Der Stadtentwässerungsausschuss des Stadtrates hat ein wichtiges Infrastruktur-Projekt auf den Weg gebracht: die Sanierung eines rund drei Kilometer langen Abschnitts des Hauptsammelkanals Oberwiesenfeld. Bereits zwischen 2015 und 2018 hat die Münchner Stadtentwässerung (MSE) im Bereich des Teilabschnitts Olympiapark einen circa 1,6 Kilometer langen Abschnitt saniert. Nun stehen die Abschnitte des Hauptsammelkanals westlich und östlich des Olympiageländes an. Die anstehenden Arbeiten in den Teilabschnitten des ursprünglich 1912 hergestellten und seitdem im Betrieb befindlichen Kanalabschnitts stärken nach Fertigstellung die übergeordnete strategische Verbindungsfunktion im Kanalnetz. Damit leisten die Maßnahmen einen unverzichtbaren Beitrag zur Funktionsfähigkeit der städtischen Kanalisation und des Starkregenrisikomanagements. Die Sanierung des Bestandskanals erfolgt durch Auskleidung mit glasfaserverstärkten Kunststoff-Rohrprofilen („GFK-Einzelrohrling“). „Bei diesem Verfahren erfolgt die Instandsetzung des bestehenden Altkanals mit einem Rohr-in-Rohr-System mittels vorgefertigter Rohrprofile. Im Vergleich zu alternativen Verfahren ermöglicht uns diese Variante den geringsten Querschnittsverlust bei ressourcenschonendem Erhalt der ursprünglichen Bausubstanz“, erklärt Robert Schmidt, Werkleitung der Münchner Stadtentwässerung. „Wir möchten ja nicht nur wirtschaftlich sanieren, sondern auch möglichst viel vom bestehenden Fassungsvolumen und den Betriebseigenschaften für die Verwendung dieses Kanals erhalten“, ergänzt sein Werkleitungskollege Bernd Fuchs.
Die vorgefertigten Rohrprofile werden in Segment-Längen von bis zu 2,5 Meter angeliefert, über Einzugsschächte eingehoben und dann unterirdisch an die richtige Stelle im Bestandskanal eingepasst und miteinander verbunden. Muffenverbindungen stellen sicher, dass das System in sich dicht ist. „Durch dieses Einbauverfahren und damit verbundenen lediglich punktuell notwendigen Eingriffen werden die Einflüsse auf die Oberfläche bestmöglich minimiert. Das Allermeiste findet unterirdisch mit möglichst wenig Störung der Anwohnerschaft statt“, so Schmidt weiter. Auch während der Bauaktivitäten ist die schadlose und störungsfreie Ableitung der Abwassermengen durch temporäre Abwasserhaltung und -umleitung weiterhin gewährleistet.
.png)
Blick in den bereits sanierten Teilabschnitt Olympiapark des Hauptsammelkanals Oberwie- senfeld. (Foto: Münchner Stadtentwässerung)
Der Hauptsammelkanal Oberwiesenfeld mit mehr als drei Metern Höhe und vier Metern Breite ist wesentlicher Bestandteil des Münchner Abwassernetzes. Er verläuft auf einer Gesamtlänge von rund fünf Kilometern quer durch den Münchner Norden. Der Weg unter der Oberfläche erstreckt sich ausgehend von der Waisenhausstraße unter der beliebten Sommer-Tollwood-Fläche und dem südlichen Teil des Olympiageländes hindurch bis hin zur Leopoldstraße.
2027 sollen die Sanierungsarbeiten starten und bis voraussichtlich Ende 2032 abgeschlossen sein. Die Kosten der Gesamtmaßnahme belaufen sich auf etwa 147 Millionen Euro.
Hinweis für Redaktionen: Mehr Informationen finden sich in den Beschlüssen des Stadtentwässerungsausschusses des Stadtrats vom 16. September 2025 (Sitzungsvorlage Nr. 20-26 / V 17112 zur Sanierung des Hauptsammelkanals Oberwiesenfeld).