Soll sich die Stadt München um Olympische und Paralympische Sommerspiele bewerben? Über diese Frage entscheiden am kommenden Sonntag, 26. Oktober, rund 1,1 Millionen stimmberechtige Münchner*innen bei einem Bürgerentscheid. Sollte die Landeshauptstadt am Ende den Zuschlag für die Spiele bekommen – was passiert dann mit dem FC Teutonia München, dessen Gelände von den bisherigen Olympia-Plänen tangiert wäre? Diese Frage beschäftigt derzeit die Mitglieder des Klubs und dessen Vorstand.
In einem Schreiben an die Vereinsspitze bekräftigt Oberbürgermeister Dieter Reiter nun, dass die Stadt im Falle einer Ausrichtung der Spiele alles daran setzen werde, dass der Verein auch während Olympia auf seinem angestammten Gelände bleiben könne.
Das Schreiben an den Vorstand des FC Teutonia München hat folgenden Wortlaut:
„Wie Sie wissen, wurde die Landeshauptstadt München vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) im Januar 2025 gebeten, am nationalen Bewerbungsverfahren um Olympische und Paralympische Spiele 2036 oder 2040 teilzunehmen und zum 31.05.2025 ein Bewerbungskonzept abzugeben.
Der Zeithorizont für diese umfangreiche Planung war äußerst knapp bemessen. Gleichzeitig bestand in Konkurrenz zu anderen Bewerbungen (Berlin, Hamburg, Rhein-Ruhr) der Anspruch, nicht vor einer öffentlichen Befassung des Stadtrates am 28.05.2025 Details preiszugeben. Weil jedoch im Konzept eine temporäre Nutzung des südlichen Teils des Olympiaparks aufgeführt ist, die auch die Fläche des FC Teutonia beinhaltet, wurde Ihr Verein gesondert informiert und auch der Sportbeirat hat sich mit der Thematik befasst.
Ich kann verstehen, wenn Sie sich trotzdem um die Zukunft Ihres Vereins sorgen. Diese Sorgen würde ich Ihnen gerne nehmen.
Schließlich ist der FC Teutonia München e.V. ein angestammter Breitensportverein mit einem sehr beachtlichen Jugendanteil. Die Arbeit des Vereins trägt zu vielen Zielen der Landeshauptstadt München bei, darunter die Gesundheitsförderung, die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie die soziale Integration. Im Verein werden (interkulturelle) Offenheit, Toleranz und Vielfalt gelebt. Genau das soll auch die Bewerbung um Olympische Spiele leisten: Vereinen statt Spalten. Die Wertschätzung des Vereinssports kann nicht hoch genug sein. Das gilt ausdrücklich auch für den FC Teutonia.
Daher trägt die Stadt auch mit den diversen Förderungen zur Stabilisierung des Vereins bei. Genauso gilt dies für alle förderberechtigten Sportvereine in München. Soweit sich über diese Förderung hinaus besondere Bedarfe zur Sicherung eines Vereins wegen existenzieller Probleme ergeben haben, hat die Landeshauptstadt München stets mit hohem Aufwand Wege gefunden, um den jeweiligen Verein zu retten.
Deshalb dürfen Sie sicher sein, dass schon im Grundsatz verhindert wird, dass für den FC Teutonia ein Schaden entsteht. Die Entwicklung des Vereins soll nicht gebremst werden.
Bezogen auf das Bewerbungskonzept für Olympische Spiele: Wegen der kurzfristigen Ausrichtung auf den ,One-Village-Ansatz‘ (möglichst viele Sportstätten auf engstem Raum) und weil zunächst die im Bundeseigentum befindlichen Flächen westlich Ihrer Anlage noch großteils ausgeklammert wurden, ist das Vereinsgelände des FC Teutonia in das Konzept einbezogen worden.
Die Stadt wird jedoch alles daran setzen, dass der Trainings- und Spielbe- trieb des Vereins durch die Olympischen Spiele – sofern München überhaupt den Zuschlag bekommen sollte – nicht beeinträchtigt wird und der Verein auch während Olympia auf seinem angestammten Gelände bleiben kann.
Ich hoffe, dass Ihnen und Ihren Mitgliedern diese klaren Aussagen Ihre Sorgen nehmen.
Der FC Teutonia München e.V. ist ein wichtiger Bestandteil der Münchner Sportlandschaft und das wird auch so bleiben.“