Die Vollversammlung des Stadtrats hat heute beschlossen, das Vergabeverfahren für die Konzession zum Bau und Betrieb eines Großmarkts in München aufzuheben sowie für den Großmarkt einen Zukunftsprozess zu starten. In dem Vergabeverfahren war die Frist zur Abgabe eines finalen Angebots letztmalig bis 23. Oktober 2025 verlängert worden. Da bis dahin kein finales Angebot eingegangen war, wurde das Vergabeverfahren per Stadtratsbeschluss aufgehoben.
Die Märkte München entwickeln – unter Federführung von Bürgermeisterin Verena Dietl – für den Großmarkt eine Zukunftsidee und starten hierfür einen Zukunftsprozess. Dabei wird umfassend geprüft und bewertet, welche Rolle die Stadt München hat, wo ein Großmarkt innerhalb oder außerhalb des Stadtgebiets entstehen und wer ihn bauen und betreiben könnte. Das Gelände, die denkmalgeschützten Gebäude, die wirtschaftliche Bedeutung und die Rahmenbedingungen des Betriebs werden berücksichtigt. Die städtischen Referate sowie die Interessengruppen werden am Prozess beteiligt, ein runder Tisch wird installiert. Außerdem wird das Referat für Stadtplanung und Bauordnung in Zusammenarbeit mit dem Kommunalreferat zur Entwicklung der Flächen des Großmarktareals sowie des Vieh- und Schlachthofgeländes gemäß bestehender Beschlusslage die nächsten planerischen Schritte einleiten. Die zahlreichen Anträge und Anfragen aus dem Stadtrat und dem Bezirksausschuss des Stadtbezirkes 6 Sendling bleiben aufgegriffen. Der Stadtrat wird mit den Ergebnissen im Jahr 2026 befasst.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Das Ende des Neubauprojekts bietet die Chance, den Themenkomplex Großmarkt unter den heutigen, geänderten Voraussetzungen neu zu betrachten. Ich bin zuversichtlich, dass wir nächstes Jahr über die Neuausrichtung des Großmarkts und die weitere Entwicklung in Sendling entscheiden werden.“
Edwin Grodeke, Erster Werkleiter der Märkte München: „Beim Zukunftsprozess geht es nicht mehr allein um den Neubau einer Großmarkthalle. Es geht auch um die Fragen, ob die Landeshauptstadt München an einem kommunalen Großmarkt festhält, an welchem Standort der Betrieb realisiert wird und wie die drei Gewerbeareale Großmarkt, Schlachthof und Viehhof künftig genutzt werden. Die vielen Puzzleteile wird die Verwaltung nun intensiv untersuchen und bewerten, damit der Stadtrat fundiert entscheiden kann, wo die Reise hingeht.“