Die Landeshauptstadt setzt erneut ein starkes Zeichen für Vielfalt in der Gesellschaft, Chancengleichheit in der Bildung und Gleichstellung aller Geschlechter. Im Bildungsausschuss des Stadtrats wurde das „Konzept für geschlechtergerechte Pädagogik für junge Menschen im Schulalter“ beraten und dessen Umsetzung in Schulen und der Ganztagsbildung beschlossen.
Im Zentrum des Konzepts stehen neu entwickelte Standards, mit denen die Qualität der geschlechtergerechten Pädagogik in Bildungseinrichtungen verbessert werden kann. Ziel ist, Geschlechterstereotypen entgegenzuwirken und geschlechtsspezifische Ungleichheiten abzubauen. Das Referat für Bildung und Sport hat das Konzept gemeinsam mit dem Sozialreferat, der städtischen Gleichstellungsstelle sowie vielen weiteren städtischen und nicht-städtischen Akteur*innen entwickelt, welche als starke Partner*innen auch für die Umsetzung bereitstehen.
Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit für jeden jungen Menschen herstellen: Das ist übergeordnetes Handlungsziel der Stadt München. Voraussetzung hierfür ist es, die Diversität der Geschlechter anzuerkennen und ihre Gleichstellung auch in der täglichen Praxis der Bildungseinrichtungen zu fördern. Bestehende soziale Ungleichheiten, wie sie etwa in den Begriffen Gender Pay Gap, Digital Gender Gap oder Gender Leadership Gap beschrieben werden, lassen sich nur dann abbauen, wenn die Berufswahl junger Menschen unvoreingenommen von Geschlechterklischees auf Basis individueller Begabungen erfolgt.
Checklisten für geschlechtergerechte Qualitätsstandards
In dem jetzt beschlossenen Konzept werden etliche Handlungsfelder für eine geschlechtergerechte Pädagogik beschrieben, zum Beispiel Organisationsentwicklung, Mitarbeitendenqualifikation, Innen- und Außenraumgestaltung oder Ausstattung der Einrichtungen. Es sensibilisiert die pädagogischen Fach- und Führungskräfte für stereotype Muster und unterstützt sie, das eigene Verhalten, die eigene Sprache und die Bildungsangebote der eigenen Einrichtung zu reflektieren.
Umfangreiche Checklisten erleichtern es den Pädagog*innen, positive Alternativen zu der bisherigen Praxis für alle Ebenen der Bildungsarbeit zu finden. Den Einrichtungsleitungen kommt eine zentrale Bedeutung zu. Ihre Haltung bestimmt, wie stringent die geschlechtergerechte Pädagogik in der Einrichtung umgesetzt wird.
Ergänzend zu den pädagogischen Ausführungen im Hauptteil werden ausführliche Sammlungen zur Verfügung gestellt. Diese beinhalten Listen von Qualifizierungsmaßnahmen und -angeboten, Strukturen, Unterstützungssysteme und Vernetzungsmöglichkeiten in München sowie Initiativen, Materialien, Praxishilfen und Literatur.
Bürgermeister Dominik Krause: „Eine vielfältige, offene Gesellschaft beginnt mit gleichen Chancen – für alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Hintergrund. Mit dem vorliegenden Konzept für geschlechtergerechte Pädagogik schaffen wir einen wichtigen Baustein, um diese Ziele an unseren Schulen, Kitas und Ganztagseinrichtungen wirksam zu verankern.“
Stadtschulrat Florian Kraus: „Mit dem Konzept der geschlechtergerechten Pädagogik ist uns ein großer Wurf gelungen. Einerseits befähigt es das pädagogische Personal mit konkreten Handreichungen, noch inklusiver und vorurteilsbewusster zu arbeiten. Andererseits bietet es eine kompakte Einführung in die juristischen Grundlagen und erschließt auch Laien den Diskurs von Gleichstellung, Antidiskriminierung und Geschlechtervielfalt.“