Bürgermeisterin Verena Dietl und der Leiter des Amts für Wohnen und Migration, Gerhard Mayer, haben jetzt zusammen mit dem Evangelischen Hilfswerk der Diakonie München und Oberbayern als Träger die Schlüssel für das Wohnprojekt „Lebensplätze am Loferfeld“ in Lochhausen entgegengenommen. Das Objekt wurde durch das private
Investment der Residia Gruppe errichtet. Die Lebensplätze richten sich an alleinstehende, wohnungslose Frauen ab etwa 50 Jahren. Sie erhalten für ihr allein bewohntes Appartement einen regulären Mietvertrag und können dort lebenslang wohnen. Gleichzeitig werden dringend benötigte Plätze im Münchner Notunterbringungssystem wieder frei.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Für ältere Frauen, die lange ohne eigene Wohnung leben mussten, ist der Weg zurück in ein stabiles Zuhause besonders schwer. Mit den zwei bestehenden Wohnprojekten Lebensplätze geben wir ihnen genau diese Chance. Jetzt entstehen in Lochhausen 33 weitere Wohnungen, in denen sie bleiben können. Das ist gut für die Frauen und entlastet zugleich unsere Hilfe- und Schutzeinrichtungen. Ich freue mich sehr, dass wir ihnen so ein sicheres Zuhause bieten können.“
Bereits seit 2011 wurde die erste niedrigschwellige Wohnform „Lebensplätze für Frauen“ im Wohnprojekt am Lieberweg 22 sehr erfolgreich umgesetzt. Ein zweites Projekt dieser Wohnform wurde 2024 in der Westendstraße eröffnet. Mit den Lebensplätzen in Lochhausen stehen nun stadtweit insgesamt 91 Wohneinheiten zur Verfügung.
Das Gebäude in Lochhausen ist eigens für das Wohnprojekt Lebensplätze ausgerichtet. Errichtet wurde es von der Residia Projekt GmbH, die auch als Vermieterin fungiert. Es besteht aus 33 Apartments sowie weiteren funktionellen Räumlichkeiten wie Pforte, Büroräume, Arztzimmer, Pflege- bad und einer Hausmeisterwerkstätte. Den Betrieb übernimmt das Evangelische Hilfswerk unter dem Dach der Diakonie München und Oberbayern. Der Betrieb wird vom Sozialreferat finanziert.
Eröffnung der „Lebensplätze“ in Lochhausen mit (v.l.) Bürgermeisterin Verena Dietl, Werner Mürz, Geschäftsführer und Gründer der RESIDIA Gruppe, Melanie Dilg, Einrichtungsleiterin Lebensplätze für Frauen, sowie Andrea Betz, Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern.(Foto: Diakonie München und Oberbayern/Matthias Balk)
Andrea Betz, Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern: „Die Lebensplätze ermöglichen eigenständiges und dauerhaftes Wohnen für ältere wohnungslose Frauen. Wohnungslosigkeit bei Frauen ist oft verdeckt und – im Vergleich zu Männern – weniger sichtbar. Sie ist zudem mit besonderen Herausforderungen verbunden. Eine erhöhte Gefahr von Gewalt, Ausbeutung durch missbräuchliche Beziehungen oder psychische Traumata belasten viele Frauen. In den Lebensplätzen können sie ein sicheres Zuhause finden.“
Mit den Lebensplätzen wird den Bewohnerinnen ein selbstständiges und würdiges Leben im Alter ermöglicht. Für diese Frauen, die häufig unter spezifischen Problemlagen und Schwierigkeiten leiden und spezielle Betreuung benötigen, ist es oft aussichtslos, auf dem Münchner Wohnungsmarkt, auch auf dem Sozialwohnungsmarkt, eine eigene Wohnung anzumieten. Das Konzept der Lebensplätze ist deshalb sehr niederschwellig angelegt. Alle Beratungs- und Hilfeangebote sind freiwillig. Mit der Wohnform Lebensplätze nimmt München bundesweit eine Vorreiterrolle ein.