Aufklärung, wie es am 27.9.2025 zu einer Überfüllungssituation auf der Wiesn kam und wieso das Sicherheitskonzept nicht funktioniert hat
Antrag Stadtrat-Mitglieder Ulrike Grimm, Hans-Peter Mehling, Manuel Pretzl, Sebastian Schall und Matthias Stadler (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 29.9.2025
Umgehende Einführung einer Echtzeitmessung der Besucherzahlen auf der Wiesn
Antrag Stadtrat Manuel Pretzl (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 1.10.2025
Aufklärung der Überfüllungssituation am mittleren Wiesnsamstag - Teil 2
Anfrage Stadtrats-Mitglieder Dr. Evelyne Menges und Manuel Pretzl (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 15.10.2025
Aufarbeitung des Überfüllungs-Chaos auf dem Oktoberfest
Antrag Stadtrats-Mitglieder Sonja Haider, Dirk Höpner, Nicola Holtmann und Tobias Ruff (Fraktion ÖDP/München-Liste) vom 29.9.2025
Antwort Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft:
Nachdem es in der Vollversammlung des Münchner Stadtrats am 1.10.2025 wegen der kurzfristigen Ereignisse im Zusammenhang mit dem Polizeieinsatz in der Lerchenau keine Gelegenheit gab, zur Überfüllungssituation auf dem Oktoberfest am 27.9.2025 Stellung zu nehmen, komme ich meiner Zusage nach schriftlicher Beantwortung Ihrer o.g. Anfrage vom 29.9.2025, Ihres Antrags vom 29.9.2025 sowie Ihres Antrags vom 1.10.2025 gerne nach. Ebenso wird die neuerliche Anfrage vom 15.10.2025 in diesem Zuge beantwortet.
Zu den aufgeworfenen Fragen möchte ich Ihnen eingangs Folgendes schildern:
Am Samstag, den 27.9.2025 hat sich in einem Teil der Wirtsbudenstraße eine punktuelle Überfüllungssituation ergeben. Innerhalb kürzester Zeit haben sich auf Höhe von Augustiner- und Hackerzelt, Schottenhamel und Bräurosl Menschentrauben gebildet.
Als Sofortmaßnahmen wurden sukzessive die Eingänge zum Festgelände gesperrt und Durchsagen an den Eingängen sowie auf dem Platz verlesen. Aufgrund der Dynamik und der Dringlichkeit wurden die Lautsprecherdurchsagen auf dem Festgelände anfangs (17.48 bis 17.54 Uhr) nicht optimal umgesetzt. Um 17.59 Uhr erfolgte eine angepasste Durchsage.
Auch nach eingehender Analyse mit allen Beteiligten, Sicherheitsbehörden, Ordnungsdiensten und Beschicker*innen konnte die Entstehung der punktuellen Stauung in der Wirtsbudenstraße nicht auf einen einzelnen Grund zurückgeführt werden. Festleitung und Polizei haben sämtliche Videosequenzen der Situation nochmals beleuchtet.
Festgestellt werden kann, dass sich eine besonders hohe Zahl an Gästen auf dem Festplatz aufgehalten hat, die zuvor weder am ersten Wochenende noch an den meisten Tagen in den Vorjahren erreicht wurde. Während des Reservierungswechsels versuchten viele Gäste, über die Haupteingänge in eines der geschlossenen Zelte zu gelangen.
Für Überfüllungsszenarien, insbesondere an besucherstarken Tagen mit einer guten Wetterprognose, besteht ein mehrphasiges Konzept, welches die einzelnen Szenarien differenzierter in Ereignisstufen von 0 bis 3 betrachtet:
- In Phase 0 wird situativ die Öffentlichkeit über eine drohende Überfüllung informiert.
- In Phase 1 wird versucht, durch eine vorübergehende aktive Lenkung der Besucherströme stark belastete Eingänge und Straßen zu entlasten. Lageabhängig werden Zugänge temporär geschlossen, während gleichzeitig ein störungsfreies Abströmen der Gäste, die das Gelände verlassen wollen, gewährleistet wird.
- In Phase 2 werden lageabhängig weitere Zugänge in die temporäre Sperrung einbezogen.
- In Phase 3 wird das Festgelände vorübergehend komplett geschlossen. Die Festwirte werden über die getroffenen Maßnahmen informiert.
Der Koordinierungskreis kann im Einzelfall lageangepasste Abweichungen jederzeit beschließen.
Angesichts der geschilderten sehr kurzfristigen Entwicklung konnte das mehrphasige Konzept am 27.9.2025 nicht mehr zur vollen Umsetzung gebracht werden. Veranstaltungsleitung und Sicherheitsbehörden mussten vielmehr kurzfristige Akutmaßnahmen umsetzen. Diese bestanden in der Schließung des Einganges P2, sodann nach kurzer Zeit in der Schließung sämtlicher Eingänge sowie der Beschallung des Platzes mit einer Lautsprecherdurchsage und dem Entfall von U-Bahn-Halten. Parallel erfolgten kommunikative Maßnahmen außerhalb des Platzes (z.B. Information über Social Media und Infoscreens an den U- und S-Bahnhöfen, Durchsagen der MVG). Rund eine Stunde nach der Sperrung des Geländes konnten alle ergriffenen Maßnahmen wieder aufgehoben werden.
Nach meiner Amtsübernahme im März habe ich an den bestehenden bislang gültigen Strukturen und sicherheitsmäßigen Vorkehrungen nichts verändert. Veranstalter und Sicherheitsbehörden waren und sind sich darin einig, dass das Sicherheitskonzept grundsätzlich tragfähig ist und funktioniert. Der mittlere Wiesn-Samstag hat jedoch gezeigt, dass in der Vergangenheit nicht alle Maßnahmen getroffen worden waren, die ein frühzeitiges Erkennen von punktuellen Gefahrensituationen ermöglichen.
In einem ersten Schritt habe ich deshalb umgehend zusätzliche Maßnahmen umgesetzt, damit es am besucherstarken Feiertag und am letzten Wiesn-Wochenende zu keinen ad hoc-entstehenden Stauungen im Außenbereich mehr kommen konnte. Auch für die kommenden Oktoberfeste werden weitere Maßnahmen umgesetzt:
1. Ich habe kurzfristig veranlasst, dass für die besucherstarken Tage ab Donnerstag, 2.10.2025 ein gezieltes Crowd Spotting zum Einsatz kam, also die gezielte Beobachtung und Analyse der Menschenmenge in den verschiedenen Bereichen des Festgeländes.
2. Mehrsprachige Lautsprecherdurchsagen spielen zur Lenkung der Besucherströme eine Schlüsselrolle. Hierfür habe ich umgehend einen eigens geschulten Sprecher beauftragt, der Zugang zu den verschiedenen Livecams hatte und direkt an die Entscheidungsebene angebunden war. Der Einsatz erfolgte ab Donnerstag, 2.10.2025.
3. Wir müssen das Beobachtungsmanagement im Servicezentrum optimieren. Hierzu müssen Strukturen optimiert und ein gemeinsamer Beobachtungsraum geschaffen werden, der die Zusammenarbeit noch mehr verzahnt.
4. Die intensive Einbindung der Beschicker*innen auf dem Platz muss durchgängig sichergestellt sein. Diese haben eine wichtige Multiplikatorenfunktion. Eine frühzeitige Versorgung mit Informationen, die diese an ihre Gäste und Mitarbeiter*innen weitergeben können, kann auch zu einer verbesserten Sicherheit beitragen. Entsprechende Strukturen habe ich kurzfristig verstärkt – sowohl in der direkten Ansprache als auch parallel über die Sprecher*innen der Verbände. Diesen darf ich an dieser Stelle einen herzlichen Dank für den schnellen und zuverlässigen Informationsfluss, sowohl gegenüber den Beschicker*innen als auch gegenüber der Festleitung, aussprechen.
5. Einführung einer Echtzeitmessung der Besucherzahlen. Bislang können die Besucherzahlen nur im Nachgang aufgrund der Mobilfunkdaten technisch festgestellt werden. Der mittlere Wiesn-Samstag hat gezeigt, dass die Bestimmung durch die Mitglieder des Koordinierungskreises anhand der Lagebilder nicht ausreichend ist. Wir müssen in Echtzeit wissen, wie viele Menschen auf dem Gelände sind und nicht bloß aufgrund von Schätzungen. Dann kann die aktuelle Situation auf dem Gelände auch frühzeitiger nach außen kommuniziert werden.
Die Sofortmaßnahmen wurden an den Folgetagen erfolgreich eingesetzt. Dadurch konnte eine vergleichbare Überfüllungssituation an ähnlich besucherstarken Tagen, wie z.B. dem 3.10., frühzeitig erkannt und aufgelöst werden. Durch die frühzeitige Kommunikation über Social Media und die Besucherlenkung, insbesondere mittels Lautsprecherdurchsagen, konnten punktuelle Ballungen effektiv im Ansatz verhindert werden.
Im Übrigen hatte die Polizei nach dem mittleren Samstag ihre Präsenz verstärkt und die Festleitung hatte über Website und Instagram stärker darauf hingewiesen, dass es am letzten Donnerstag, Freitag und Samstag insbesondere zu Zeiten des Reservierungswechsels ohne Reservierung schwer werden könne, Plätze in den großen Zelten zu ergattern.
Wir arbeiten in allen Bereichen bereits an der Umsetzung von weiteren Maßnahmen für das Oktoberfest 2026. In einer gemeinsamen Arbeitsgruppe mit dem Veranstalter und den Sicherheitsbehörden werden sämtliche Optionen geprüft, analysiert und vorbereitet. Bereits am 8.10.2025 hat ein erster Lenkungskreis getagt.
Um Kenntnisnahme der vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass die Angelegenheit in Bezug auf Antrag Nr. 20-26/A 05960 vom 1.10.2025 (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) und Antrag Nr. 20-26/ A05948 vom 29.9.2025 (Fraktion ÖDP/München-Liste) damit abgeschlossen ist.
Ergänzende Antwort zur Anfrage Nr. 20-26/F 01316 vom 29.9.2025 (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER)
(Vorbemerkungen s.o.)
Die in Ihrer Anfrage Nr. 20-26/F 01316 vom 29.9.2025 konkret gestellten Fragen können wie folgt beantwortet werden:
Frage 1:
Welche Gründe führten zu einer Überfüllung des Festgeländes?
Antwort:
Siehe Vorbemerkungen.
Frage 2:
Wie kam es dazu, dass die Entscheidung für eine Sperrung vergleichsweise spät getroffen wurde? Mit welchen Frühwarnsystemen (z.B. kameragestützte/automatisierte Zählung) arbeiten Sicherheitsbehörden und Festleitung?
Antwort:
Siehe Vorbemerkungen, ergänzend:
Zähl- oder Analysedaten in Echtzeit werden bislang nicht erhoben. Die Feststellung der Besucherdichten erfolgte bisher durch die Festleitung sowie der Sicherheitsbehörden. Hierzu dienten Begehungen des Platzes sowie die Auswertung von Kamerabildern durch die Polizei und Festleitung. Parallel wurden bei der MVG laufend die aktuellen Füllstände der An- und Abtransporte abgefragt. Dadurch haben sich bisher Prognosen ergeben, die sich bei Abgleich mit den Mobilfunkdaten im Nachgang als sehr zuverlässig erwiesen haben.
Frage 3:
Weshalb erfolgten die ersten Durchsagen zunächst nur auf Deutsch, obwohl bekannt war, dass zahlreiche internationale Gäste diese nicht verstehen konnten? Welchen Grund gibt es, dass auf eine englische Durchsage gänzlich verzichtet wurde? Wer hat diese Durchsage mit konkret diesem Inhalt autorisiert?
Antwort:
Siehe Vorbemerkungen, ergänzend:
Die nicht optimale Fassung der ersten Durchsage war der Akutsituation geschuldet.
Frage 4:
Warum wurde der Grund für die Schließung und „Entfluchtung“ der Theresienwiese nicht klar an die Besucherinnen und Besucher kommuniziert?
Antwort:
Die nicht optimale Fassung der ersten Durchsage war der Akutsituation geschuldet. 11 Minuten später wurde eine korrigierte Fassung ausgesandt.
Frage 5:
War der Festleitung bewusst, dass die Art der Kommunikation eine weitere Verschärfung der Lage verursacht?
Antwort:
Siehe Antwort zu Fragen 3 und 4.
Frage 6:
Was konkret sieht das Sicherheitskonzept der Festleitung und der zuständigen Sicherheitsbehörden in derartigen Fällen vor? Laut Wiesn-Chef sei von den Abläufen zunächst abgewichen worden. Warum?
Antwort:
Siehe Vorbemerkungen.
Frage 7:
Weshalb wurden die Gäste auch in den Zelten aufgefordert, die Zelte zu verlassen? Wer hat dies angeordnet?
Antwort:
Lediglich die allgemeine Durchsage war in einzelnen Zelten zu hören. Eine Durchsage mit der Aufforderung zum Verlassen der Zelte erfolgte nicht.
Frage 8:
Gab es Defizite in der Abstimmung zwischen Festleitung, Sicherheitsbehörden und Wirten?
Antwort:
Aufgrund der Akutsituation musste die Priorität zunächst auf alle Maßnahmen zur Auflösung der punktuellen Überfüllungslage gelegt werden. Die Wirte wurden um 17.48 Uhr von der Festleitung informiert. Zusätzlich erfolgte die Information an den erweiterten Arbeitskreis Kommunikation um 17.47 Uhr. Die Mitglieder des Arbeitskreises (inkl. Vertretungen der Beschickergruppen) dienen zusätzlich als Multiplikatoren, die Informationen innerhalb ihrer Gruppen weiterleiten.
Frage 9:
Was brachte die Festleitung dazu, auf der offiziellen Instagram Seite der Stadt München einen Post zu veröffentlichen und nach zahlreichen kritischen Kommentaren den gesamten Post zu löschen?
Antwort:
Der Post zur Sperrung wurde gelöscht, nachdem sich die zeitlich begrenzte Situation aufgelöst hatte und der Post daher nicht mehr relevant war. Dieses sicherheitstechnisch zwingende Vorgehen dient dazu, Verwirrung, ob das Festgelände noch gesperrt sei oder nicht, zu vermeiden und ist Standard bei Veranstaltungen.
Frage 10:
Über die Überfüllung des Festgeländes und die getroffenen Maßnahmen sind die Unternehmen auf dem Oktoberfestgelände erst ca. eine Stunde nach den Durchsagen der Festleitung informiert worden. Wie wird die Kommunikation mit den Festwirten und Beschickern für das laufende Fest und für weitere Veranstaltungen optimiert und sichergestellt?
Antwort:
Vgl. Antwort zu Frage 8, ergänzend:
Es ist richtig, dass die Beschicker*innen am Ereignistag erst ca. eine Stunde nach den Durchsagen von der Festleitung gesondert informiert worden sind. Hier haben wir erfolgreich nachgebessert, wie sich bereits bei den Geschehnissen am 1.10. und den weiteren erforderlichen temporären Sperrungen des Festgeländes beziehungsweise einzelner Eingänge wegen drohender Überfüllung gezeigt hat. Es fand eine intensivere Einbindung statt, die zu positiven Rückmeldungen geführt hat.
Frage 11:
Wie wird der gesamte Vorfall innerhalb der Stadtverwaltung aufgearbeitet und bewertet? Welche Konsequenzen werden daraus abgeleitet?
Antwort:
Mit der Aufarbeitung wurde noch am Abend des 27.9.2025 begonnen. Erste Maßnahmen wurden unmittelbar erfolgreich umgesetzt, siehe Vorbemerkungen. Die Erfahrungen der Wiesn 2025 werden dauerhaft in die Fortentwicklung des Sicherheitskonzept miteinbezogen.
Frage 12:
Wie wird sichergestellt, dass die Interessensvertretungen auf dem Oktoberfest (Große und Kleine Wiesnwirte, Schaustellerverbände und Marktkaufleute) in die Aufarbeitung des Vorfalls eingebunden werden, um in Zukunft besser zu kommunizieren?
Antwort:
Vgl. Antwort zu Frage 8. Die Vorbereitung auf das Oktoberfest 2026 wird strukturiert mit den Beschickergruppen erfolgen.
Ergänzende Antwort zur Anfrage Nr. 20-26/F 01334 vom 15.10.2025 (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER)
(Vorbemerkungen s.o.)
Die in Ihrer Anfrage Nr. 20-26/F 01334 vom 15.10.2025 gestellten Fragen werden im Auftrag des Oberbürgermeisters durch das Referat für Arbeit und Wirtschaft, unter Einbeziehung des Kreisverwaltungsreferates, wie folgt beantwortet:
Frage 1:
Gibt es den von der AZ zitierten internen Lagebericht des KVR oder eine entsprechende interne Einschätzung des Referats zur Überfüllungssituation?
a. Wenn ja, ist es zutreffend, dass diese Einschätzung den öffentlichen Aussagen des RAW widerspricht? Wenn ja, in welchen Punkten?
b. Wenn ja, welche Stelle hat diese Einschätzung zu welchem Zeitpunkt verfasst und wer hatte davon Kenntnis?
c. Wenn ja, wieso wurde der AZ-Artikel tags darauf via RU dementiert?
Antwort:
Das Kreisverwaltungsreferat hat kein derartiges Lagebild erstellt.
Frage 2:
Wenn nein, wie erklären sich das KVR und der Oberbürgermeister die im AZ-Artikel „Stunden hinter der Lage“ zitierten Aussagen? Wie bewerten Sie die zunächst widersprüchlichen Aussagen der Referate, auch hinsichtlich des Vertrauens der Bevölkerung in die Zusammenarbeit der städtischen Behörden in sicherheitsrelevanten Fragen?
Antwort:
Das Kreisverwaltungsreferat wurde vor der Berichterstattung von der Abendzeitung nicht angefragt und hat dementsprechend gegenüber der Abendzeitung auch keine solchen Aussagen getätigt. Ungeachtet dessen gab es keine Widersprüchlichkeiten und es besteht Einigkeit darüber, dass das Sicherheitskonzept grundsätzlich tragfähig ist und funktioniert. Das Kreisverwaltungsreferat und das Referat für Arbeit und Wirtschaft sind sich darüber einig, dass es hierüber keine widersprüchlichen Aussagen gibt.
Frage 3:
Warum erfolgte die Mitteilung des Kreisverwaltungsreferats in eigener Sache in der Rathaus Umschau vom 6.10.2025? Wer hat diese Mitteilung veranlasst?
Antwort:
Das Kreisverwaltungsreferat nahm in der Rathaus Umschau am 6.10.2025 Stellung, um klarzustellen, dass ein in der Berichterstattung der Abendzeitung vom selben Tag erwähntes Lagebild nicht erstellt wurde.
Frage 4:
Entspricht es dem Verständnis des Oberbürgermeisters für das Amt des Wiesn-Chefs, dass es üblich sei, dass der zuständige Referent nicht Teil des Koordinierungskreises ist?
Antwort:
Es gilt das genehmigte Sicherheitskonzept, das vor Beginn der Veranstaltung mit den Sicherheitsbehörden, insbesondere dem Polizeipräsidium München, der Branddirektion und dem Veranstaltungsbüro des Kreisverwaltungsreferates abschließend abgestimmt wurde.
Demnach ist die jeweils diensthabende Veranstaltungsleitung des Referats für Arbeit und Wirtschaft Mitglied des Koordinierungskreises. Hierfür benannt sind in der erforderlichen „Anzeige für öffentliche Vergnügungsveranstaltung auf Privatgrund/in städtischen Grünanlagen/in geschlossenen Räumen“ fachlich spezialisierte Mitarbeiter*innen des Fachbereichs Veranstaltungen und wie in den Jahren zuvor nicht der Referent für Arbeit für Arbeit und Wirtschaft.
Frage 5:
War der Referent für Arbeit und Wirtschaft an besagtem Samstag Teil des Koordinierungskreises und welche Rolle kommt ihm hierbei tatsächlich zu?
Antwort:
Auch wenn ich nicht Mitglied des Koordinierungskreises bin (vgl. Antwort zu Frage 4), entspricht es meinem Verständnis an die Rolle des Wiesnchefs und meinem Bewusstsein für die Gesamtverantwortung, bei Bedarf am Koordinierungskreis teilzunehmen. Deshalb habe ich mich auch am 27.9.2025 nach Einberufung unverzüglich zum Treffen des Koordinierungskreises begeben.
Frage 6:
Wie bewerten der Oberbürgermeister und das KVR die Aussagen des Wiesn-Chefs im SZ-Artikel, dass Sicherheitsstufen übersprungen bzw. abgeändert wurden? Wer trägt dafür aus Sicht des Oberbürgermeisters, des KVR und des RAW die Verantwortung?
Antwort:
Wie bereits eingangs geschildert, konnte angesichts der sehr kurzfristigen Entwicklung das mehrphasige Konzept am 27.9.2025 nicht mehr zur vollen Umsetzung gebracht werden. Veranstaltungsleitung und Sicherheitsbehörden mussten vielmehr kurzfristige Akutmaßnahmen umsetzen.
Frage 7:
Wann und in welcher Form werden die städtischen Untersuchungsergebnisse der Überfüllungssituation vom mittleren Wiesnsamstag dem Stadtrat und der Öffentlichkeit vorgestellt?
Antwort:
Die wesentlichen Ergebnisse zur Analyse wurden bereits am 30.9.2025 im Rahmen einer Pressekonferenz und ergänzender Pressemitteilung des Referats für Arbeit und Wirtschaft sowie im Zuge der Abschlusspressekonferenz öffentlich kommuniziert. Ergänzende Informationen erfolgen im Zuge der öffentlichen Beantwortung der vorliegenden Stadtratsanfragen und -anträge. Darüber hinaus ist das Thema auch Gegenstand des interfraktionellen Arbeitskreises „Oktoberfest“ am 21.10.2025.
Frage 8:
Zu welcher vorläufigen und objektiven Einschätzung kommen die Verantwortlichen nach der Berichterstattung der Referate, was die Überfüllungssituation am mittleren Wiesnsamstag und ihre Ursachen betrifft? Welche Konsequenzen werden daraus gezogen?
Antwort:
Siehe Vorbemerkungen.
Ich hoffe, dass ich Ihre Fragen hiermit vollumfänglich beantworten konnte.