Die Stiftung „Münchner Bürger:innenpreis für Demokratie – gegen Vergessen“ lobt in diesem Jahr wieder ihren mit 5.000 Euro dotierten Preis für besonderes gesellschaftliches und politisches Engagement aus. Jetzt wurden die Preisträger*innen bekanntgegeben.
Der diesjährige „Münchner Bürger:innenpreis“ geht an die Staatliche Fachoberschule Germering mit ihrem Podcast-Projekt „12 Folgen, 12 Schüler, 12 Geschichten gegen Hass, Gewalt und Ausgrenzung“. Den Ehrenpreis der Jury erhält der Leiter des Jewish Chamber Orchestra Daniel Grossmann. Die Preisverleihung findet am 14. Mai im NS-Dokumentationszentrum statt.
In „12 Folgen, 12 Schüler“ haben sich Schüler*innen verschiedener Ausbildungsrichtungen der Fachoberschule Germering auf die Suche nach dem Ursprung und dem Fortleben antisemitischer Stereotype und Vorurteile begeben. In zwölf beeindruckenden Podcast-Folgen spannen sie einen Bogen vom Ritualmordvorwurf im Mittelalter über die nationalsozialistische Ausgrenzungs- und Verfolgungspolitik bis hin zu aktuellen Erscheinungsformen des Antisemitismus. Die Folgen eröffnen jungen Menschen über ein digitales Medium eigene Zugänge für eine Auseinandersetzung mit der Geschichte. Das Projekt zielt darauf ab, die Inhalte über den schulischen Kontext hinaus öffentlich zu verbreiten und einen nachhaltigen Beitrag zur Antisemitismusprävention zu leisten.
Daniel Grossmann ist ein herausragender Botschafter jüdischen Lebens und jüdischer Musikkultur und wirkt seit Jahrzehnten als Kulturvermittler für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens in der Öffentlichkeit. In all seinem Wirken beschäftigt ihn die Frage, wie jüdische Kultur ihren Platz im gesellschaftlichen Bewusstsein einnehmen und wie er mit dem Jewish Chamber Orchestra Munich zum interkulturellen Dialog beitragen kann. Mit Daniel Grossmann ehrt die Stiftung einen Münchner Bürger, der seit vielen Jahren und weit über seine Heimatstadt hinaus zu einer unverzichtbaren Stimme jüdischer Kultur geworden ist.
Die von der Münchner Ehrenbürgerin und engagierten Politikerin Professorin Dr. Hildegard Hamm-Brücher begründete Stiftung „Münchner Bürger:innenpreis für Demokratie – gegen Vergessen“ wurde im Jahr 2010 ins Leben gerufen. Sie wird verwaltet und vertreten vom NS-Dokumentationszentrum.
Weitere Informationen zur Stiftung und dem Preis unter stadt.muenchen.de/infos/muenchner-buergerpreis.