Keine städtischen Mittel für Meisterfeiern der Fußballmillionäre des FC Bayern München
Peinlicher Sicherheitspatzer auf der diesjährigen FCB-Meisterfeier. Woran hat es gelegen?
Antrag Stadtrats-Mitglieder Marie Burneleit, Stefan Jagel, Thomas Lechner und Brigitte Wolf (Die Linke / Die PARTEI Stadtratsfraktion) 8.5.2025 Anfrage Stadtrats-Mitglieder Marie Burneleit und Stefan Jagel (Die Linke / Die PARTEI Stadtratsfraktion) vom 23.5.2025
Antwort Oberbürgermeister Dieter Reiter:
Sie haben am 8.5.2025 einen Antrag sowie am 23.5.2025 eine Anfrage bezüglich der Meisterfeiern des FC Bayern München gestellt.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, erlaube ich mir, beides zusammen als Brief zu beantworten.
Wie bereits in der Vergangenheit mehrfach dargelegt, lädt die Landeshauptstadt München den FC Bayern München und selbstverständlich auch alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, um die nationalen wie internationalen Erfolge des Vereins zu feiern und die damit verbundenen sportlichen Leistungen zu würdigen. Es versteht sich von selbst, dass die Landeshauptstadt München in ihrer Rolle als Gastgeberin die Kosten für diese Feierlichkeiten auch übernimmt. Eine solche Meisterfeier ist auch in anderen Städten mit vergleichbaren Vereinen, die ähnliche Erfolge vorweisen können, eine weit verbreitete Tradition.
Die immer wieder aufgeworfene Frage nach dem Nutzen solcher Feierlichkeiten wurde nicht nur mehrfach beantwortet, sondern zuletzt auch durch eine Studie untermauert, auf die u.a. der Münchner Merkur und die tz am 12.6.2025 hingewiesen haben. Demnach belaufen sich die regionalökonomischen Effekte des FC Bayern auf insgesamt rd. 4,5 Milliarden Euro – eine Zahl, die sich selbst für kritische Geister kaum wegdiskutieren lässt.
Diese beeindruckenden Zahlen unterstreichen die Bedeutung des Vereins nicht nur im sportlichen, sondern auch im wirtschaftlichen Kontext. Der FC Bayern München trägt maßgeblich zur Stärkung der regionalen Wirtschaft bei und sorgt für zahlreiche Arbeitsplätze sowie eine erhöhte Attraktivität der Stadt München als Sport- und Veranstaltungsstandort. Daher ist es nur recht und billig, die Erfolge des Vereins angemessen und nicht nur still und heimlich zu feiern und die positiven Effekte, die er auf unsere Stadt hat, zu würdigen.Dass dabei einzelne Mitglieder Ihrer Fraktion trotz grundsätzlicher Kritik an der Veranstaltung durchaus bereit waren, am Empfang teilzunehmen, sei hier nur am Rande erwähnt – auch wenn sich einem dabei die Frage aufdrängt, wie sich Ablehnung und Präsenz miteinander vereinbaren lassen. Es ist wichtig, dass wir als Stadt und als Vertreter der Bürgerinnen und Bürger die Erfolge unserer Sportteams gebührend feiern, insbesondere wenn diese einen so großen volkswirtschaftlichen Nutzen für unsere Stadt bringen. Die Einladung zur Meisterfeier war nicht nur eine Anerkennung sportlicher Leistungen, sondern auch eine Gelegenheit, die positiven wirtschaftlichen Effekte, die der FC Bayern München für München hat, zu würdigen.
Vielleicht regt gerade diese Erfahrung dazu an, das Ganze in einem etwas anderen Licht zu sehen: Wir sollten uns stets daran erinnern, dass der Sport eine Gemeinschaft verbindet und Erfolge Anlass zur Freude sind – insbesondere in einer Stadt, die stolz auf ihre Sportlerinnen und Sportler ist.
Im Hinblick auf die Sicherheitslücke, über die in der tz am 23. Mai 2025 berichtet wurde, stellt sich der Sachverhalt, insbesondere nach Stellungnahme des beauftragten Sicherheitsdienstleisters, wie folgt dar:
Bei der Meisterfeier am 18.5.2025 kam es dazu, dass sich die in der Presse bekannt gewordene Person auf dem Rathausbalkon aufhielt. Nach eingehender Untersuchung ist davon auszugehen, dass die Person eine Berechtigung zum Betreten des Rathausbalkons vorweisen konnte. Wie die Person zu dieser Berechtigung gekommen ist, ist nach jetzigem Stand der Ermittlungen nicht mehr nachvollziehbar. Die Darstellung der Person, dass sie einen ungesicherten Eingang benutzt hätte, lässt sich jedoch ausschließen.
Insgesamt bleibt festzuhalten, dass sich die Vorkommnisse trotz Foto- Auswertungen und Zeugenbefragungen leider nicht lückenlos aufklären lassen. Bei zukünftigen Veranstaltungen wird sowohl die Ausgabe der Akkreditierungen als auch das Mitführen einer ebensolchen noch strenger kontrolliert.
Von den vorstehenden Ausführungen bitte ich Kenntnis zu nehmen und gehe davon aus, dass die Angelegenheiten damit abgeschlossen sind.