Erweiterung der Varianten bei der Planung der Donnersbergerbrücke
Antrag Stadtrats-Mitglieder Professor Dr. Jörg Hoffmann, Gabriele Neff, Richard Progl und Fritz Roth (FDP BAYERNPARTEI Stadtratsfraktion) vom 22.6.2025
Antwort Mobilitätsreferrent Georg Dunkel:
Wir bitten, die späte Beantwortung zu entschuldigen. Die Geschäftsordnungsfrist konnte aufgrund begrenzter Kapazitäten und weiterer dringlicher Projekte leider nicht eingehalten werden. Wir bedanken uns für die gewährte Fristverlängerung.
In Ihrem oben genannten Antrag fordern Sie bei den Planungen zur Donnersbergerbrücke zu prüfen, ob eine Alternative zum Brückenbau sich als sinnvoll erweisen kann – bspw. eine flache Unterführung wie in der Paul-Heyse-Straße (1). Außerdem sollen unter der Donnersbergerbrücke Möglichkeiten für Vertikales Parken oder Duplex-Systeme geprüft werden, die die Parkmöglichkeiten bei gleicher Raumnutzung verdoppeln (2).
Der Stadtrat hat sich zuletzt am 5.12.2023 zur Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 09740 „Koordiniertes Bauwerkserhaltungsprogramm Brücken Grundsatzbeschluss“ sowie am 6.7.2021 zur Sitzungsvorlage Nr. 20-26/V 02539 „Gesamtkonzept Landshuter Allee - Mehr Ruhe, mehr Grün, mehr Lebensqualität“ mit der Instandsetzung und dem Neubau der Donnersbergerbrücke befasst. Nachdem der Stadtrat somit erst vor kurzer Zeit Beschlüsse zum weiteren Vorgehen zur Donnersbergerbrücke gefasst hat, erlauben wir uns, Ihren Antrag mittels Schreiben zu beantworten.
1. Bei den Planungen zur Donnersbergerbrücke wird auch geprüft werden, ob eine Alternative zum Brückenbau sich als sinnvoll erweisen kann – bspw. eine flache Unterführung wie in der Paul-Heyse-Straße.
Hierzu haben wir das Baureferat um Stellungnahme gebeten und folgende Rückmeldung erhalten:
„Das Baureferat hat bereits 2017 die bauliche Machbarkeit einer Tunnelverlängerung bis zum Trappentreutunnel grundsätzlich untersuchen lassen mit folgendem Ergebnis:
Für den mindestens erforderlichen Sicherheitsabstand zwischen dem Tunnel der 2. S-Bahnstammstrecke und einem neuen Straßentunnel von 5 Metern müssten die Rampen südlich der Arnulfstraße in den neuen Tunnel hinein und nördlich der Landsberger Straße aus dem Tunnel heraus mitmehr als 10% Längsneigung trassiert werden, um an das bestehende Stra-ßenniveau dieser beiden Querstraßen höhengleich anschließen zu können. In der Folge müssten die beiden äußeren Widerlager der bestehenden Donnersbergerbrücke vor Baubeginn vollständig abgerissen werden, so dass die bestehende Donnersbergerbrücke mit dem Beginn des Tunnelbaus außer Betrieb genommen werden müsste. Während der gesamten mehrjährigen Bauphase wäre die Überquerung der Bahngleise (derzeit ca.140.000 Fahrzeuge pro Tag) an dieser Stelle nicht mehr möglich. Des Weiteren müsste für die dauerhafte Aufrechterhaltung des Buslinienverkehrs und des Rad- und Fußgängerverkehrs weiterhin eine Brücke errichtet werden, da in Straßentunneln ab ein er Länge von 80 m gemäß „Richtlinien für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln (RABT)“ bzw. „Empfehlungen für die Ausstattung und den Betrieb von Straßentunneln mit einer Planungsgeschwindigkeit von 80 km/h oder 100 km/h (EABT)“ kein Fußgänger- und Radverkehr und auch keine Bushaltestelle für die Umsteigebeziehung zwischen Bus und S-Bahnhalt Donnersbergerbrücke zulässig ist. Eine „flache Unterführung“ wie an der Paul-Heyse Unterführung beziehungsweise Untertunnelung des Mittleren Ringes an dieser Stelle als Alternative zu einem Brückenneubau kommt daher aus baulichen Gründen als Planungsvariante nicht in Betracht.“
2. Unter der Donnersbergerbrücke sollen Möglichkeiten für Vertikales Parken oder Duplex-Systeme geprüft werden, die die Parkmöglichkeiten bei gleicher Raumnutzung verdoppeln.
Zu diesem Punkt teilt das Mobilitätsreferat Folgendes mit:
Vertikales (und dann zumeist automatisiertes) Parken bietet grundsätzlich eine besonders flächeneffiziente Möglichkeit, die Anzahl der geparkten Fahrzeuge auf kleinem Raum zu maximieren. Das Mobilitätsreferat prüft gerne, inwiefern Duplex-Parksystemen oder ähnliche Auto-Parksysteme im Zuge des Neubaus der Donnersbergerbrücke sinnvoll integriert werden können.
Die Flächen unterhalb der Donnersbergerbrücke werden aktuell für verschiedene Parkzwecke genutzt. Nur Teile der Flächen befinden sich im Eigentum der Landeshauptstadt München.
Auto-Parksysteme bieten sich aufgrund der komplexeren Zugangssysteme und Handhabung bisher nur für einen zugewiesenen Nutzerkreis an. Im Gebiet um die Donnersberger Brücke erscheinen sie deshalb z.B. geeignet, die große Nachfrage nach Anwohnerparken durch ein zusätzliches Angebot zu adressieren. Jenseits der Klärung von eigentumsrechtlichen undtechnischen Fragestellungen muss eine belastbare Machbarkeitsuntersuchung auch fundierte Aussagen zu Finanzierung, Betrieb und Unterhalt enthalten und diese in einem Finanzierungs- und Betreiberkonzept zusammenführen.
In den kommenden Jahren steht zunächst die letztmalige Sanierung der Donnersbergerbrücke bevor. Der Brückenneubau ist dann in etwa für das Jahr 2040 ff. avisiert. Die Planungen hierfür stehen derzeit noch am Anfang. Das Mobilitätsreferat wird die Prüfung von Auto-Parksystemen daher in der Zusammenschau mit den Planungen für den Brückenneubau aufnehmen. Die Prüfung wird dann auf den zukünftigen Bedürfnissen potentieller Nutzer*innen, dem dann bereits weiterentwickelten Stand der Technik für vertikales Parken und einer wirtschaftlichen Bewertung basieren, die insbesondere den Einsatz und die Verfügbarkeit öffentlicher Gelder würdigt.
Wir teilen darüber hinaus mit, dass für die Flächen unterhalb der Donnerbergerbrücke heute schon verschiedene Nutzungsansprüche und Nutzungsbedarfe bestehen. Dazu zählen die Freihaltung von Flächen für den Fuß- und Radverkehr, für B+R-Anlagen oder für Freizeitzwecke. Die Landeshauptstadt München strebt eine stadtverträgliche und angemessene Nutzung der Flächen an.
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit damit abgeschlossen ist.