Anlässlich des Europäischen Protesttags machen zahlreiche Behindertenverbände auf die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen aufmerksam. Der Protesttag am 5. Mai wurde 1992 von der „Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland“ ins Leben gerufen. Das Gesundheitsreferat setzt sich für die Umsetzung des Artikels 25 der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) zum Thema Gesundheit ein.
Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: „Menschen mit Behinderungen in München sollen eine Gesundheitsversorgung mit derselben Bandbreite und Qualität erhalten können, wie sie Menschen ohne Behinderung nutzen. Das sieht auch das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen vor. Diese Rechte hat Deutschland im Jahr 2009 anerkannt.“
Verschiedene Angebote des Gesundheitsreferats erleichtern die Teilhabe für Menschen mit Behinderungen – ein Überblick:
- Das Team „Schulgesundheit“ im Gesundheitsreferat hat für die verbesserte Teilhabe von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen die Maßnahme „Schuleingangsuntersuchung barrierefrei gestalten“ umgesetzt. Ziel dieser Maßnahme ist es, die gesetzlich vorgeschriebene Gesundheitsuntersuchung zur Einschulung für Kinder mit körperlicher, geistiger oder Sinnesbehinderung sowie Kinder mit seelischer Behinderung barrierefrei zu gestalten und dadurch den Zugang für Kinder mit Behinderungen zu der Untersuchung zu erleichtern und ihnen und ihren Eltern eine gleichberechtigte Möglichkeit der Information, Untersuchung, Beratung und Unterstützung zu geben. Das standardisierte Screening durch eine Gesundheits- und Kinderkrankenpflegekraft und die kinder- und jugendärztliche Untersuchung gehen dabei spezifischer als bisher auf die besonderen Bedürfnisse und Problemlagen der Kinder mit chronischen Erkrankungen und Behinderungen ein.
- In Zusammenarbeit mit dem IT-Referat informiert das Gesundheitsreferat über verschiedene Gesundheitsangebote im Internet zusätzlich in Leichter Sprache unter https://stadt.muenchen.de/leichte-sprache.html. Unter https://stadt.muenchen.de/leichte-sprache/dienst-leistungen. html sind Informationen über die Gesundheits-Treffs, die Beratung für Schwangere, die Beratung bei ungewollter Schwangerschaft, die Sprech-Stunde beim Frauen-Arzt, die Gesundheits-Untersuchung zur Einschulung und Tipps zum Hitzeschutz zu finden.
- Ein Förderprogramm für die Barrierefreiheit ärztlicher Praxen in München hat der Stadtrat im Juni 2024 beschlossen. Mit der Förderung können ärztliche Praxen in München bis zu 20.000 Euro erhalten und für mehr Barrierefreiheit in ihren Räumlichkeiten sorgen. Die Förderrichtlinien werden derzeit erarbeitet.
- Die gynäkologische Sprechstunde für mobilitätseingeschränkte Mädchen und Frauen richtet sich an Münchnerinnen mit Einschränkungen der Mobilität oder Mehrfachbehinderungen. Sie bietet, wie alle anderen Praxen, Vorsorgeuntersuchungen, Diagnostik und Therapie bei gynäkologischen Beschwerden und Erkrankungen, Schwangerschaftsbegleitung und Beratung zu Sexualität, Kinderwunsch und Verhütung sowie eine Begleitung in den Wechseljahren an. Weitere Infos unter https://stadt.muenchen.de/infos/gynaekologische-praxis.html.