Gerade Auszubildende tun sich auf dem Münchner Wohnungsmarkt schwer, eine erschwingliche Bleibe zu finden. Um den jungen Menschen den Start in den Job zu erleichtern, hat sich die Stadt zum Ziel gesetzt, bis Ende 2025 1.000 Wohneinheiten für Auszubildende zu schaffen oder zu sichern. Mit dem ersten Pilotprojekt am Innsbrucker Ring ging 2019 in Kooperation mit der Münchner Wohnen eine Einrichtung mit Wohneinheiten für 124 Auszubildende in Betrieb. 2023 folgte das zweite Projekt mit 221 Wohneinheiten am Hanns-Seidel-Platz in Neuperlach. Zudem hat die Stadt gemeinsam mit dem Kreisjugendring München-Stadt und der DGB-Jugend München ein Auszubildendenwerk für München gegründet mit dem Ziel, die Lebens-, Ausbildungs- und Wohnbedingungen Auszubildender in München dauerhaft zu verbessern.
Das AzubiWerk hat jetzt mit dem Institut für Soziologie der Ludwig-Maximilians-Universität die Bewohner*innen der beiden Pilotprojekte zu ihrer Situation befragt. Das Ergebnis bestätigt den Erfolg des AzubiWohnens: Wenn für sie erschwinglicher Wohnraum zur Verfügung steht, kommen junge Menschen zu ihrer Ausbildung auch nach München.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Gerade für Auszubildende ist es besonders schwer, in München eine eigene Wohnung zu finden. Mit AzubiWohnen er-öffnen wir ihnen die Chance auf ein selbstbestimmtes Leben während der Ausbildung. Das hilft den jungen Menschen, stärkt aber auch München als Wirtschafts- und Ausbildungsstandort. Jeder Euro leistet hier einen Beitrag für die erfolgreiche Ausbildung der jungen Menschen und für die Zukunft unserer Stadt.“
Die Mehrheit der befragten Bewohner*innen (86 Prozent) war erst zur Ausbildung nach München gekommen. Viele von ihnen hätten ohne die Wohnung ihre Ausbildung nicht beginnen können. 26 Prozent gaben an, keine realistische Alternative zum AzubiWohnen gehabt zu haben, und weitere 24 Prozent bestätigten, dass sie andernfalls einen anderen Ausbildungsort gewählt hätten. Nahezu alle Befragten zeigten sich mit der von ihnen zu tragenden Miete zufrieden. Zudem plant die Mehrheit, auch nach der Ausbildung in München zu bleiben. Die Wohnform AzubiWohnen trägt damit erkennbar dazu bei, den Ausbildungsstandort zu stärken und den Fachkräftebedarf des Wirtschaftsraums München langfristig zu sichern. Die Zufriedenheit der Bewohner*innen in beiden Pilotprojekten ist insgesamt hoch. Die Mehrheit würde das Wohnheim weiterempfehlen und bewertet Aspekte der Wohnung, des Wohnheims und der Umgebung positiv (z.B. Mietpreis, Wohnungsgröße, Lage und Erreichbarkeit). Es zeigt sich zudem eine hohe Zufriedenheit mit der pädagogischen Unterstützung in beiden Einrichtungen. Die vor Ort tätigen Personen werden für ihr hohes Engagement und ihre ausgeprägte Hilfsbereitschaft geschätzt. Simone Burger, Vorsitzende des AzubiWerks München: „Uns freut vor allem die hohe Zufriedenheit der Bewohner*innen mit dem Wohnangebot und den Beratungs- und Gemeinschaftsangeboten, die vom Kolping-Bildungswerk und dem AzubiWerk München angeboten werden. Das ist unser Ziel: Wir wollen den Auszubildenden mehr bieten als einen Wohnplatz. Damit Auszubildende erfolgreich sind, brauchen sie einen Ort, an dem sie ankommen können.“
Die beiden AzubiWohnen-Häuser am Innsbrucker Ring und Hanns-Seidel-Platz bleiben nicht die einzigen Möglichkeiten, in München eine günstigere Wohnung in der Ausbildung zu bekommen. Neben kleineren Einrichtungen für städtische Nachwuchskräfte, die in Kooperation mit dem Personal- und Organisationsreferat bereits in Betrieb sind, stehen zwei weitere große Projekte kurz vor dem Baubeginn: In der Leibengerstraße, nahe dem S-Bahnhalt Riem, sollen bis 2027 weitere 141 Wohneinheiten entstehen. Ein Projekt in Freiham mit 220 Wohneinheiten wird voraussichtlich 2029 fertig. Weitere Objekte sind bereits in Planung.