Zum Tod der ehemaligen Stadträtin und Vorsitzenden des Bezirksausschusses Au-Haidhausen, Adelheid Dietz-Will, kondoliert Oberbürgermeister Dieter Reiter dem Ehemann der Verstorbenen: „Die traurige Nachricht vom Tod Ihrer Ehefrau Adelheid Dietz-Will hat mich sehr bestürzt. Im Namen des Stadtrats der Landeshauptstadt München und vor allem auch persönlich spreche ich Ihnen und allen Angehörigen zu diesem schmerzlichen Verlust mein herzliches Beileid aus.
Adelheid Dietz-Will war kommunalpolitisches Urgestein, sie hat über vier Jahrzehnte sowohl als ehrenamtliche Stadträtin als auch als Mitglied und später Vorsitzende des Bezirksausschusses Au-Haidhausen die Stadt- und Stadtteilpolitik maßgeblich geprägt. Als ‚ewige Vorsitzende‘ wurde sie bereits im Jahr 2008 betitelt – da hatte sie noch zwölf Jahre als Vorsitzende vor sich.
Besonders der Bezirk Au-Haidhausen hat der diplomierten Landschaftsarchitektin Adelheid Dietz-Will viel zu verdanken. So manches hätte dort ein anderes Gesicht, wäre ihre Initiative – oder, wie sie es einmal genannt hat – ihr ‚Krach machen‘ nicht gewesen. Besonders am Herzen lag ihr die Verkehrsberuhigung – damals noch gegen die Idee einer autogerechten Stadt. Auf ihr Betreiben wurden nach und nach die Fußgängerzone Weißenburger Straße, die Aufwertung des Bordeauxplatzes sowie der autofreie Wiener Platz realisiert, ebenso wie die Einführung der Tempo-30-Zone entlang der Rosenheimer Straße.
Für Adelheid Dietz-Will bestand gute Kommunalpolitik auch und vor allem aus möglichst großer Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger, zu denen sie einen intensiven und engen Kontakt pflegte.
Als Projektleiterin des städtischen Beitrags für die Bundesgartenschau 2005 befasste sie sich intensiv mit der Geschichte der städtischen Grünflächen und Parks und sorgte gerade im dicht bebauten Haidhausen für möglichst viel Begrünung.
Nun ist das engagierte und erfüllte Leben einer bemerkenswerten Persönlichkeit zu Ende gegangen. Adelheid Dietz-Will hat unserer Stadt in ihrer eigenwilligen und auch streitbaren Art für immer ihren Stempel aufgedrückt und wir werden uns stets in dankbarer Anerkennung an sie erinnern. In diesen schweren Tagen wünsche ich Ihnen und allen Angehörigen viel Kraft, Trost und Zusammenhalt. Mögen die Erinnerungen an einen wunderbaren Menschen, der so Vieles und so Viele bewegt hat, und an das gemeinsam Erlebte und Erreichte Ihnen ein Trost in Ihrer Trauer sein.“