„Liaisons dangereuses“ lautet das Motto, unter dem die neue Staffel der Reihe „Film und Psychoanalyse“ im Filmmuseum steht. In insgesamt vier Spielfilmen analysiert die Filmgruppe der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie gemeinsam mit dem Publikum gefährliche Verbindungen, Ränke und Intrigen sowie Motive von List, Lust, Verführung und Rache. Den Anfang macht am Sonntag, 9. März, 18 Uhr, der Film Noir „The Lady from Shanghai“ (1947) von und mit Orson Welles, in dem die Femme fatale von Rita Hayworth verkörpert wird. Gezeigt wird eine 35mm-Kopie in der englischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln. Der vagabundierende Seefahrer Michael folgt trotz Vorahnungen dem Liebeslockruf der mit einem Strafverteidiger verheirateten Sirene Elsa. Er gerät in ein undurchschaubares Geflecht von Komplotten, das für alle Beteiligten fatal wird. Die Verwirrung des Protagonisten – wer verfolgt welche Absicht, wem ist zu trauen, wer führt Böses im Schilde? – befällt gleichermaßen die Zuschauer und drückt sich filmisch in Erzählbrüchen, überraschenden expressionistischen Kameraeinstellungen und dem berühmten Showdown in einem Spiegelkabinett aus, in dem nicht zu erkennen ist, wer real oder im Spiegelbild vor einem steht. Dieses Mystery Movie fasziniert durch einen ökonomischen Erzählstil, die Anziehungskraft der „Sexgöttin“ Rita Hayworth und die Düsternis der Bilder – es entsteht ein Sog, über den zu spüren ist, welchen Trieben sich die Protagonisten nicht entziehen können.
Einführung von Salek Kutschinksi, Mathias Lohmer und Corinna Wernz.
Weitere Termine der Reihe:
- Sonntag, 13. April: „Dangerous Liaisons“ (1988) von Stephen Frears
- Sonntag 1. Juni: „Who’s Afraid of Virginia Woolf?“ (1966) von Mike Nichols
- Sonntag, 6. Juli: „Love Lies Bleeding“ (2024) von Rose Glass Der Eintritt kostet 5 Euro beziehungsweise 3 Euro bei Mitgliedschaft im Förderverein MFZ. Aufschlag bei Überlänge. Kartenvorverkauf ist sieben Tage im Voraus online oder an der Abendkasse möglich, die 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn öffnet. Es gibt keine Reservierungen. Das Kino des Filmmuseums ist rollstuhlgerecht zugänglich und mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.