungsbudget von maximal 25.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Preisträger:
MCube Consulting GmbH
In München finden jährlich rund 9.000 Veranstaltungen statt. Der aktuelle Prozess zur Anmeldung und Genehmigung dieser Veranstaltungen ist jedoch zeitaufwendig und ineffizient. Deswegen suchte die Branddirektion mit der Challenge „Smart Event: digitaler Veranstaltungsprozess“ innovative Lösungen, um die Anmeldung von Veranstaltungen über eine benutzerfreundliche Plattform zu digitalisieren. Dies soll nicht nur die Planungssicherheit und Transparenz für Veranstaltende verbessern, sondern auch – durch die Integration von Geodaten – die stadtinterne Koordination und die Veranstaltungssicherheit erhöhen.
Der Innovationspreis geht an die MCube Consulting GmbH. Das Start-up möchte die digitale Antragstellung durch intuitive Eingabemasken, strukturierte Prozessabläufe mit Plausibilitätsprüfung, automatisierte Kommunikation und klare Rollenverteilung optimieren. Dabei ermöglichen geodatenbasierte Analysen eine effiziente Machbarkeitsprüfung und fundierte Kritikalitätsbewertung im Rahmen des Sicherheitskonzepts.
Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller: „Wir freuen uns sehr, mit MCube ein Team auszuzeichnen, das eine überzeugende Lösung für die Veranstaltungsanmeldung vorschlägt. Die Digitalisierung des Prozesses sowie die Nutzung von Geodaten kann das Angebot für Veranstaltende und für die Stadtverwaltung wesentlich verbessern. Wir wünschen dem Team viel Erfolg für die Co-Creation-Phase.“
Team SocialGuide
Die Challenge „Integration 2.0! Online-Anträge für humanitäre Aufenthaltstitel leicht gemacht“ hat ebenfalls das Kreisverwaltungsreferat gestellt. Die zentrale Herausforderung ist, dass viele Geflüchtete Schwierigkeiten haben, die Online-Anträge für humanitäre Aufenthaltstitel zu verstehen und korrekt auszufüllen. Die Servicestelle für Zuwanderung und Einbürgerung sucht innovative Lösungen, um die digitale Einreichung der Anträge intuitiver und niederschwelliger zu gestalten. So soll die Titelerteilung nach der Anerkennung durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge erleichtert und den Kund*innen ein schneller Start in den weiteren Integrationsweg ermöglicht werden.
Das Team SocialGuide hat den Innovationspreis zu dieser Challenge gewonnen. Die Lösung „SocialGuide“ basiert auf einem digitalen Assistenten zur Unterstützung bei Sozialleistungsanträgen, besonders für Migrant*innen. Im Rahmen des Projektes konnte das Team seine persönlichen Erfahrungen in der Antragstellung sowie seine fachlichen Kompetenzen im Bereich Informatik nutzen.
Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller: „Ein kundenfreundliches und niedrigschwelliges Online-Angebot der Leistungen unserer Servicestelle für Zuwanderung und Einbürgerung liegt mir am Herzen. Wir freuen uns besonders, mit Social Guide ein Team auszuzeichnen, das persönliche Erfahrungen und fachliche Expertise kombiniert, um dieses Angebot weiterzuentwickeln.“
Atopia Space GmbH
Viele Kunstwerke sind flüchtig und nur vor Ort erlebbar. Mit der Challenge „Public Art Digital Experience“ suchten das Kulturreferat, IT-Referat und Kommunalreferat innovative und kreative Ansätze, um temporäre Kunst im öffentlichen Raum nachhaltig und digital erlebbar zu machen. Ziel ist es, hier neue Wege zu finden, um Werke über ihren physischen Zeitraum hinaus zu präsentieren und Interaktionsmöglichkeiten zu schaffen. Digitale Technologien bieten hierbei ein enormes Potenzial, um Kunst zu archivieren und sie zeit- sowie ortsunabhängig zugänglich zu machen. Das Gewinner-Team der Atopia Space GmbH präsentiert mit ihrem Projekt den spannenden Ansatz, einen ausgewählten Ort im Digitalen Zwilling Münchens, also einer Nachbildung der Stadt, in ein kuratierbares Template zu verwandeln. Dies ermöglicht eine digitale Verlängerung bestehender Kunstprojekte und schafft den virtuellen Raum für neue, interessante, digitale Ausstellungen. Die Jury war überzeugt von dem Ansatz, der auf innovativen Technologien basiert und sowohl den Bürger*innen wie den Künstler*innen zugute kommt. Durch die Integration von interaktiven Erlebnisformaten wie KI-Kurator*innen wird das Publikum aktiv in den künstlerischen Prozess einbezogen. Die Atopia Space GmbH schafft es, die digitale Erlebbarkeit von Kunst weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Sichtbarkeit temporärer Projekte zu erhöhen.
Kulturreferent Marek Wiechers: „Mit der Challenge ,Public Art Digital Experience‘ geben wir kreativen Köpfen die Möglichkeit, temporäre Kunst nachhaltig zu gestalten und sie für alle Münchner*innen erlebbar zu machen. Den diesjährigen Innovationspreis gewinnt das Startup Atopia Space GmbH mit einem spannenden Projekt, das auf innovative Weise Kunst und Technologie miteinander verbindet. Kunstschaffende können so per Drag & Drop interaktive Ausstellungen in realen, zeitgemäßen 3D-Stadtmodellen entwickeln. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der Atopia Space GmbH!“
IT-Referentin Laura Dornheim: „Digitale Technologien bieten neue Chancen, allen Menschen den Zugang zu Kunst zu erleichtern und Möglichkeiten der Interaktion und Beteiligung zu schaffen. Der Digitale Zwilling München kann dabei als digitales Abbild der Stadt den Raum für Kunstschaffende und Kunstinteressierte virtuell erweitern. Ich freue mich, dass wir mit dieser Challenge neue Anwendungsbereiche für den Digitalen Zwilling an der Schnittstelle von Kunst und Technologie erschließen.“ Edwin Grodeke, Leiter des Kommunalreferats „Durch unsere Geodaten wird die Landeshauptstadt München detailgetreu im Digitalen Zwilling München abgebildet. Dieses mehrdimensionale Modell der Stadt bietet die ideale Grundlage, um die oftmals vergängliche Kunst im öffentlichen Raum digital zu archivieren und zu visualisieren. Das Gewinnerteam der Atopia Space GmbH hat einen überzeugenden Vorschlag präsentiert, wie diese Kunstobjekte im Digitalen Zwilling München immersiv und interaktiv einem breiten Publikum dauerhaft zugänglich gemacht werden können.“
Hula Earth GmbH
Für die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie der Stadt München ist die Kenntnis darüber, welche Tiere und Pflanzen aktuell im Stadtgebiet vorkommen, sowie deren Bestandsgrößen von grundlegender Bedeutung. Erst mit diesem Wissen können Veränderungen erkannt und beispielsweise die Biotoppflege optimal angepasst, Schutzstrategien und -maßnahmen entwickelt bzw. modifiziert und konkrete Artenhilfsprogramme aufgesetzt werden. Das Referat für Klima- und Umweltschutz erhoffte sich mit der Challenge „Munich Urban Jungle: Digitize biodiversity!“ innovative Lösungen, die effizient und kostengünstig aktuelle Daten über die Artenvorkommen in der Stadt liefern.
Das Start-up Hula Earth GmbH wurde als Preisträgerin gekürt. Hula Earth entwickelt bodengestützte, bioakustische IoT-Sensoren, die mithilfe von KI aktuell 10.000 Indexarten identifizieren können. Auf einer digitalen Plattform werden diese faunistischen Daten mit Vegetations- und Strukturdaten von Satellitenbildern kombiniert, sodass Biodiversität messbar und managebar wird.
Stadtdirektor Boris Schwartz, stellvertretender Leiter des Referats für Klima- und Umweltschutz: „Mit dem Ansatz von Hula Earth ergänzen wir unser Biodiversitätsmonitoring um einen voll digitalen Baustein. Damit erhoffen wir uns nicht nur ein besseres Verständnis unseres Münchner ,Urban Jungles‘, sondern begegnen auch der Herausforderung des Fachkräftemangels.“
proband15 GmbH
Offene Daten bieten das Potenzial für Lösungsansätze zur Weiterentwicklung der Stadtgesellschaft. Sie sind maschinenlesbar, kostenlos, dürfen frei genutzt und auf Grund von offenen Lizenzen frei weiterverwendet werden (siehe opendata.muenchen.de). Mit der Challenge „Open Data Potenziale für München entfalten“ hatte das IT-Referat nach innovativen und nutzenbringenden Lösungsansätzen gesucht. Ziel sollte es sein, die Bereitstellung und Nutzung von offenen Daten in der Landeshauptstadt München nachhaltig zu fördern und zu unterstützen.
proband15 GmbH wurde mit dem Innovationspreis ausgezeichnet. Das Startup bietet mit seinem Projekt „Datengartl‘n“ eine attraktive Plattform zur Visualisierung und Analyse von Daten des Open Data Portals, die einer vielfältigen Nutzergruppe einen einfachen Zugang zu Open Data zur Verfügung stellt. Die Plattform soll sowohl Daten visuell und verständlich darstellen als auch die aktive Datenanalyse unterstützen.
IT-Referentin Dr. Laura Dornheim: „Das innovative Projekt hat das Potenzial zu zeigen, dass der Umgang mit Daten auch Spaß machen kann. Es macht neugierig und weckt Interesse an Daten. Interessant ist auch die geplante Einbindung von Studierenden. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit proband15.“
Die nächste Runde des Innovationswettbewerbs wird im Frühjahr 2026 ausgeschrieben. Bereits jetzt können Interessierte sich im Internet unter muenchen.de/innovationswettbewerb anmelden, um automatisch über den Ausschreibungsstart informiert zu werden.
Achtung Redaktionen: Informationen finden sich auch auf der Webseitehttps://www.munich-business.eu/meldungen/innovationspreis-muenchen2025.html. Honorarfreie Bilder von der Preisverleihung sind bei der Pressestelle des Referats für Arbeit und Wirtschaft erhältlich per E-Mail an presse.raw@ muenchen.de oder telefonisch unter 233 -22597.
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Preisverleihung für den Innovationswettbewerb 2025 mit (v.l.) Boris Schwartz (Stellvertren- der Leiter des Referats für Klima- und Umweltschutz), Frieke Meijer-Schepman (Stadt München), Florian Geiser (Hula Earth), Fabian Schuhmann (MCube Consulting), Philipp Maruhn (proband15), Annabell Vacano (Atopia Space), Bürgermeister Dominik Krause, Mark Orester (SocialGuide), Lorenz Prasch (proband15), Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller, Kulturreferent Marek Wiechers, Dr. Stefanie Lämmle (Leiterin der Stabstelle Data & Innovation im IT-Referat) sowie (v.l. vorne) Felix Waldner (MCube Consulting) und Max Kamperhoff (Hula Earth). (Foto: Michael Nagy/Presseamt)