Die Stadt München besitzt auch außerhalb ihres Stadtgebiets Waldflächen und setzt sich intensiv für deren Schutz ein. Dem Waldgebiet am Mangfallknie bei Grub im Landkreis Miesbach wurde jetzt der Schutzstatus Naturwaldreservat verliehen. Bürgermeisterin Verena Dietl hat die Urkunde von der Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Michaela Kaniber, entgegengenommen.

Landtagspräsidentin Ilse Aigner, Staatsministerin Michaela Kaniber und Bürgermeisterin Verena Dietl (v.l.) bei der Urkundenübergabe am Mangfallknie (Foto: LHM)
In Anwesenheit von Landtagspräsidentin Ilse Aigner und dem Miesbacher Landrat Olaf von Löwis betonte Bürgermeisterin Dietl: „Mit diesem Schritt übernimmt unsere Stadt Verantwortung, die weit über das Stadtgebiet hinausreicht, und zeigt, dass eine moderne Großstadt nicht nur für Verkehr, Wohnen und Wirtschaft, sondern ebenso für Natur, Artenvielfalt und künftige Generationen Verantwortung trägt. Dass München Waldflächen außerhalb des Stadtgebiets besitzt und sie schützt, ist kein Widerspruch, sondern Ausdruck einer Haltung. Wir wissen, dass Lebensqualität nicht nur in Wohnungen, Straßen und Arbeitsplätzen gemessen wird, sondern auch in sauberem Wasser, frischer Luft, gesunden Böden und lebendiger Natur.“
Das Naturwaldreservat Mangfallknie ist mit seinen 13,4 Hektar viel mehr als nur Fläche; es ist Lebensraum, Forschungsstätte und Rückzugsgebiet für seltene und geschützte Arten. Es ist ein Ort, der künftig ganz der natürlichen Entwicklung überlassen bleibt – ohne Holzwirtschaft, ohne menschliche Eingriffe, wie es das Konzept der „Urwälder von morgen“ vorsieht. Es ist ein typischer Waldmeister-Buchenwald, wie er in der Region ursprünglich verbreitet war. Solche Wälder sind heute selten geworden, sie wurden in der Vergangenheit intensiv bewirtschaftet.
Am Mangfallknie findet keine Holznutzung mehr statt, kein Einschlag, keine forstliche Verwertung. Der Wald wird sich künftig selbst überlassen, die Bäume dürfen alt werden, absterben, umfallen und wieder im Kreislauf der Natur verschwinden. Nur dort, wo es unbedingt notwendig ist, etwa bei der Bekämpfung von Borkenkäfern, wenn diese eine Gefahr für benachbarte Wirtschaftswälder darstellen, wird es noch Eingriffe geben. Ansonsten gilt hier das große Prinzip der Naturwälder: Die Menschen treten zurück, und die Natur übernimmt die Regie.