München macht ernst mit dem Ziel, Ressourcen zu schonen und Abfall zu vermeiden. Seit Mitte 2023 setzt die Stadt etwa 25 Maßnahmen mit rund 60 Unterprojekten um, um Abfallmengen in München zu verringern. Der nun im Kommunalausschuss des Stadtrats vorgestellte Zero Waste Report zeigt, wie breit der Ansatz ist und wie viele Bereiche des städtischen Lebens er bereits erreicht.
Edwin Grodeke, Leiter des Kommunalreferats: „Zero Waste gelingt nur, wenn alle mitmachen können. Deshalb schaffen wir Angebote, die den Münchner*innen den Alltag erleichtern und gleichzeitig einen Beitrag zur Abfallvermeidung leisten. Jede einzelne Maßnahme zahlt auf unser gemeinsames Ziel ein.“
Angebote für Bürgerinnen und Bürger
Für die Münchner Bürgerinnen und Bürger gibt es bereits neue Möglichkeiten, gut Erhaltenes weiterzugeben oder Gebrauchtes zu erwerben. Der Popup Store des Gebrauchtwarenkaufhauses Halle 2 und das Halle 2 Mobil sind dafür erste Anlaufstellen. Der Stoffwindelzuschuss unterstützt seit Ende 2024 Familien bei der Nutzung wiederverwendbarer Windelsysteme. Rund 200 Anträge wurden bereits bewilligt.
Durch den Pilotversuch Gelbe Systeme wurde zudem der Weg für die Einführung der Gelben Tonne in München bereitet.
Für gemeinnützige Initiativen wurde ein Fördertopf eingerichtet, aus dem Projekte zur Abfallvermeidung finanziell unterstützt werden. Um gegen Lebensmittelverschwendung vorzugehen, wurden bisher vier Nachbarschaftstreffs mit Fairteiler-Kühlschränken ausgestattet, um überschüssige Lebensmittel unkompliziert weitergeben zu können.
Unterstützung für Unternehmen
Mit dem Zero Waste Innovation Hub gibt es erstmals ein praxisorientiertes städtisches Angebot speziell zur Förderung der Kreislaufwirtschaft in Unternehmen. Das Angebot umfasst individuell geförderte Innovationsprojekte, bei denen Unternehmen Beratungsleistung für Projekte im Bereich Abfallvermeidung, Ressourcenschutz und Zirkularität erhalten. Zudem werden in Fach-Workshops und größeren Netzwerkveranstaltungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten gezielt die Unternehmen mit technologieorientierten Startups vernetzt. Der Zugang zu Innovationen wird durch die Ansiedlung des Hubs im Innovations- und Gründungszentrum Munich Urban Colab und dessen Innovationsökosystem sichergestellt. Beispielsweise unterstützt der Zero Waste Innovation Hub ein in München gestartetes Pilotprojekt zur Rücknahme von Kosmetikverpackungen im Handel. Eine eingerichtete Circular Economy Beratungsstelle unterstützt Unternehmen individuell auf dem Weg zu mehr Ressourcenschutz. Hierbei werden Unternehmen etwa durch Schulungen dabei unterstützt, Kreisläufe zu schließen oder es werden industrielle Symbiosen des produzierenden Gewerbes zur Weitergabe von Reststoffen initiiert.
Zero Waste im Baubereich
Auch im Baubereich geht die Stadt neue Wege. In einem Reallabor wird an einem Schulgebäude durch das Baureferat erprobt, wie sich Bauteile beim Rückbau unbeschädigt ausbauen und später wiederverwenden lassen. Die Erkenntnisse sollen in weitere stadteigene Bauvorhaben einfließen und so praktische Lösungen und konkrete Ansätze zur Vermeidung von Abfall durch Abbruch liefern.
Bildung und Schulen
Um junge Menschen für Ressourcenschutz zu sensibilisieren, wurden mehrere Schulwettbewerbe, sogenannte Waste Races, unterstützt. Hier sammelten Schüler*innen Alttextilien oder Elektroschrott und setzten sich so mit den Themen Konsum, Wiederverwendung, Reparatur und Recycling auseinander. Auch wurde das Angebot des Müllmobils erweitert.
Ressourcenschonende Stadtverwaltung
Um dem Ziel einer abfallfreien Stadtverwaltung näherzukommen, wurde eine stadtinterne Kampagne gestartet. Ein Runder Tisch bringt Vertreter*innen aller Referate zusammen, um Lösungen zur Vermeidung von Abfällen und zur nachhaltigen Beschaffung zu entwickeln.
Das Zero Waste Konzept der Stadt München wird von der im Kommunalreferat angesiedelten Zero Waste Fachstelle koordiniert und umgesetzt. Hier arbeiten Mitarbeiter*innen aus dem Kommunalreferat, dem Referat für Klima und Umweltschutz, dem Referat für Arbeit und Wirtschaft, dem Baureferat, dem Kreisverwaltungsreferat und dem Abfallwirtschaftsbetrieb München eng zusammen. Auch das Referat für Bildung und Sport und das Direktorium tragen wesentlich zur Umsetzung von Maßnahmen aus dem Zero Waste Konzept bei.
Weitere Infos dazu, zum Zero Waste Konzept und dem Zero Waste Report unter https://stadt.muenchen.de/infos/zero-waste-fachstelle.html.