Das Kulturreferat/Public Art München setzt die jährliche Reihe Annuale 2025 unter dem Thema „Stunde Null? Wie wir wurden, was wir sind“ mit drei Kunstprojekten fort. Ab Samstag, 20. September, bis Freitag, 31. Oktober, ist im Rosengarten an der Sachsenstraße 2 das Projekt „zwischen den wegen“ der Münchner Künstlergruppe may kollektiv zu erleben. Eröffnet wird die Installation um 14.30 Uhr mit einem Vortrag der Amerikahistorikerin Dr. Silke Hackenensch und Konzert der Band Buck Roger & the Sidetrackers.
Die temporäre Bank-Installation lädt dazu ein, sich mit dieser verdrängten Erinnerung an die deutsche Nachkriegszeit zu beschäftigen. In drei keramischen Bänken sind Texte, Gedichte und Briefe eingelassen, die Biografien der Kinder US-amerikanischer Soldaten und deutscher Frauen thematisieren. Als Rahmenprogramm findet am Sonntag, 9. November, um 11 Uhr, im Florida, Lothringerstraße 13, eine interaktive Lesung mit der Autorin und Historikerin Dr. Azziza Malanda statt.
Am Mittwoch, 24. September, wird um 19 Uhr im Werksviertel Mitte, Atelierstraße 1, erstmals die Filminstallation „Auf engstem Raum“ von Veronika Veit gezeigt. Die Videoarbeit wird im Innenraum eines eigens dafür errichteten Häuschens abgespielt und ist von außen durch zwei Fenster einsehbar. Der Kunstfilm thematisiert das erzwungene Zusammenleben zweier Kriegswitwen im zerbombten Nachkriegs-München. Eine der Frauen erhofft sich mit ihren beiden Kindern einen Neuanfang. Die andere muss ihr Kind aus der Beziehung mit einem schwarzen US-Soldaten vor den Behörden verstecken. Der Kunstfilm sucht nach Bildern der Verbindung und Versöhnung, die auch heute von gesellschaftlicher Relevanz sind. Die Installation ist bis Freitag, 31. Oktober, in einer Dauerschleife zu sehen. Im Rahmenprogramm findet am Samstag, 11. Oktober, 19 Uhr, in der White Box, Atelierstraße 1, ein Podiumsgespräch über die Nachkriegszeit in München und ein Konzert der Band „Sulp“ statt.
Am Sonntag, 28. September, 15 Uhr, und am Freitag, 3. Oktober, 17 Uhr, findet im Olympiapark auf der Freifläche zwischen Ost-West-Friedenskirche und Spiridon-Luis-Ring das partizipative Kunstprojekt „Form Follows Dysfunction“ von Marie Jaksch und Charlotte Oeken/service not included statt. Mit ihrer Performance erinnern sie an die in den 1950ern als Schwarzbau von Väterchen Timofej und seiner Ehefrau Natascha errichtete Ost-West-Friedenskirche und ihre Zerstörung durch den Brand. Geschmückt war die Kirchendecke von Väterchen Timofej mit silbernen Schokoladenpapieren, die die Münchner*innen vorbeibrachten. „Form Follows Dysfunction“ setzt sich mit Bauen, Erinnern und Zerstören auseinander. Die Veranstaltungen finden bei freiem Eintritt und bei jedem Wetter statt. Informationen unter www.publicartmuenchen.de
Die Annuale ist die jährliche Reihe von Public Art München, 2025 unter dem Thema „Stunde Null? Wie wir wurden, was wir sind.“ Sechs temporäre Projekte Münchner Künstler*innen verhandeln von Juli bis November die Veränderungen und fortbestehenden Strukturen der Stadtgesellschaft nach 1945 und kommentieren sie künstlerisch im Hinblick auf Demokratie, Erinnerungskultur(en), Verdrängung und Ideologie. Aktuelle Informationen zu Orten und Laufzeiten unter publicartmuenchen.de und bei Instagram unter @publicartmuc.