Berufsausbildung junger Menschen in München
Anfrage Stadtrat Hans Hammer (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 24.7.2025
Antwort Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft:
In Ihrer Anfrage vom 24.7.2025 führten Sie als Begründung aus: „Eine Berufsausbildung ist elementarer Baustein, einer langfristigen gesellschaftlichen Teilhabe. Sie ermöglicht es jungen Menschen, ein ei- genständiges Leben zu führen, und trägt zugleich zur Sicherung des Fach- kräftebedarfs bei. Dennoch zeigen sich zunehmend Hinweise, dass ein wachsender Teil junger Erwachsener über keinen anerkannten Berufsab- schluss verfügt.“
Die in Ihrer Anfrage gestellten Fragen können wie folgt beantwortet werden:
Frage 1:
Wie viele junge Erwachsene im Alter zwischen 20 und 30 Jahren mit Wohnsitz in München verfügen aktuell über keinen abgeschlossenen Aus- bildungsberuf?
Antwort:
Das Statistische Amt der Landeshauptstadt München hat Folgendes mitgeteilt:
Zum Stichtag 15.5.2022 stehen die folgenden Ergebnisse aus dem Zensus zur Verfügung. Zu beachten ist, dass die Ergebnisse des Zensus zum Thema Bildung und Beruf auf einer Haushaltebefragung auf Stichprobenbasis beruhen. Es handelt sich um hochgerechnete Zahlen, die anders als andere Ergebnisse des Zensus nur auf Ebene der Gesamtstadt (nicht tiefer regional gegliedert) zur Verfügung stehen.
Gemäß Zensus lebten zum Stichtag 207.800 junge Erwachsene im Alter von 20-29 Jahren in München. Insgesamt 71.420 Personen, das heißt 34,4% der 20-29-Jährigen, haben keine abgeschlossene Berufsausbildung.
Für eine Analyse zum Thema Berufsausbildung junger Menschen im Hinblick auf die Identifizierung möglicher struktureller Ursachen für einen Fachkräftemangel greift die hier vorgebrachte Fragestellung zu kurz. Bei der Betrachtung der Altersgruppe der 20 bis einschließlich 29-Jährigen ist zu berücksichtigen, dass die Berufsausbildung in dieser Altersphase oft noch nicht abgeschlossen ist. Es wären also besser z.B. die 25 bis30-Jährigen und 30 bis 35-Jährigen zu betrachten und vergleichend (auch regional) darzustellen. Für die Herleitung weiterer möglicher Korrelationen bedürfte es einer umfassenden Analyse und Einordnung, die den Rahmen dieser Anfrage übersteigen.
Beispiel: In München sind 34,4% der Altersklasse der 20-29-Jährigen ohne Berufsabschluss. In Gesamtdeutschland liegt der entsprechende Anteil mit 41,4% deutlich höher. Viele Münchnerinnen und Münchner dieser Altersklasse dürften sich noch in Berufsausbildung befinden. Dafür spricht der hohe „Akademikeranteil“ in München. So haben in der bayerischen Landeshauptstadt 41 Prozent aller Personen ab 15 Jahren einen akademischen Berufsabschluss (Bachelor, Master, Diplom oder Promotion). Das ist der deutschlandweit höchste Wert. Der bundesweite Schnitt lag 2022 bei 20 Prozent.
Eine akademische Berufsausbildung dauert vergleichsweise lang. Dementsprechend ist der Anteil der Münchnerinnen und Münchner ohne Berufsabschluss in der nächst höheren Altersgruppe der 30-39-Jährigen mit 13,1% deutlich niedriger (Deutschland 20,7%).
Frage 2:
Welche soziodemografischen Merkmale (z.B. Geschlecht, Migrationshintergrund, sprachliche Fähigkeiten, Schulbildung, familiäre Herkunft) lassen sich bei jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss in München feststel- len? Welche Korrelationen sind sichtbar?
Antwort:
Das Statistische Amt der Landeshauptstadt München hat Folgendes mitgeteilt:
-Geschlecht: In der betrachteten Altersgruppe der 20-29-Jährigen insgesamt überwiegt der Frauenanteil (51,4%) den Männeranteil (48,6%). In der Gruppe der jungen Erwachsenen ohne Berufsabschluss sind 51,7% männlich und 48,3% weiblich. Demnach sind die Männer in der Gruppe ohne Berufsabschluss leicht überrepräsentiert.
-Schulbildung: 6.710 Personen, d.h. 9,4% der Personen ohne abge-
schlossene Berufsausbildung im Alter von 20 bis 29 haben auch keinen allgemeinbildenden Schulabschluss.
-Staatsangehörigkeit: Gut 47.500 Personen, d.h. zwei Drittel der Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung im Alter von 20 bis 29 haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Betrachtet man die gesamte Gruppe der 20-29-Jährigen, so liegt der Anteil der Personen mit deut-scher Staatsangehörigkeit bei rund 71%. Demnach sind die Personen mit nichtdeutscher Staatsangehörigkeit unter den Personen ohne Berufsausbildung etwas überrepräsentiert. In der nächsthöheren Altersgruppe der 30-39-Jährigen ist die Diskrepanz wesentlich deutlicher: 68% der Personen dieser Altersklasse haben die deutsche Staatsangehörigkeit. Unter der Gruppe ohne Berufsabschluss stellen sie nur einen Anteil von 38%.
-Einwanderungsgeschichte: 23.260 Personen, d.h. knapp ein Drittel der Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung im Alter von 20 bis 29 haben eine Einwanderungsgeschichte.
-Erwerbsstatus: 5.510 Personen, d.h. 7,7% der Personen ohne abgeschlossene Berufsausbildung im Alter von 20 bis 29 sind erwerbslos. Davon sind 1.960 Personen mit Einwanderungsgeschichte.
Frage 3:
Welche Erkenntnisse liegen der Stadtverwaltung über die Hauptgründe für das Nichtabsolvieren einer Berufsausbildung in München vor?
Antwort:
Es gibt viele Ursachen, warum in München junge Menschen keine Berufsausbildung absolvieren bzw. nicht erfolgreich abschließen. Nachfolgend werden die Hauptgründe genannt.
Fehlende Ausbildungsreife
Nicht alle Jugendlichen besitzen beim Verlassen der Schule über die für eine Berufsausbildung erforderliche Ausbildungsreife. Es gibt zwar ein breit gefächertes Unterstützungssystem im Übergangsbereich (zum Beispiel Berufsvorbereitungsjahr, berufsvorbereitende Maßnahmen der Agentur für Arbeit), welches viele Jugendliche bei der Aufnahme einer Berufsausbildung unterstützt, aber nicht bei allen erfolgreich ist.
Mangelnde Deutschkenntnisse
Für das erfolgreiche Absolvieren einer Berufsausbildung sind ausreichende Deutschkenntnisse erforderlich. Die Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern führt in ihrem Wegweiser Ausbildung – Tipps für die berufliche Integration hierzu aus: „Dazu ist ein Sprachniveau von mindestens B1 (Fortgeschrittene Sprachanwendung – gut in der Alltagssprache im Betrieb), besser B2 (selbstständige Sprachanwendung – Fachsprache in Berufsschule und Prüfungen) notwendig, in manchen Berufen, die sprachintensiver sind und in denen u.a. Briefe oder E-Mails selbstständig geschrieben oder beantwortet werden müssen, bedarf es sogar eines Sprachniveaus von C1 (kompetente Sprachanwendung)“.
Häufig gelingt es Jugendlichen aufgrund unzureichender Deutschkenntnisse nicht, einen Ausbildungsplatz zu erhalten. Andere scheitern aufgrund nicht ausreichender Deutschkenntnisse während ihrer Berufsausbildung.
Mangelnde Berufsorientierung und Komplexität des beruflichen Systems Trotz vielfältiger Beratungsangebote und Unterstützungsmaßnahmen gelingt es vielen jungen Menschen nicht, sich eine tragfähige berufliche Perspektive zu erarbeiten. Viele sind überfordert, sich in dem komplexen deutschen Berufsbildungssystem mit seiner Vielzahl an Ausbildungsberufen zu orientieren – das Bundesinstitut für Berufsbildung listet im Verzeichnis der anerkannten Ausbildungsberufe 2024 alle 328 anerkannten Ausbildungsberufe in Industrie und Handwerk, im öffentlichen Dienst, in der Hauswirtschaft, der Landwirtschaft, der Seeschifffahrt und in den freien Berufen auf.
Mangelnde Unterstützung durch die Eltern
Zahlreiche Studien bestätigen, dass Eltern eine zentrale Bedeutung bei der Berufswahl ihrer Kinder besitzen. Oftmals ist es der Fall, dass Eltern hierbei ihren Kindern jedoch keine ausreichende Unterstützung leisten können. Insbesondere Familien, in denen Vater und Mutter über einen Migrationshintergrund verfügen, sind mit dem System der deutschen Berufsausbildung häufig nicht vertraut und können ihren Kindern in der Folge keine hilfreiche Orientierung bei der Berufswahl geben. Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge können erst gar nicht auf die Unterstützung ihrer Eltern vor Ort zurückgreifen. In der Folge treffen viele Jugendliche eine unfundierte Berufswahl bzw. entscheiden sich von Anfang an gegen eine Berufsausbildung. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft versucht über das Jugendsonderprogramm mit dem Projekt BEST, Bezugspersonen aus dem direkten Lebensumfeld der jungen Menschen als Ratgeberinnen und Ratgeber zu schulen und zu stärken.
Finanzielle Aspekte und Wunsch nach schnellem Verdienst
Auch wenn die Ausbildungsvergütungen in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen sind, werden sie von einigen jungen Menschen im Vergleich zum Verdienst bei einem direkten Einstieg in die Arbeitswelt als zu gering erachtet. Manchen jungen Menschen ist es wichtig, möglichst früh finanziell unabhängig zu sein. Insbesondere bei jungen Geflüchteten wird nicht selten erwartet, dass sie möglichst bald Geld verdienen, um ihre im Herkunftsland verbliebenen Familienangehörigen zu unterstützen bzw. die Aufwendungen für ihre Flucht zu bezahlen. Darüber hinaus steht bei jungen Geflüchteten der Realisierung einer Berufsausbildung häufig die langezeitliche Perspektive entgegen. Manche haben zunächst einen Deutschkurs absolviert und danach zwei Jahre eine Berufsintegrationsklasse besucht. Daran anschließend nochmals drei Jahre in eine Berufsausbildung investieren zu müssen erscheint manchen von ihnen zu lange.
Hohe Quote an vorzeitigen Vertragslösungen
Viele Ausbildungsverträge werden vorzeitig gelöst (siehe Münchner Bericht Berufliche Bildung 2024, S. 129-132). Häufig wird die Ausbildung in einem anderen Betrieb oder in einem anderen Beruf fortgesetzt. In zahlreichen Fällen kommt es jedoch zu einem dauerhaften Ausbildungsabbruch. Zuletzt sind die Lösungsquoten deutlich angestiegen. In der Bundesrepublik betrugen sie im Ausbildungsjahr 2022 29,5%, in Bayern 26,9% (für München sind keine aktuellen Zahlen verfügbar). Das Referat für Arbeit und Wirtschaft fördert über das Jugendsonderprogramm seit vielen Jahren das Projekt azuro, das durch Beratung, Information und Unterstützung Ausbildungsabbrüche verhindern soll.
Nichtbestehen einer Berufsausbildung
Die Erfolgsquoten bei den Ausbildungsprüfungen der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer betrugen für den Arbeitsagenturbezirk München im Berichtszeitraum 1.1.2023 bis 31.12.2023 82,1% bzw. 73,3% (siehe Münchner Bericht Berufliche Bildung 2024, S. 132-135). Es ist nicht bekannt, wie viele derjenigen, welche die Ausbildung nicht erfolgreich bestehen, dauerhaft ohne Ausbildung bleiben, falls sie auch die Wiederholungsprüfung(en) nicht bestehen bzw. erst gar nicht absolvieren oder auch keine alternative Ausbildung abschließen.
Studienabbruch
Viele Jugendliche mit Hochschulzugangsberechtigung streben eine akademische Ausbildung an, häufig ohne eine duale Berufsausbildung auch nur in Betracht zu ziehen. Seit vielen Jahren ist in München zu beobachten, dass ein hoher Anteil der Absolventinnen und Absolventen aus Realschulen auf eine Fachoberschule wechseln, um anschließend studieren zu können. Die Studienabbruchquoten sind hoch, in einer Untersuchung des Deutschen Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) wird sie auf Basis des Absolventinnen- und Absolventen-Jahrgangs 2020 im Bachelorstudium mit 31% ausgewiesen (Heublein, U., Hutzsch, C., & Schmelzer, R., 2022, Die Entwicklung der Studienabbruchquoten in Deutschland.). Viele der Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher absolvieren nach ihrem Abbruch kein anderes Studium erfolgreich und ergreifen – auch vor dem Hintergrund ihres fortgeschrittenen Alters – keine duale Berufsausbildung. Die Landeshauptstadt München hat den Leitfaden „Zweifel am Studium“ (https://stadt.muenchen.de/infos/studienabbruch.html) erstellt. Darin verweist sie auch auf die Möglichkeiten einer dualen Ausbildung sowie einer Externenprüfung der Kammern, sofern man im abgebrochenen Studium bereits ausreichende Vorkenntnisse im gewünschten Berufsfeld erworben hat, so dass man den Berufsabschluss auch ohne vorherige Ausbildung erwerben kann. Die Bildungsberatung der Landeshauptstadt München unterstützt Studienabbrecherinnen und Studienabbrecher bei ihrer weiteren Berufsplanung.
Mangelnde Attraktivität von Ausbildungsberufen
Aus Sicht von Jugendlichen sind manche Ausbildungsberufe mitunter wenig attraktiv, sie betrachten sowohl das Ansehen als auch die Einkommens- und Karriereperspektiven als wenig ansprechend. Mitunter erscheint den jungen Menschen das Prestige veraltet und sie erachten einige Berufe als nicht ausreichend zukunftsorientiert.
Passungsprobleme am Ausbildungsmarkt
In Folge von regionalen Disparitäten gibt es in manchen Regionen für bestimmte Ausbildungsberufe weniger Ausbildungsplätze als Bewerberinnen und Bewerber. Aber auch falls ausreichend freie Ausbildungsplätze vorhanden sind, passen oftmals die Anforderungen der Unternehmen nicht zu den Erwartungen oder Fähigkeiten der Bewerberinnen und Bewerber.
Frage 4:
Welche Rolle spielen wirtschaftliche Faktoren wie etwa der gesetzliche Mindestlohn oder alternative Erwerbsmöglichkeiten bei der Entscheidung gegen eine Berufsausbildung?
Antwort:
Auf die wirtschaftlichen Faktoren bei der Entscheidung gegen eine Berufsausbildung wurde bereits in der Antwort zu Frage 3 eingegangen. Hinsichtlich des Mindestlohns kann festgehalten werden, dass es für manche junge Menschen reizvoller ist, einen ungelernten Job als Helferin oder Helfer aufzunehmen und im Gegenzug von Beginn an mehr Geld zu verdienen, als es während einer Berufsausbildung zunächst der Fall ist.
Der aktuelle gesetzliche Mindestlohn in Deutschland beträgt seit dem 1. Januar 2025 12,82 Euro brutto pro Stunde. Bei einer 40-Stunden-Woche entspricht dies brutto monatlich rund 2.220 Euro. Das Bundesinstitut für Berufsbildung wertet jährlich die tariflichen Ausbildungsvergütungen zum Stand 1. Oktober aus. Im Jahr 2024 erhielten im bundesweiten Durchschnitt Auszubildende, die in einem tarifgebundenen Betrieb ausgebildetwurden, eine monatliche Ausbildungsvergütung von 1.133 Euro. Erstmals lagen die tariflichen Ausbildungsvergütungen in allen Ausbildungsjahren im Durchschnitt über 1.000 Euro. Die Vergütungen differierten dabei zwischen 1.042 Euro im ersten Ausbildungsjahr und 1.255 Euro im vierten Ausbildungsjahr (BIBB FACHBEITRÄGE ZUR BERUFLICHEN BILDUNG, Tarifliche Ausbildungsvergütungen 2024: Höchster jemals gemessener Anstieg des gesamtdeutschen Durchschnitts, Gudrun Schönfeld, Felix Wenzelmann, 2024). Im Vergleich beträgt also die durchschnittliche tarifliche Ausbildungsvergütung brutto nur gut die Hälfte des aktuellen Mindestlohns.
Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland Stefan Genth mahnt in einer Pressemitteilung vom 16.4.2025: „Der im Koalitionsvertrag angedachte gesetzliche Mindestlohn ist eine Bedrohung für die Attraktivität der dualen Ausbildung. Wenn der Mindestlohn steigt, kann der direkte Eintritt in den Arbeitsmarkt für junge Menschen auf den ersten Blick attraktiver erscheinen als eine Ausbildung“ (https://einzelhandel.de/presse/aktuellemeldungen/14788-flaute-am-ausbildungsmarkt-disku-tierte-mindestlohnanhebung-bedroht-attraktivitaet-der-ausbildung).
Es erscheint unwahrscheinlich, dass der Mindestlohn allein der Hauptgrund dafür ist, dass sich junge Menschen gegen eine Berufsausbildung entscheiden. Vielmehr gilt es zahlreiche Faktoren zu berücksichtigen. So sprechen langfristige Karriereperspektiven, Arbeitsplatzsicherheit und gesellschaftliche Anerkennung einer abgeschlossenen Berufsausbildung für den Erwerb einer Berufsausbildung. In München konnte bei der Einführung des Mindestlohns zum 1.1.2015 kein Rückgang der Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge beobachtet werden. Zum 30.9.2025 ist gegenüber dem Vorjahr die Zahl der Neuabschlüsse sogar gestiegen und hat sich in den Folgejahren jeweils stabil zwischen 12.500 und 13.000 bewegt.
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Frage 5:
Welche bestehenden oder geplanten Maßnahmen verfolgt die Stadt Mün- chen, um die Ausbildungsquote in der Altersgruppe 20–30 zu erhöhen?Antwort:
Der gelingende Übergang von der Schule in Arbeit und Beruf ist gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels von großer Bedeutung für die soziale Integration der jungen Menschen und für den Wirtschaftsstandort München. Die kommunalen Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich Übergang Schule-Beruf haben daher bereits im Jahr 2012 ihre kommunale Verantwortungsgemeinschaft in der Kooperationsvereinbarung „Gemeinsam mehr erreichen“ festgehalten. Diese Kooperationsvereinbarung wurde zuletzt für die Laufzeit von 2025 bis 2028 fortgeschrieben und vom Sozialreferat, dem Referat für Bildung und Sport, dem Referat für Arbeit und Wirtschaft, der Agentur für Arbeit München, dem Jobcenter München, dem Jobcenter im Landkreis München, dem Staatlichen Schulamt in der Landeshauptstadt München und der Regierung von Oberbayern – Förderschulen unterzeichnet. Das gemeinsame Ziel ist es, die Übergänge von Schule in Ausbildung sowie von Ausbildung in Beruf zum Nutzen der jungen Menschen so erfolgreich zu gestalten, dass Kompetenzen und Potenziale bestmöglich gefördert werden (siehe Anlage).
Das Referat für Bildung und Sport und das Sozialreferat wurden beauftragt, dem Stadtrat einen Überblick über alle Angebote im Bereich Übergang Schule und Beruf vorzulegen, sowie eine Evaluierung darüber, wie die Angebote nachgefragt sind und wie viel diese kosten (siehe Änderungsantrag zur Weiterführung von JADE an Münchner Mittel- und Förderschulen ab September 2021 unter Aufrechterhaltung der aktuellen Stundenzahl, Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 001426). Das Referat für Bildung und Sport hat daraufhin die vielfältigen Programme systematisch zusammengestellt, die in München jungen Menschen das Verlassen der Schule und das Einmünden in Schule und Beruf erleichtern sollen. In der erarbeiteten Übersicht wurden die Angebote im Übergang Schule-Beruf nach städtischen, städtisch geförderten und externen Angeboten geordnet und tabellarisch dargestellt. Die Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 07099 „Überblick der Angebote im Übergang Schule und Beruf“ wurde im Bildungsausschuss des Stadtrates vom 21.9.2022 bekannt gegeben. Unter dem Link https://risi.muenchen.de/risi/sitzungsvorlage/detail/7263172 kann sie im RatsInformationsSystem abgerufen werden. Darunter befinden sich auch zahlreiche Projekte des Münchner Jugendsonderprogramms.
Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen hiermit zufriedenstellend beantworten konnte.
Die Anlage kann abgrufen werden unter:
https://risi.muenchen.de/risi/antrag/detail/9215532#ergebnisse