Zum Gedenken an die Familie von Arthur Schönberg, die Opfer des Nationalsozialismus wurde, setzt die Stadt München am Mittwoch, 5. März, Erinnerungszeichen an deren ehemaligem Wohnort in Schwabing-West. Die Gedenkveranstaltung findet um 15 Uhr im Deutschen Museum, Museumsinsel 1, statt. Arthur Schönberg war der erste Mitarbeiter Oskar von Millers und Mitbegründer des Deutschen Museums. Der Ingenieur war auch an der Entwicklung des Walchenseekraftwerks beteiligt. Im Nationalsozialismus wurde die jüdische Familie entrechtet und verfolgt. Neben Arthur Schönberg wird auch seiner Ehefrau Evelyne, seiner Tochter Lotte Ernst und seines Schwiegersohns Rudolf Ernst gedacht.
Die Veranstaltung wird von Professor Dr. Wolfgang M. Heckl, Generaldirektor des Deutschen Museums, eröffnet. Weitere Redner sind Ehrenbürgerin Dr. h.c. mult. Charlotte Knobloch, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Stadträtin Nimet Gökmenoğlu (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste) in Vertretung des Oberbürgermeisters sowie Carole Ernst-Schönberg, Angehörige der Familie. Im Anschluss werden die Erinnerungszeichen in der Hiltenspergerstraße 43 angebracht. Arthur Schönberg wurde 1874 in Wien geboren und studierte Maschinenbau und Elektrizitätslehre. 1900 heiratete er Evelyne Bach und wurde 1903 der erste Mitarbeiter Oskar von Millers. Die Familie lebte seit 1933 in der Hiltenspergerstraße 43. 1934 musste Arthur Schönberg seine Arbeit aufgeben und wurde aus dem Deutschen Museum ausgeschlossen. 1942 deportierte die Gestapo das Ehepaar ins Ghetto Theresienstadt, wo sie beide verstarben.
Schönbergs Tochter Lotte, geboren 1903, war Kunstgewerblerin und Kostümbildnerin. Sie heiratete den Kunstmaler Rudolf Ernst, der 1941 in Zagreb Suizid beging. Lotte wurde 1942 verhaftet und wahrscheinlich im KZ Jasenovac ermordet. Ihr Sohn Michael wurde nach Kriegsende von seiner Tante Else Schönberg nach Frankreich geholt und adoptiert.
Über die Erinnerungszeichen
Erinnerungszeichen werden seit 2018 an Orten angebracht, an denen Menschen lebten, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden. Die Erinnerungszeichen bestehen aus gebürstetem Edelstahl und sind vergoldet. Es gibt sie als Wandtafeln an der Fassade und als Stelen auf öffentlichem Grund. Sie enthalten die wichtigsten Lebensdaten, Angaben zum Schicksal und – falls vorhanden – ein Bild. Weitere Informationen unter www.erinnerungszeichen.de und www.map.erinnerungszeichen.de. (Siehe auch unter Terminhinweise)