Sicher im Netz, kritisch im Denken – Medienkompetenz stärken
Antrag Stadtrats-Mitglieder Barbara Likus, Cumali Naz, Lena Odell, Julia Schönfeld-Knor (SPD/Volt-Fraktion) vom 20.2.2025
Antwort Referat für Bildung und Sport:
In Ihrem Antrag vom 20.2.2025 baten Sie darum, dass der Oberbürgermeister sich beim Freistaat Bayern dafür einsetzt, Medienkompetenz als festen Bestandteil im Lehrplan aller Altersstufen besser zu verankern.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, teile ich Ihnen auf diesem Wege zu Ihrem Antrag Folgendes mit:
Medienkompetenz ist für Schüler*innen von entscheidender Bedeutung, sowohl für die persönliche, schulische und berufliche Entwicklung als auch den Erfolg in einer zunehmend digitalen Gesellschaft. So sind in vielen Berufen digitale Fähigkeiten und Medienkompetenz unerlässlich. Schüler*innen, die diese Kompetenzen erwerben, sind besser auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes vorbereitet. Darüber hinaus schult Medienkompetenz das Bewusstsein für Online-Sicherheit, Datenschutz und die Gefahren von Cybermobbing und anderen digitalen Bedrohungen.
Medienkompetenz fördert zudem das kritische Denken, indem Schüler*innen lernen, Informationen zu hinterfragen, zu analysieren und zu bewerten, anstatt sie unreflektiert zu akzeptieren. Gerade mit der aufkommenden Künstlichen Intelligenz (KI) ist das Thema „Fake News“ sehr aktuell. Die tägliche Flut von Informationen macht es erforderlich, relevante und verlässliche Quellen zu identifizieren und zu nutzen. Schüler*innen müssen medienkompetent sein, um verantwortungsbewusst mit sozialen Medien umzugehen, ihre Online-Identität zu managen und die Konsequenzen ihrer digitalen Handlungen zu verstehen.
Außerdem verbessert Medienkompetenz die Kommunikationsfähigkeit, das heißt, sich klar und effektiv in verschiedenen digitalen Formaten auszudrücken, sowie die Entwicklung kreativer Fähigkeiten, indem Schüler*innen lernen, eigene Inhalte zu erstellen, sei es in Form von Videos, Blogs oder Podcasts. Medienkompetente Schüler*innen können aktiv an gesellschaftlichen Diskursen teilnehmen, sich informierten Meinungen anschließen und ihre Stimme in der digitalen Welt erheben. Zuletzt kann Medienkompetenz das Lernen unterstützen, indem Schüler*innen digitale Werkzeuge und Ressourcen effektiv nutzen, um eigenständig zu recherchieren und Wissen zu vertiefen.Das bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus bereitet mit verschiedenen Förderprogrammen, wie der „Digitalen Schule der Zukunft“ (DSdZ) und dem Medien- und KI-Budget den Weg in die digitale Zukunft unserer städtischen und staatlichen Bildungseinrichtungen. Die Landeshauptstadt München sieht hierin wichtige Weichenstellungen für moderne, zeitgemäße Lehr- und Lernformen und unterstützt die Umsetzung dieser Programme in allen für sie geltenden Handlungsbereichen.
Eine sinnvolle Nutzung digitaler Angebote und die Minimierung von Risiken, die mit der Nutzung digitaler Medien verbunden sind, erfordert die Integration von Medienkompetenz in den Lehrplan sowie medienkompetente Lehrkräfte. Dies kann beispielsweise durch Qualifizierungsoffensiven mit zielgruppengerechten Fort- und Weiterbildungsangeboten im Bereich Medienpädagogik und Digital Leadership erreicht werden.
Lehrkräfte müssen zusätzlich bestmöglich unterstützt werden, um mit der Technisierung der Bildungseinrichtungen, orientiert an den gesellschaftlichen und beruflichen Anforderungen, auch medienpädagogisch und didaktisch Schritt halten zu können. Auch die medienpädagogische Weiterentwicklung der Bildungseinrichtungen, Vernetzungsmöglichkeiten (analog und digital), Anreizsysteme zum Erstellen und Teilen von digitalen Unterrichtsmaterialien etc. sind erfolgreich. Daher halten wir entsprechende flankierende Initiativen und Förderprogramme für notwendig.
Die Integration von Medienkompetenz in den Lehrplan ist durch den „Kompetenzrahmen zur Medienbildung an bayerischen Schulen“ (vgl. https://mebis.bycs.de/beitrag/kompetenzrahmen-zur-medienbildung) und den LehrplanPLUS in den Grundlagen gegeben. Medienbildung, Medienerziehung und informationstechnische Bildung werden dabei als schulart- und fächerübergreifende Bildungs- und Erziehungsziele definiert.
Das Thema Medien(pädagogik) nimmt im LehrplanPLUS einen hohen Stellenwert ein und wird mehrfach erwähnt, einmal als „Grundlegende Kompetenzen im Handlungsfeld ‚Digital handeln‘“ und als gesonderter Punkt „Medienbildung/Digitale Bildung“ (siehe auch https://www.lehrplanplus.bayern.de/uebergreifende-ziele/grundschule). Eine tiefere Verankerung im LehrplanPLUS ist, unseres Erachtens, nicht möglich, da das Thema „Medienpädagogik“ auf diesem Weg bereits Aufgabe für alle Fächer an allen allgemeinbildenden Schulen ist.
Darüber hinaus hat das Thema „Künstliche Intelligenz“ Einzug in den Lehrplan erhalten, allerdings erst ab Jahrgangsstufe 11 und für den Unterrichtan Gymnasien. Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen im Bereich KI-Anwendungen befürworten wir eine entsprechende grundständige Überarbeitung und Aktualisierung der Lehrpläne.
Ich bitte um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen und gehe davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.