Die Villa Stuck erscheint in neuem Glanz. In einer 18-monatigen Renovierungsphase wurden die Gebäudetechnik erneuert sowie Fassaden und Bauskulpturen renoviert. Außerdem präsentieren sich die historischen Räume in neuer Ausstattung, mit neuer Hängung und neuen Werken. Am vergangenen Freitag haben Stadträtin Julia Schönfeld-Knor (SPD-Fraktion) in Vertretung des Oberbürgermeisters sowie Kulturreferent Marek Wiechers das Museum wiedereröffnet.
Um weiterhin internationale Standards für den Schutz von Kunstgegenständen zu erfüllen, hat das Baureferat auch die Klimaanlage und die Alarmanlage erneuert sowie die Vorrichtungen für den Brandschutz auf den neuesten Stand der Technik gebracht. Im Hinblick auf den Substanzerhalt des Gebäudes wurden umfangreiche Arbeiten an den Fassaden durchgeführt. Ein neu errichteter Zugang über die Ismaninger Straße macht es möglich, das Museum zukünftig über den erweiterten Künstlergarten barrierefrei zu betreten. Bis in das Frühjahr 2026 erfolgen, im Zuge des zweiten Bauabschnitts, weitere Arbeiten wie die Restaurierung der Gartenskulpturen, die vollständige Neubepflanzung des Künstlergartens, die Neugestaltung des Museumsfoyers, die Inbetriebnahme der Museumsgastronomie und eines neuen Vortragsraums im Untergeschoss.
Die neue Präsentation von ausgewählten Gemälden Franz von Stucks umfasst selten oder nie gezeigte Bilder aus dem Frühwerk des Künstlers wie die Phantastische Jagd (vor 1890) und die Vision des Hl. Hubertus (1890). Das von Franz von Stuck übermalte Barockgemälde Enthauptung des Johannes und das neu in die Sammlung aufgenommene Porträt einer Mainzerin sowie die kunstvoll entworfenen und aufwendig gearbeiteten Rahmen ausgewählter Werke in den Historischen Räumen wurden restauriert und konservatorisch gesichert. Sie geben neue Auskunft über die raffinierte und zuweilen experimentelle Maltechnik Franz von Stucks, der zu den führenden Künstlern des Symbolismus in Deutschland zählt und mit seiner Maltechnik zu den Innovatoren seiner Zeit gehört.
Bei seiner Wiedereröffnung trifft das Künstlerhaus als Gesamtkunstwerk auf zeitgenössische Positionen aus Pop, Performance und Malerei: Die Ausstellung „Utopia. Chicks on Speed & Collaborators“ ist eine Zeitreise des Kunst-Kollektivs, das vor 30 Jahren an der Münchner Kunstakademie gegründet wurde und Kunst, Musik, Performance, Mode und Aktivismus kollaborativ und radikal verbindet. Parallel dazu öffnet „Louise Giovanelli. A Song of Ascents“ einen Blick auf eine Protagonistin der jungen britischen Malerei, in deren leuchtenden Gemälden Bühnenbilder, Glanz und kollektive Rituale zwischen Verheißung und Abgrund oszillieren.
Nach der umfassenden baulichen Erneuerung mit einem Schwerpunkt auf Barrierefreiheit präsentiert das Museum Villa Stuck ein neu konzipiertes Vermittlungsprogramm, das Inklusion und kulturelle Teilhabe als zentrale Anliegen formuliert. Ein neuer inklusiver Museumschor sowie Konzerte runden das interdisziplinäre Programm des Museums ab.
Neu hinzu kommt eine Abendöffnung, jeweils am Mittwoch bis 20 Uhr. Ein besonderes Angebot gibt es an den Sonntagen im Anschluss an die Wiedereröffnung: am 19. und 26. Oktober ist der Eintritt in die Historischen Räume sowie in sämtliche Sonderausstellungen frei.
Nähere Informationen finden sich auf der Homepage des Museums Villa Stuck unter www.villastuck.de.