Am Sonntag, 7. September, 14 Uhr, findet ein Rundgang auf den Spuren des niederländischen Zwangsarbeiters Jan Bazuin in Neuaubing (Treffpunkt: Papinstraße 5) statt.
„Samstag, 21. April 1945. Gegen sieben waren wir erneut unter Beschuss. Das wird mir jetzt doch zu viel. Ich haue ab. Schlechtes Essen und jede Minute den Tod vor Augen, das macht einen Menschen kaputt.“ Der Niederländer Jan Bazuin war 19 Jahre alt und seit mehreren Monaten Zwangsarbeiter in München, als er diese Zeilen in seinem Tagebuch notierte. Er gehörte zu den mehr als 13 Millionen Menschen, die aus ganz Europa zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt wurden. Darunter waren rund 500.000 Niederländer*innen wie er.
Der Rundgang folgt der Geschichte Jan Bazuins aus seiner besetzten Heimatstadt Rotterdam bis nach München. Dabei werden Teile des ehemaligen Zwangsarbeiter*innenlagers und des damaligen Reparaturwerks der Reichsbahn in Neuaubing besichtigt.
Der Rundgang richtet sich an historisch und künstlerisch Interessierte sowie Multiplikator*innen. Da der Rundgang im Freien stattfindet, wird dem Wetter entsprechende Kleidung empfohlen. Die Stationen des Rundgangs sind fußläufig etwa zehn Minuten voneinander entfernt. Die Teilnahme ist kostenfrei, eine Anmeldung unter nsdoku.de/programm ist erforderlich.