Oberbürgermeister Dieter Reiter gratuliert Frank Baumbauer zum bevorstehenden 80. Geburtstag: „Zu Ihrem 80. Geburtstag gratuliere ich Ihnen im Namen der Mitglieder des Münchner Stadtrats und auch ganz persönlich sehr herzlich.
Es ist mir eine Freude, diesen besonderen Tag zum Anlass zu nehmen, Ihnen für Ihr unermüdliches Wirken für München, seine Theater und die Strahlkraft der Theaterkunst insgesamt zu danken. Sie sind für viele Menschen in der Kulturwelt die Idealverkörperung des Intendanten gewesen – ja, Sie haben die Idee dieses Berufs neu erfunden und nachhaltig ver-ändert. Schon früh wurde Ihnen als Schauspieldirektor des Bayerischen Staatsschauspiels viel zugetraut. In einer kulturpolitisch herausfordernden Zeit haben Sie definiert, auf welchen Grundwerten Ihr Leitungsverständnis eines Theaters basierte und woran Sie sich auch messen lassen wollten. Die mutige Verteidigung künstlerischer Freiheit gegen politische Einflussnahme, für die Sie damals eintraten, ist wieder zu bestürzender Aktualität gelangt.
Sie haben zeitgenössische Autorinnen und Autoren und neue Regiehandschriften konsequent gefördert, schauspielerische Talente entdeckt, aber auch dem Theater als Ort ein neues Gepräge gegeben. Mit Ihrem stets stark besetzten dramaturgischen Team, darunter auch Barbara Mundel, haben Sie die Institution des Stadttheaters selbst hinterfragt und neu bestimmt. ‚Warum jetzt und warum hier?‘, ‚Wer und was für wen?‘ – diese Leitfragen haben nicht nur die Spielpläne der von Ihnen geleiteten Theater intellektuell strukturiert, sondern auch ganz praktisch den Austausch mit der Stadtgesellschaft initiiert.
Die Münchner Kammerspiele haben unter Ihrer Leitung nicht nur überregional Aufmerksamkeit erregt – allein die vielen Auszeichnungen als ‚Theater des Jahres‘ der Zeitschrift ‚Theater heute‘ zeugen davon –, sondern hier wurde auch das Spielfeld der Stadtprojekte erfunden: Theater an ungewöhnlichen Orten der Stadt mit Akteurinnen und Akteuren der Stadt zu deren ureigensten Themen.
Diese soziale Öffnung eines oft als exklusiv empfundenen Kunst-Orts ist ganz maßgeblich Ihr Verdienst. Sie waren immer ein Ermöglicher von Kunst und eindrücklichsten Theatererlebnissen – wer wird jemals ‚Schlachten‘ in der Jutierhalle oder ‚Dantons Tod‘ im Neuen Haus vergessen? Ihr Theater war aber auch eine Kunst, welche die Gesellschaft nicht nur darstellte, sondern hinterfragte und durch ihre Energie und Offenheit die städtische Realität durch künstlerische Interventionen verändert und ungemein bereichert hat.
Ich wünsche Ihnen für die kommenden Jahre alles Gute, Gesundheit und weiterhin Entdeckerfreude in Kunst und Leben.“