Das Projekt zur Akutversorgung nach sexueller Gewalt, das der Stadtrat im Februar 2022 auf den Weg gebracht hat und über das nun im Gesundheitsausschuss des Stadtrats erneut berichtet wurde, hat die Versorgung von Betroffenen entscheidend verbessert. Sie können sich in sieben Münchner Kliniken medizinisch versorgen lassen und vertraulich Spuren nach einheitlichen Standards sichern. Das ist das Ergebnis eines Maßnahmenpakets, das in Zusammenarbeit mit dem Frauen*notruf München, der Rechtsmedizin der LMU und mehreren Münchner Kliniken geplant und umgesetzt wurde. Unter anderem wurden ein Leitfaden für medizinisches Personal, ein Dokumentationsbogen sowie ein standardisiertes Kit für die Spurensicherung entwickelt und über 100 medizinische Fachkräfte in medizinischen, rechtlichen und psychosozialen Aspekten geschult.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Es ist eine Priorität unserer Stadt, dass Betroffene von sexualisierter Gewalt eine bestmögliche Betreuung erhalten. Das ist nicht nur eine medizinische Notwendigkeit, sondern soll den Betroffenen unseren Beistand und unsere Unterstützung aufzeigen. Das Thema sexuelle Gewalt muss in der Öffentlichkeit verstärkt sichtbar gemacht werden. Nur so kann sie verhindert werden, nur so verlieren Opfer von Übergriffen die Scheu, sich helfen zu lassen“.
Aufgrund der hohen Relevanz wurde das Projekt zur Akutversorgung nach sexueller Gewalt für den MSD Gesundheitspreis 2025, einen der bedeutendsten Preise für innovative Gesundheitsprojekte in Deutschland, nominiert und am 15. Oktober mit einem Sonderpreis ausgezeichnet. Der mit 10.000 Euro dotierte Sonderpreis wurde von der Jury eigens für das Projekt geschaffen.
Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: „In der Laudatio zur Preisverleihung wurde die kreative Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt hervorgehoben – vom Kinospot bis zur mehrsprachigen Information. Auch das ist Ziel unseres Projektes: Wir wollen das Thema sexuelle Gewalt in die Öffentlichkeit bringen und auch dadurch die Betroffenen ermutigen, Hilfe und Unterstützung bei Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen. Die Verleihung des MSD Gesundheitspreises zeigt, dass wir diesem Ziel näher kommen.“
Weitere Informationen: www.muenchen.de/leben/erste-hilfe-nach-vergewaltigung-unterstuetzung-fuer-betroffene und https://www.msd.de/gesundheitspreis-2025 sowie https://frauennotruf-muenchen.de/erste-hilfe-informationen-fuer-betroffene