Der Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Hark Bohm prägte wie kaum ein anderer den neuen deutschen Autorenfilm der Nachkriegszeit. In Erinnerung an ihn zeigt das Filmmuseum in der „Open Scene“ am Donnerstag, 27. November, 19 Uhr, das Hamburger Vorstadt-Coming-of-Age-Drama „Nordsee ist Mordsee“ (1976), mit der Filmmusik von Udo Lindenberg.
Aufgewachsen war Hark Bohm als Kind in den Kriegsjahren auf der Insel Amrum. Er sollte wie sein Vater Jurist werden. Nach dem ersten Staatsexamen kam ihm aber die Münchner Filmemacher-Bohème der 1968er in die Quere – sein Bruder, der Schauspieler Marquard Bohm, machte ihn bekannt mit den jungen Filmemachern Rainer Werner Fassbinder, Werner Herzog und Volker Schlöndorff. Hark Bohm begann, kleine Rollen zu übernehmen und gründete mit Wim Wenders, Hans W. Geißendörfer und anderen Autorenfilmern 1971 den „Filmverlag der Autoren“, einen Filmverleih, der zur Keimzelle des Neuen Deutschen Films wurde. 1972 drehte Bohm mit „Tschetan, der Indianerjunge“ seinen ersten großen Spielfilm. Weitere Spielfilme und Drehbücher folgten.
Der Eintritt kostet 5 Euro beziehungsweise 3 Euro bei Mitgliedschaft im Förderverein MFZ. Der Kartenvorverkauf ist online oder an der Abendkasse möglich, die 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn öffnet. Es gibt keine Reservierungen. Das Kino des Filmmuseums ist rollstuhlgerecht zugänglich und mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.