Der Stadtrat hat heute die Fortschreibung des Konzepts „Spielen in München“ in einer gemeinsamen Sitzung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses mit dem Bildungsausschuss, dem Bauausschuss sowie dem Ausschuss für Stadtplanung und Bauordnung beschlossen. Mit der Neufassung werden bereits angestoßene Spielräume und Spielangebote an aktuelle Entwicklungen angepasst und erweitert. Dazu gehören beispielsweise Strategien und Maßnahmen, die auch die Nutzung von Dächern als Spielflächen oder die Öffnung von Schulhöfen einbeziehen.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Spielen hat sich im Laufe der Zeit vielfältig weiterentwickelt und bereichert unser städtisches Leben in vielen Facetten. Spielen heißt ausprobieren, kommunizieren, begreifen, erfinden, umsetzen, erforschen, teilhaben und vieles mehr. Über die Jahre haben sich selbstverständlich die Umstände, die Gegebenheiten, die Stadt selber und natürlich auch die Spielenden verändert.“
Das Baureferat (Gartenbau) plant, baut und unterhält über 800 öffentliche Spielplätze im ganzen Stadtgebiet. Als Spielräume sind aber nicht nur ausgewiesene Spielplätze zu verstehen, sondern die vielfältigen Möglichkeiten in der gesamten Stadt zu spielen – vom naturbelassenen Ambiente, über Kindertageseinrichtungen, den Spielplatz, schulische Flächen bis hin zur pädagogischen Inszenierung. Mehrmals im Jahr findet zum Beispiel das Boxensuchspiel „kreuz & quer“ in verschiedenen Quartieren statt, bei der die Erkundung des Wohnortumfelds im Vordergrund steht. Auch laden Sommerstraßen dazu ein, sich im eigenen Sozialraum und somit in Wohnortnähe aufzuhalten.
Neu hinzugekommen sind virtuelle Räume, die auch das Spielen und die Kommunikation junger Menschen stark beeinflussen und neue Anforderungen an die Planung und Ausstattung von Spielräumen stellen. Digitale Spiele und virtuelle Räume sind bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen eigenständige Spiel- und Kommunikationsräume. Hier gilt es, vor allem auch jugendkulturellen Ausdrucksweisen Rechnung zu tragen, indem zum Beispiel digitale Spielkulturaktionen oder E-Sport-Turniere geschaffen werden.
Als Zielgruppen werden neben Kindern verstärkt Jugendliche und junge Erwachsene in den Blick genommen. Damit zum Beispiel ein Spielplatz auch später noch als attraktiv angesehen wird, werden frühzeitig Beteiligungsverfahren mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durchgeführt, die auch inklusive und gendergerechte Anforderungen berücksichtigen. Dazu gehört u.a. eine möglichst barrierefreie Gestaltung der Spielplätze, die eine gute Erreichbarkeit gewährleisten. Wünschenswert wäre eine stadtweite Fachstelle Spielen, die unter anderem die Zusammenarbeit zwischen den Referaten, Freien Trägern und Initiativen der Stadtgesellschaft intensiviert und stärkt, um das Konzept „Spielen in München“ weiter umzusetzen und weiterzuentwickeln. Das Konzept „Spielen in München“ wurde erstmals 1999 vom Stadtrat beschlossen. Von 2016 bis 2024 hat das Stadtjugendamt des Sozialreferats in einem breiten Beteiligungsprozess und in enger Abstimmung mit der Spielraumkommission des Stadtrats dieses Konzept fortgeschrieben.