Seit zehn Jahren ist die Beratungsstelle BEFORE eine unverzichtbare Anlaufstelle für Menschen, die in München von rechter, rassistischer, antisemitischer und gruppenbezogen menschenfeindlicher Gewalt sowie von Diskriminierung betroffen sind. Bei einer Pressekonferenz im Rathaus zogen Bürgermeisterin Verena Dietl und der Geschäftsführende Vorstand von BEFORE e.V., Ehrenbürger Siegfried Benker, Bilanz über ein Jahrzehnt Beratungsarbeit.
„BEFORE steht seit zehn Jahren verlässlich an der Seite der Betroffenen und setzt ihre Rechte durch“, betonte Bürgermeisterin Dietl. „Was Hass nehmen will – Würde, Handlungsfähigkeit und Selbstbestimmung – gibt BEFORE zurück. Diese Arbeit schützt, was München stark macht: unsere Vielfalt.“
Im Jahr 2024 dokumentierte BEFORE 465 Beratungsfälle, ein Anstieg um 21,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Davon verzeichnete BEFORE im Bereich Opferberatung rechte Gewalt 221 Fälle, im Bereich Antidiskriminierung 244 Fälle. Insgesamt suchten 695 Personen Unterstützung bei der Beratungsstelle. Die Beratungsstelle beobachtet, dass der gesellschaftliche Rechtsruck einen Prozess der Enthemmung angestoßen hat. Täterinnen und Täter fühlten sich in ihrem Handeln bestärkt, Diskriminierung und rechte Gewalt würden legitimiert. „Was als politische Debatte beginnt, endet mit Gewalt auf der Straße und im sozialen Umfeld“, warnte Siegfried Benker. „Wenn gesellschaftliche Debatten Ausgrenzung fordern, fühlen sich Menschen ermächtigt, diese Ausgrenzung konkret umzusetzen – auf der Straße, im öffentlichen Nahverkehr und im Wohnumfeld.“ Die Stadt setze sich klar für eine sichere, respektvolle und solidarische Stadtgesellschaft ein, unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder sexueller Identität. Die Einrichtung der Beratungsstelle geht auf einen Beschluss des Stadtrats von 2014 zurück. Unter dem Vorsitz von Alt-Oberbürgermeister Christian Ude gründete sich daraufhin der Verein BEFORE. 2015 nahm die unabhängige Beratungsstelle ihre Arbeit auf. BEFORE berät kostenlos, vertraulich und unabhängig von staatlichen Behörden. Das Angebot reicht von Antidiskriminierungsarbeit bis zur Opferberatung. Es richtet sich sowohl an Betroffene als auch an deren soziales Umfeld und Zeug*innen von Vorfällen. Die Stadt fördert BEFORE jährlich mit rund 480.000 Euro. BEFORE arbeitet eng im Kommunalen Netzwerk München zusammen, insbesondere mit der städtischen Fachstelle für Demokratie. Bürgermeisterin Dietl bedankte sich bei den Mitarbeitenden von BEFORE für ihren Einsatz und bei den Betroffenen für ihr Vertrauen. „BEFORE ist unser Seismograph“, so Bürgermeisterin Dietl. „Die Beratungsstelle macht sichtbar, dass Diskriminierung und Hass auch in München Realität sind. Aber BEFORE zeigt auch: Gegenwehr ist möglich.“ Gemeinsam arbeite München daran, Zusammenhalt, Menschenrechte und Solidarität als gelebte Werte zu sichern und auszubauen. „München ist bunt, weltoffen und solidarisch – und das verteidigen wir aktiv“, so die Bürgermeisterin. Weitere Informationen unter www.before-muenchen.de.
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Siegfried Benker, Geschäftsführender Vorstand BEFORE, Bürgermeisterin Verena Dietl und Mitarbeitende von BEFORE (Foto: LHM)