Isarbalkone – jetzt ein Pilotprojekt umsetzen
Antrag Stadtrats-Mitglieder Andreas Babor, Dr. Evelyne Menges und Manuel Pretzl (Stadtratsfraktion der CSU mit FREIE WÄHLER) vom 9.9.2024
Antwort Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer:
In Ihrem Antrag vom 9.9.2024 fordern Sie die Stadtverwaltung auf, „am Isarkanal des Zusammenflusses zur Großen Isar entlang der Widenmayerstraße“, also auf Höhe der Schwindinsel am Zusammenfluss von Großer und Kleiner Isar, einen Isarbalkon zu errichten.
Ihr Einverständnis vorausgesetzt, erlauben wir uns, Ihren Antrag mit Schreiben zu beantworten und teilen Ihnen Folgendes mit:
In der Sitzungsvorlage Nr. 14-20/V 02161 „Stadt und Fluss – Rahmenplanung innerstädtischer Isarraum” stellte das Referat für Stadtplanung und Bauordnung 2015 dem Stadtrat Ideen und Konzepte für eine weitere Entwicklung des Isarraumes vor (Beschluss der Vollversammlung des Stadtrates vom 21.10.2015). Voraussetzung für detailliertere Planungen sind die Klärung vieler weiterer Interessen und Ansprüche an diesen multifunktionalen Raum.
Neben Denkmalschutz, Naturschutz und Hochwasserschutz sind zunächst die verkehrlichen Voraussetzungen zu prüfen und die Räume herauszuarbeiten, die für eine Entwicklung zur Verfügung stehen. 2019 wurden durch das damals zuständige Referat für Stadtplanung und Bauordnung im Rahmen der Beschlussvorlagen „Stadt und Fluss – Rahmenplanung innerstädtischer Isarraum, Sachstand und weiteres Vorgehen“ (Sitzungsvorlage Nr. 14-20/13421) und „Stadt und Fluss – Rahmenplanung innerstädtischer Isarraum, Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung“ (Sitzungsvorlage Nr. 14-20/V 13255), die Ergebnisse der verkehrlichen Untersuchung in den Stadtrat eingebracht und durch den Stadtrat weitere Untersuchungen beauftragt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind für die weitere Bearbeitung des Isarraums von Bedeutung, da insbesondere durch die verkehrlichen Betrachtungen die zur Verfügung stehenden Räume festgelegt werden.
Eine Vielzahl der bestehenden denkmalgeschützten Anlagen sind bereits heute vorhandene Balkone und Aussichtsorte. So finden sich beispielsweise zwischen Max-Joseph-Brücke und Ludwigsbrücke beidseitig des Flussufers insgesamt sieben historische Brüstungselemente aus Stampfbeton, die auf den Kaimauern errichtet wurden und die sich als Balkon eignen.
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Schon heute kann eine Vielzahl dieser Elemente als Aussichtspunkt auf die Isar und zum Verweilen genutzt werden (Beispiel siehe Foto).
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Im Zuge des im Jahr 2015 vorgestellten Rahmenplanes zur Innerstädtischen Isar wurden 2016/2017 bereits zusätzliche Sitzmöglichkeiten erstellt. Der Rahmenplan sieht auch die Herstellung von Sichtachsen/-beziehungen vor. Die Herstellung dieser Sichtachsen/-beziehungen werden seither im Rahmen des Grünflächenunterhalts in einer umweltverträglichen Form Schritt für Schritt umgesetzt. Unter Beachtung des Naturschutzes und der Baumschutzverordnung werden Gehölzschnittmaßnahmen regelmäßig sensibel durchgeführt.
Mit Beschluss der Vollversammlung des Stadtrats vom 20.12.2023 wurden dem Baureferat zudem zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch neues, attraktives Mobiliar an der Isar, zwischen Maximiliansbrücke und Reichenbachbrücke auf der westlichen Isarseite, Sachmittel in Höhe von 200.000 Euro jährlich bereitgestellt (siehe hierzu Sitzungsvorlage 20-26/V 11636: https://risi.muenchen.de/risi/sitzungsvorlage/detail/8083883). Die Realisierung entsprechender Sitzmöbel erfolgt dieses Jahr in einem ersten Abschnitt im Bereich zwischen Kabelsteg und Praterwehrbrücke entlang der Promenade am westlichen Isarufer.
Damit bestehen bereits heute vielfältige Möglichkeiten, den Isarraum zu nutzen.
Eine Realisierung von Isarbalkonen bedeutet vielfältige Eingriffe in die Uferbefestigungen. Die Herstellung von Balkonen auf den heutigen Ufermauern ohne die vorherige Sanierung der Uferbefestigung ist aus statischen Gründen nicht möglich. Im Zuge der Sanierung der Ufermauern werden jedoch Schritt für Schritt Ideen aus der Rahmenplanung Isar mit umgesetzt. Dazu gehört auch die weitere Aufwertung der vorhandenen Orte und Balkone. Auch entlang der Promenade im Bereich der Widenmayerstraße und am Isarbalkon auf Höhe der Liebigstraße sind Sitzbänke vorhanden (siehe Foto „Terrasse an der Widenmayerstraße“). Im Zuge der Sanierung der Ufermauern wird auch in diesem Abschnitt überprüft, ob unter den vorhandenen Rahmenbedingungen ein weiterer Ausbau der Isarbalkone möglich ist. Die vom Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München, Facharbeitskreis Mobilität, mit Schreiben vom 11.11.2024 an das Referat für Stadtplanung und Stadtordnung gewünschte barrierefreie Zugänglichkeit und Gestaltung der Isarbalkone wird in den Planungen berücksichtigt.
Der Behindertenbeirat hat dieses Antwortschreiben mitgezeichnet.
Um Kenntnisnahme von den vorstehenden Ausführungen wird gebeten. Wir gehen davon aus, dass der Antrag damit abschließend behandelt ist.