Die meisten Menschen infizieren sich während ihres Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV). Diese Viren werden überwiegend durch Kontakt mit infizierter Haut oder Schleimhaut, insbesondere im Rahmen sexueller Kontakte übertragen. In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 6.000 Frauen und 1.500 Männer an durch HPV verursachten Krebs. Den größten Anteil daran mit etwa 4.600 Erkrankungen hat der Gebärmutterhalskrebs, gefolgt von bösartigen Tumoren am After, am Penis, im Mund- und Rachenraum. Pro Jahr versterben in Deutschland etwa 1.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs.
Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: „Gegen eine durch HPV verursachte Krebserkrankung steht ein sehr wirksamer Schutz zur Verfügung: die rechtzeitige Impfung. Diese sollte möglichst vor dem ersten Sexualkontakt erfolgen, denn eine Ansteckung ist auch beim ‚ersten Mal‘ möglich und die Impfung ist umso wirksamer, je früher sie gegeben wird.“ Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis zum vollendeten 17. Lebensjahr die Impfung gegen HPV. Im Alter von 9 bis 14 Jahren wird ein 2-Dosen-Impfschema, ab dem Alter von 15 Jahren wird ein 3-Dosen-Impfschema empfohlen. Falls noch nicht erfolgt, ist die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) beim Kinder- und Jugendarzt eine gute Möglichkeit, mit der Impfung zu beginnen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung bis zum vollendeten 17. Lebensjahr, teilweise jedoch auch darüber hinaus. Hier lohnt es sich im Zweifel bei der Krankenkasse nachzufragen. Informationen zur Impfung finden Interessierte unter www.impfen-info.de.
Impfungen können in der Kinder- oder Hausarztpraxis durchgeführt werden. Zudem bietet die Impfstelle des Gesundheitsreferats Nachholimpfungen ab dem 15. Lebensjahr bis zum vollendeten 17. Lebensjahr an. Eine Terminvereinbarung kann telefonisch unter 233-66912 (Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr und zusätzlich Montag bis Donnerstag von 13 bis 15 Uhr) erfolgen.
Das Gesundheitsreferat berät zudem über seine Impfberatungsstelle in der Schwanthalerstraße 69 zu allen Fragen rund um das Thema Impfungen. Die Beratungsstelle ist montags bis freitags von 11 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 233-66907 zu erreichen. Weitere Informationen sind unter www.muenchen.de/impfen zu finden.