Das Areal der Lätare-Kirche im Sanierungsgebiet Neuperlach Nord ist ein außergewöhnliches Zukunftsprojekt für den Stadtteil. Kirchliche Nutzungen werden nicht mehr so umfänglich wie bisher benötigt. Um die mit dieser Veränderung einhergehende Chance zu nutzen, entwickelt die Evangelische Kirche gemeinsam mit dem Referat für Stadtplanung und Bauordnung im Rahmen der Stadtsanierung das Kirchenareal zu einem vielseitigen Stadtbaustein, der einen kulturellen und sozialen Mehrwert für das gesamte Quartier bietet.
Um die Potenziale optimal auszuschöpfen und die beste bauliche und freiraumplanerische Lösung für die Entwicklung des kompakten Standortes zu finden, hat der Evangelisch-Lutherische Dekanatsbezirk München, vertreten durch das Kirchengemeindeamt, einen architektonisch-freiraumplanerischen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Am Freitag, 17. Oktober, fand die Preisgerichtssitzung mit folgendem Ergebnis statt:
1. Preis: Steimle Architekten GmbH, Stuttgart, mit lohrer.hochrein landschaftsarchitekten und stadtplaner gmbh, München
2. Preis: CODE UNIQUE Architekten GmbH, Dresden, mit RSP Freiraum Landschaftsarchitektur GmbH, Dresden
3. Preis: Caspar Wichert Architektur ZT GmbH, Linz, mit rajek barosch landschaftsarchitektur, Wien
Unter Erhalt des Denkmalschutzes der Lätare-Kirche und der Freianlagen wird durch Umbau und Umnutzung ein vielfältiges Zentrum geschaffen werden. Dieses Zentrum wird neben der Kirche, die künftig zudem als Veranstaltungsraum genutzt wird, auch Platz für den Christophorus Hospizverein, den GesundheitsTreff Neuperlach, das BildungsLokal Neuperlach, die Diakonie, die Münchner Tafel, eine Heilpädagogische Tagesstätte Neuperlach des Vereins für psychosoziale Initiativen sowie den bestehenden Kindergarten bieten.
Zu den wesentlichen Sanierungszielen zählen die Erhöhung der Aufenthaltsqualität, der Abbau von Barrieren und die Schaffung von Orten der Begegnung und Interaktion zur Stärkung des nachbarschaftlichen Zusammenhalts. Auch die Themen Klimaanpassung und die energetische Sanierung der Gebäude spielen eine bedeutende Rolle.
Stadtbaurätin Professorin Dr. (Univ. Florenz) Elisabeth Merk: „Ich bin sehr erfreut über das richtungsweisende Ergebnis des Wettbewerbs, das maßgeblich zur Weiterentwicklung Neuperlachs beitragen wird. Mein Dank gilt der Evangelischen Kirchengemeinde Lätare und allen Beteiligten für ihr großes Engagement, diesen besonderen Ort gemeinsam neu zu gestalten.“
Die Wettbewerbsbeiträge sind in der Lätare-Kirche, Quiddestraße 15, ausgestellt und können bis 23. Oktober von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Ab 27. Oktober sind die preisgekrönten Arbeiten auch im Schaufenster des Stadtteilladens „Quidde 35 – Raum für Stadterneuerung“ der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung, Quiddestraße 35, zu sehen. Das Wettbewerbsverfahren wurde mit Mitteln aus dem Bund-Länder-Städtebauförderungsprogramm „Wachstum und nachhaltige Entwicklung“ gefördert.