Die Journalistin Annette Ramelsberger wird mit dem Publizistikpreis 2025 ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird, alternierend mit dem Literatur- und Übersetzungspreis, alle drei Jahre für ein herausragendes publizistisches Gesamtwerk vergeben. Das Grußwort spricht Bürgermeister Dominik Krause, Kulturreferent Marek Wiechers überreicht die Urkunde. Die Laudatio hält die Bundesjustizministerin a.D. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Die Verleihung findet mit geladenen Gästen statt.
Aus der Jurybegründung
„,Jeder Mensch ist ein Abgrund, es schwindelt einem, wenn man hinab- sieht‘ – dieser Satz von Georg Büchner kommt einem bei den Gerichts- reportagen von Annette Ramelsberger fast unwillkürlich in den Kopf. Sie ist nicht nur eine äußerst genaue Beobachterin der jeweiligen ,Fälle‘, sie trifft auch den Ton, die Sprache der Beteiligten – der Angeklagten, der Ver- teidiger, der Richter –, hat ihre Körpersprache, die jeweilige Haltung bzw. ,Gesinnung‘ im Blick und beleuchtet den gesellschaftlichen Hintergrund der Taten. Vor allem hat sie den NSU-Prozess über Jahre protokolliert (weil der Richter ein offizielles Protokoll abgelehnt hat). Annette Ramelsbergers Ge- richtsreportagen zeichnen sich durch einen unverwechselbaren Stil, durch intellektuelle Schärfe und ungewöhnliche Empathie aus, darüber hinaus er- zählen sie en passant auch eine kurze Geschichte des Landes, in dem wir leben.“
Die Jurybegründung ist unter www.muenchen.de/literatur abzurufen.