Die Stadt München fördert und unterstützt die freie Szene im Kinder- und Jugendtheaterbereich 2026 durch acht Projektförderungen und fünf Stipendien in Gesamthöhe von rund 310.000 Euro, außerdem mit einer produktionsunabhängigen dreijährigen Förderung von 2026 bis 2028 in einer Gesamthöhe von rund 140.000 Euro. Über die Vergabe hat der Kulturausschuss des Stadtrats jetzt auf Empfehlung einer vorberatenden Jury entschieden.
Kulturreferent Marek Wiechers: „Auch in finanziell schwierigen Zeiten fördert die Stadt zeitgemäße Produktionen der Freien Szene für junges Publikum. So wird schon den Jüngsten ein Zugang zur Darstellenden Kunst eröffnet. Besonders wichtig ist uns – neben der künstlerischen Qualität, dass die beteiligten Künstler*innen zu fairen Bedingungen arbeiten können und dass auch Kinder und Jugendliche erreicht werden, die bisher noch wenig Zugang zum Theater haben.“
Mittel für die Produktion von acht Kinder- und Jugendtheaterstücken der freien Szene in Höhe von insgesamt rund 270.000 Euro werden ausgereicht an:
- Léonard Engel: „Muffensausen (Arbeitstitel)“ (ab 4 Jahren)
- Annalena Andrea Maas: „Matea, Otto und die Buchstaben“ (5 bis 11 Jahre)
- Alfredo Zinola: „POSTO“ (ab 6 Jahren)
- Traummaschine Inc., Judith Huber: „Die Durchsage“ (6 bis 10 Jahre)
- Jochen Strodthoff (GbR Bischoff, Herrberg, Strodthoff): „OBAYSCH – EINE HIPPOPOTAMUS- POLKA“ (8 bis 12 Jahre)
- Rinus Silzle: „Vlogging.Ego (Arbeitstitel)“ (ab 13 Jahren)
- theater satt (SATT e. V.), Dominik Burki: „real! (Arbeitstitel)“ (ab 14 Jahren)
- Chris Hohenester: „Creep“ (ab 16 Jahren)
Die Stücke der Darstellenden Kunst für junges Publikum sollen an verschiedenen Orten im Stadtgebiet zur Aufführung kommen, unter anderem im Theater HochX, Pathos Theater, schwere reiter, Kulturzentrum LUISE, Kulturzentrum Giesinger Bahnhof, Pepper Theater, Schulen und KiTas. Die geförderten Vorhaben stehen mit ihrer professionellen künstlerischen Arbeit exemplarisch für zeitgemäße Tanz- und Theaterproduktionen für junges Publikum und haben das Potential, wegweisend und impulsgebend zu sein. Die Stücke behandeln auf zielgruppengerechte Weise Themen wie Angst, Legasthenie und Selbstkritik, außerdem Vlogging und Fake News. Es sind spartenübergreifende Performances geplant, ebenso ein Monolog für den digitalen und analogen Raum. Ein Projekt zeigt mit Gebärden(sprache) auf der Bühne einen inklusiven Ansatz.
Stipendien für die künstlerische Weiterentwicklung
Mit Stipendien unterstützt das Kulturreferat im Jahr 2026 außerdem die individuelle künstlerische Weiterentwicklung von Akteur*innen der freien Kinder- und Jugendtheaterszene. Ein Stipendium in Höhe von jeweils 8.000 Euro erhalten Alina Aladag, Philipp Jescheck, Katharina Bianca Mayrhofer, Anna Möhrle und Helene Sophia Schmitt. Die inhaltlichen Schwerpunkte der Stipendien reichen von Recherchen zu einem generationsübergreifenden Theateransatz und Mehrsprachigkeit auf der Bühne bis zu Objekttheater im Kindergarten und Musik-/ Tanztheater für die Allerjüngsten. Eine dreijährige Förderung des Kulturreferats zur künstlerischen beziehungsweise strukturellen Weiterentwicklung erhalten von 2026 bis 2028 der Zusammenschluss von Michael Bischoff / Tine Hagemann / Mira Mazumdar / Jochen Strodthoff, außerdem Sabine Karb, Koop3 (Antragstellende Gabi Altenbach) und Laura Saumweber. Die geförderten Vorhaben dienen unter anderem der strukturellen Weiterentwicklung und Professionalisierung von Kommunikation und Marketing, außerdem der Vernetzung und Vermittlungsarbeit an Schulen. Dafür sind 46.000 Euro pro Förderjahr vorgesehen.
Die Jurybegründungen sind unter www.muenchen.de/darstellende-kunst zu finden.