Ein Teilstück der Corneliusstraße – zwischen Prälat-Zistl- und Blumenstraße – wird künftig den Namen Fritz-Neuland-Straße tragen. Das hat der Kommunalausschuss des Stadtrats nach Vorberatung durch den Ältestenrat einstimmig beschlossen. Damit setzt die Landeshauptstadt ein starkes Zeichen: Sie würdigt den Mut und die Entschlossenheit eines Mannes, der entscheidend dazu beitrug, dass nach der Shoa jüdisches Leben in München wieder aufblühen konnte. Fritz Neuland ist untrennbar mit der Geschichte der Stadt verbunden.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Die Benennung der Straße nach Fritz Neuland ist mehr als nur ein Verwaltungsakt – sie ist ein Bekenntnis zum jüdischen Leben in München. Er hat in schweren Zeiten Mut bewiesen und damit große Bedeutung für die Landeshauptstadt erlangt. Ohne sein un- ermüdliches Engagement wäre ein Neubeginn jüdischen Lebens in München kaum vorstellbar gewesen.“
Fritz Neuland wurde am 30. Januar 1889 in Bayreuth geboren und starb am 4. November 1969 in München. Als jüdischem Anwalt wurde ihm nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten bereits 1933 die Zulassung entzogen. Dank seines Status als Frontkämpfer im Ersten Weltkrieg durfte er zunächst noch bis 1938 als „Rechtskonsulent“ arbeiten, ehe ihm auch diese Möglichkeit endgültig genommen wurde.
Während des Zweiten Weltkriegs musste Neuland Zwangsarbeit in einem Rüstungsbetrieb leisten. Seine Mutter Albertine wurde im Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort 1944. Seine Tochter Charlotte konnte nur durch Glück überleben. Neuland selbst überstand die Jahre bis 1945 – gesundheitlich schwer gezeichnet – nur mit Hilfe von Freunden. Am 15. Juli 1945 gründete sich auf seine Initiative hin die Israelitische Kultusgemeinde München und Oberbayern (IKG) neu; Neuland wurde ihr erster Vizepräsident und 1951 für 18 Jahre Präsident der IKG. Im Dezember 1946 gehörte er außerdem zu den Mitbegründern des Landesverbands der Israelitischen Kultusgemeinden in Bayern.
Auf Neulands Initiative geht auch der 1969 errichtete Gedenkstein für die ehemalige Münchner Hauptsynagoge in der Herzog-Max-Straße zurück.