2025 jährte sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Aus diesem Anlass zeigt die Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums von Freitag, 21. November, bis 17. Dezember, in der Rathausgalerie die Ausstellung „Stadt in Trümmern. Herbert List und die Ruinenfotografie in München“ – eine Auswahl von Fotografien der direkten Nachkriegszeit mit Arbeiten von Herbert List sowie Clemens Bergmann, Dorothea Brockmann, Johann Danböck und Helmut Silchmüller. Zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 20. November, 19 Uhr, sprechen Stadträt*in Mo Lüttig (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt) in Vertretung des Oberbürgermeisters, Dr. Markus Speidel, Direktor des Münchner Stadtmuseums, Dr. Kathrin Schönegg, Leiterin der Sammlung Fotografie, und Nina Oswald, Teamleitung Bildende Kunst, Kulturreferat. Die Reden werden in Deutsche Gebärdensprache übersetzt. Das Herzstück der Ausstellung bildet ein Zyklus von Ruinenbildern, die der 1945 aus dem Exil in Griechenland zurückgekehrte Fotograf Herbert List (1903-1975) auf seinen Streifzügen durch die zerstörte Stadt festhielt. Neben markanten Darstellungen des alten und neuen Rathauses sind prominente Bauten wie das ehemalige Braune Haus, die Glyptothek, die Akademie, der Hofgarten, die Frauenkirche, der Marstall und das Wittelsbacher Palais abgebildet. Zerstörte Plastiken und Skulpturen sind im öffentlichen Raum in Szene gesetzt.
Die Ausstellung stellt Lists Serie erstmals seit 1995 vor. Damals veranstaltete das ehemalige Fotomuseum anlässlich des 50-jährigen Kriegsendes eine monografische Ausstellung von Lists Serie im Stadtmuseum. Die aktuelle Präsentation stellt Lists berührendes Stadtporträt mit weiteren Aufnahmen von Amateur*innen und professionellen, im Auftrag entstandenen Postkarten und Bildberichten gegenüber. Zu den eindrücklichsten Exponaten gehört ein Konvolut von Dias des Turmbeobachters Clemens Bergmann, der im Bombenhagel der Kriegszeit von den Türmen der Frauenkirche die brennende Stadt in situ fotografierte.
Helmut Silchmüller vertrieb Trümmeransichten prägnanter Monumente und Straßenzüge in Form von Postkarten kommerziell, während ein weiteres Set an Dias Wiederaufbau und Alltag Münchens 1947 in Farbe zeigt. Zuletzt thematisieren Amateur-Fotoalben des Kaufmanns Johann Danböck den editorischen Umgang mit gekauften und selbstaufgenommenen Bildern vor und nach der Zerstörung der Stadt.
In der Ausstellung werden keine Originalfotografien gezeigt. Neben reproduzierten Dias sind hochwertige, gerahmte Ausstellungsabzüge im Originalformat zu sehen. Das Stadtmuseum kaufte bereits 1966 ein Konvolut von 125 Abzügen aus der Hand des Fotografen für seine stadthistorische Sammlung an, die heute zusammen mit weiteren Zeichnungen und Gemälden in der Sammlung Grafik/Gemälde von der Zerstörung Münchens im Zweiten Weltkrieg zeugen. Mit 1.200 Abzügen und dem kompletten, aus 80.000 Negativen und dazugehörigen Kontaktbögen bestehenden Archiv, fungiert die Sammlung Fotografie heute als institutionelle Vertretung des Künstlers.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Herbert List Estate in Hamburg und wird von Dr. Kathrin Schönegg, Leiterin der Sammlung Fotografie des Stadtmuseums, kuratiert. Sie bildet zudem den Abschluss des vom Kulturreferat in der Rathausgalerie kuratierten Ausstellungsprogramms für 2025. Danach ist die Rathausgalerie wegen der Sanierungsmaßnahmen im Rathaus für Ausstellungszwecke geschlossen. Der Eintritt zur Ausstellung in der Rathausgalerie und die Teilnahme an den Veranstaltungen sind frei.
Ausführliche Informationen zu den Öffnungszeiten und zum Programm unter www.rathausgalerie-muenchen.de.