Um Verzögerungen bei innerstädtischen Baumaßnahmen durch überraschend auftretende archäologische Funde zu vermeiden, hat das Referat für Stadtplanung und Bauordnung als Serviceleistung für die Planenden und Bauherrschaften die Erstellung einer archäologischen Kartierung der Altstadt veranlasst. Gleichzeitig ergeben sich hierdurch auch wertvolle Erkenntnisse zur Stadtgeschichte.
Die Untersuchungen zum Aufbau eines archäologischen Stadtkatasters haben 2001 begonnen; die Berichte im Rahmen der Kartierung werden dem Stadtrat regelmäßig zur Kenntnis gegeben. Sie umfassen sowohl gewonnene Erkenntnisse über bisher noch nicht untersuchte Altstadtbereiche als auch über Befunde, mit denen im Zuge von Baumaßnahmen in bereits kartieren Umgriffen zu rechnen war. Ferner werden auch interessante Ergebnisse archäologischer Untersuchungen im gesamten Stadtgebiet nachrichtlich zur Kenntnis gebracht. In der heutigen Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Bauordnung wurden dem Stadtrat die Tätigkeitsberichte 2022/2023 sowie 2024 bekanntgegeben.
So stellte das archäologische Stadtkataster in den Untersuchungsjahren 2022 und 2023 bei 63 Baumaßnahmen mit 20 Befunden frühzeitig Planungssicherheit her und ermöglichte es, archäologische Untersuchungen unproblematisch in das jeweilige Bauvorhaben zu integrieren.
Im Jahr 2024 konnte das archäologische Stadtkataster bei 24 Baumaßnahmen im Bereich des kartierten Bodendenkmals Münchner Altstadt frühzeitig Planungssicherheit herstellen. Die näheren Untersuchungen im Bauablauf erbrachten 20 archäologisch relevante Befunde.
Eine Nachqualifizierung des Stadtkatasters mit Schlussredaktion einschließlich Erstellung zusammenfassender Planunterlagen erfolgt in diesem Jahr. Das Projekt „Archäologische Kartierung der Münchner Altstadt“ findet dann nach rund 25-jähriger Bearbeitungszeit und der Bereitstellung einer Datenbank zur Abschätzung künftiger Baumaßnahmen seinen erfolgreichen Abschluss.