In der nächsten Ausgabe der Reihe „Open Scene“ am Donnerstag, 20. März, 19 Uhr, zeigt das Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, den neu restaurierten Dokumentarfilm „Das falsche Wort“ von Katrin Seybold und Melanie Spitta über die Verfolgung und Ermordung der Sinti in der NS-Zeit und den Umgang mit dieser Vergangenheit im Nachkriegs-Deutschland. Nach der Vorführung findet ein Gespräch mit Carmen Spitta, der Tochter der Filmemacherin Melanie Spitta, statt. Das Filmmuseum München hat den Film in Zusammenarbeit mit Carmen Spitta digital restaurieren lassen.
Der Film erzählt zum ersten Mal zusammenhängend aus der Sicht der Betroffenen die Verfolgung deutscher Sinti in der Nazi-Zeit. Wichtigster Bestandteil der Beweisführung sind die Dokumente der totalen Erfassung und Registrierung, unveröffentlichte Polizeiakten, Fotos und Arbeitsmaterial der Rasseforscher. Die im Film gezeigten Dokumente wurden der Öffentlichkeit vorenthalten, einer der Gründe, weshalb Täter ungehindert als Sachverständige auftreten und in Entschädigungsverfahren ihre Behauptung aufrecht halten konnten, Sinti wären kriminell und deswegen in Konzentrationslagerhaft genommen worden. Die Gerichte glaubten den Tätern und nicht den Opfern.
Der Eintritt kostet 5 Euro beziehungsweise 3 Euro bei Mitgliedschaft im Förderverein MFZ. Der Kartenvorverkauf ist online oder an der Abendkasse möglich, die 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn öffnet. Es gibt keine Reservierungen. Das Kino des Filmmuseums ist rollstuhlgerecht zugänglich und mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.