Die Landeshauptstadt München vergibt am Montag, 10. November, den Georg-Elser-Preis an das Netzwerk „Recherche Nord“. Die Veranstaltung findet vor geladenen Gästen statt. Bürgermeister Dominik Krause eröffnet die Preisverleihung und Kulturreferent Marek Wiechers überreicht die Urkunde. Der Musikwissenschaftler Dr. Thorsten Hindrichs hält die Laudatio. Seit mehr als 20 Jahren widmen sich die Mitglieder von „Recherche Nord“ der akribischen und unabhängigen Aufdeckung rechtsextremer Netzwerke. Ihr besonderer Fokus liegt auf der militanten Neo- naziszene. Für ihre Arbeit müssen sich die Recherchierenden persönlich erheblichen Risiken aussetzen.
Der Georg-Elser-Preis wird seit 2013 alle zwei Jahre im November als Preis der Landeshauptstadt München verliehen und ist mit 10.000 Euro dotiert. Mit dem Preis werden das Wirken und Handeln von Menschen mit Zivilcourage, die sich für demokratische Errungenschaften einsetzen, ausgezeichnet. Mit der Verleihung des Georg-Elser-Preises an „Recherche Nord“ würdigt die Landeshauptstadt München eine Arbeit, die den Geist Georg Elsers auf beispielhafte Weise verkörpert: den Mut, frühzeitig Unrecht zu erkennen, nicht zu schweigen und entschlossen dagegen vorzugehen. Die Auszeichnung setzt zugleich ein Zeichen für die Bedeutung unabhängiger Recherche und demokratischer Wachsamkeit als wesentliche Säulen einer offenen Gesellschaft.
Die Jury begründet die Auszeichnung von „Recherche Nord“ wegen der herausragenden Bedeutung ihres Engagements: „Die Arbeit von ,Recherche Nord‘ verdient höchste Anerkennung und Schutz. In einer Zeit, in der der Rechtsextremismus in Deutschland eine Bedrohlichkeit erreicht hat, wie seit der Nachkriegszeit nicht mehr, leisten die Recherchierenden einen mutigen und unverzichtbaren Beitrag zur Aufklärung und Verteidigung unserer Demokratie. ‚Recherche Nord‘ hat unter anderem enge Verbindungen zwischen AfD-Politikerinnen und -Politikern und rechtsextremen Gruppierungen aufgedeckt. Sie dokumentieren regelmäßig Neonazi-Aufmärsche und Rechtsrock-Konzerte, um die dahinterstehenden Netzwerke für die Öffentlichkeit transparent zu machen. Besonders erschütternd sind ihre Recherchen über rechtsextreme Jugendveranstaltungen, die verdeutlichen, wie rechtsextreme Kreise versuchen, den demokratischen Grundkonsens unserer Gesellschaft von innen heraus zu unterwandern. (…) Die Arbeit von ‚Recherche Nord‘ geht mit erheblichen persönlichen Risiken einher. Die Recherchierenden setzen sich massiven Bedrohungen aus – juristisch, körperlich und psychisch. Einschüchterungsklagen, strategische Verfahren und konkrete Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit gehören zu ihrem Alltag. Deswegen arbeiten die Mitglieder des Kollektivs weitestgehend anonym, auch, um von der extrem rechten Szene unerkannt weiterarbeiten zu können.“
Infos zu Preis und Preisträger*innen sind auf https://stadt.muenchen.de/infos/georg-elser-preis.html zusammengestellt.
(Siehe auch unter Terminhinweise)