Wie gelingt gute Ganztagsbildung, wenn Kinder künftig einen Rechtsanspruch auf Betreuung bis 16 Uhr haben? Beim Hearing „Zukunft der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und der Münchner Sportvereine“ hatten im Mai rund 150 Expert*innen aus Pädagogik, Sport, Verwaltung und Politik über Wege diskutiert, wie Bildung, Betreuung und Freizeit noch besser zusammenspielen können. Die Ergebnisse des Hearings sowie der Entwicklungsgruppe zur sozialräumlichen Öffnung sind jetzt der Vollversammlung des Stadtrats vorgelegt worden. Sie zeigen: Die enge Zusammenarbeit von Schule, Jugendarbeit und Sport eröffnet neue Chancen für Bildungsgerechtigkeit und Teilhabe.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Ganztag, Jugendarbeit und Sport gehören zusammen. Wenn Kinder nachmittags im Verein trainieren oder im Jugendtreff Neues ausprobieren können, stärkt das ihre Persönlichkeit und ihren Zusammenhalt im Viertel. Wir wollen, dass jedes Kind die Chance bekommt, sich auszuprobieren – unabhängig vom Einkommen oder Wohnort der Eltern. Dafür schaffen wir Strukturen, die Bildung, Freizeit und Engagement miteinander verbinden.“
Stadtschulrat Florian Kraus: „Unser Ziel ist Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für alle Kinder in München. Der Rechtsanspruch auf Ganztag bietet die große Chance, Bildung breiter zu denken – gemeinsam mit Sportvereinen, Jugendeinrichtungen und Familien. Wenn Schule und außerschulische Partner Hand in Hand arbeiten, entsteht ein Lebensraum, in dem jedes Kind gesehen, gefördert und gestärkt wird.“
Die Münchner Sportvereine und Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit bieten bereits heute wertvolle Erfahrungsräume für Kinder. Künftig sollen diese Potenziale noch gezielter genutzt werden – mit neuen Kooperationsformen, besserer Vernetzung und zusätzlichen Angeboten in Ferienzeiten. Kooperationen mit Schulen eröffnen den Sportvereinen die Chance, ihr Angebot gezielt auszuweiten, neue Zielgruppen zu erschließen und ihre Aktivitäten stärker in den schulischen Alltag zu integrieren. Durch eine abgestimmte Zusammenarbeit können die Sportflächen genutzt und die Nutzungszeiten über den regulären Vereinsbetrieb hinaus erweitert werden. Dies stärkt nicht nur die Präsenz der Vereine im Sozialraum, sondern stärkt zugleich Bewegungsförderung, Vereinsbindung und Teilhabe von Kindern und Jugendlichen.