Lebenswerte Infrastruktur für Lochhausen I Umgehende Errichtung eines Kinder- und Jugendtreffs
Lebenswerte Infrastruktur für Lochhausen II Umgehende Errichtung eines Nachbarschaftstreffs
Lebenswerte Infrastruktur für Lochhausen III Schnelle Errichtung eines Angebots für ein Alten- und Servicezentrum
Anträge Stadtrats-Mitglieder Delija Balidemaj, Alexandra Gaßmann, Ulrike Grimm und Heike Kainz (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 20.3.2025
Antwort Sozialreferentin Dorothee Schiwy:
Sie beantragen die umgehende Errichtung eines Kinder- und Jugendtreffs
und eines Nachbarschaftstreffs sowie die schnelle Errichtung eines Angebots
für ein Alten- und Service-Zentrums.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, teile ich Ihnen auf diesem Wege zu Ihren
Anträgen vom 20.3.2025 Folgendes mit:
Mit der Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 05479 „Soziale Infrastruktur Lochhausen“
vom 18.5.2022 wurde der Standort für den Neubau einer Integrierten
Einrichtung im Umgriff des Neubaugebiets Henschelstraße im Stadtbezirk
22, Aubing-Lochhausen-Langwied gesichert.
Auf Grund der Großflächigkeit des 22. Stadtbezirks in Verbindung mit vielen
stark voneinander abgetrennten Quartieren, des hohen Anteils am
geförderten Wohnungsbau und eines hohen Anteils an älteren Menschen
in der Umgebung des Neubaugebiets wird hier eine Einrichtung mit den
Angeboten für ältere Menschen, für Bewohner*innen im Quartier sowie
den Angeboten der offenen Kinder- und Jugendarbeit zur Schließung der
Versorgungslücke entstehen.
Die Planung eines Vorläuferprojekts bedarf der Beurteilung der Bedarfslage
im Kontext der aktuell bestehenden finanziellen Ressourcen.
Zur Bedarfslage kann ich Ihnen Folgendes mitteilen:
Laut Monitoring für das Sozialreferat der Landeshauptstadt München befindet
sich das Neubaugebiet Henschelstraße in der Planungsregion 22_1,
Altaubing – Lochhausen. Im Jahr 2023 wiesen hier die Indikatoren Senior*
innen und Soziale Herausforderungen eine geringe Ausprägung (2) auf.
Die einzelne, diese Indikatoren beeinflussende Variablen bewegten sich
dabei entweder um oder sogar deutlich unterhalb des städtischen Durchschnitts.
Der Indikator Familie zeigt hier – wie in den meisten Neubaugebieten
– eine sehr hohe Ausprägung (5).
Die Abweichungen vom städtischen Durchschnitt kann hier insbesondere
anhand folgender Variablen visualisiert werden:
- Jugendquotient: + 39,7%
- Anteil der Haushalte mit Kindern an allen Haushalten: + 47,8%
- Anteil der Haushalte mit drei und mehr Kindern an allen Haushalten mit
Kindern: +31,0%
Die Werte der Variablen „Anteil der von der BSA betreuten Haushalte mit
Kindern an allen Haushalten mit Kindern“ und „Anteil der Kinderschutzfälle
der BSA an allen Haushalten mit Kindern“ liegen hier allerdings deutlich
unterhalb des städtischen Durchschnittswertes.
Insbesondere für die durch die Statistik hervorgehobene Zielgruppe Kinder
und Jugendliche ist die Erreichbarkeit der vorhandenen Angebote im Stadtbezirk
22 nicht immer problemlos gegeben. Im Zusammenhang mit den in
Ihren Anträgen geschilderten Anliegen kann somit diese Zielgruppe als prioritär
für die Umsetzung gesehen werden. Die Installation des Angebotes
aus dem Bereich Offener Kinder- und Jugendarbeit ist für das Sozialreferat
momentan jedoch nicht möglich, da dem Sozialreferat aufgrund der Haushaltssituation
und der Konsolidierungsprozesse momentan keine finanziellen
Mittel zur Umsetzung eines Vorläuferprojekts zur Verfügung stehen.
Seitens der Gleichstellungsstelle für Frauen wird grundsätzlich die Notwendigkeit
der Schaffung von geschlechtsspezifischen Angeboten für die
vielschichtige Zielgruppe auch vor Ort gesehen. Für die Installation von
(mobilen) geschlechterspezifischen Angeboten im Umgriff gelten allerdings
ebenfalls die oben beschriebenen Rahmenbedingungen, weil dies
eine Ausweitung von finanziellen Mitteln erfordert.
Bezugnehmend auf die von Ihnen zur Umsetzung der Angebote für die
Zielgruppen benannten Räumlichkeiten möchte ich Ihnen mitteilen, dass
diese aus fachlicher Sicht für die Nutzung aller Zielgruppen nicht ausreichend
und für die Offene Kinder- und Jugendarbeit nicht geeignet sind. Die
Gründe dafür sind neben der räumlichen Verteilung auch die Tatsache, dass
diese zu den Kernarbeitszeiten der Einrichtung durch die bereits vorhandenen
Nutzer*innen belegt sind. Dies trifft sowohl auf die Räumlichkeiten
des Pfarrheims St. Michael zu als auch auf die Räumlichkeiten der evangelischen
Kirche in der Giggenbacher Str 28 zu.
Ich bedauere es sehr, aus o.g. Gründen der von Ihnen beantragten Umsetzung
eines Vorläuferprojekts zum jetzigen Zeitpunkt nicht nachkommen zu
können.