Im Verwaltungs- und Personalausschuss des Stadtrats ist jetzt der aktuelle Monitoringbericht der Anlaufstelle bei Diskriminierung und rechtem Hass an Münchner Schulen vorgestellt worden. Die Anlaufstelle, die bei der Fachstelle für Demokratie der Stadt München angesiedelt ist, verzeichnete im vergangenen Jahr insgesamt 127 Meldungen zu Diskriminierungen sowie menschenfeindlichen und rechtsextremen Vorfällen an Münchner Schulen. Damit ist die Zahl der Meldungen im Vergleich zu den Vorjahren erneut gestiegen: Im dritten Erhebungsjahr registrierte die Anlaufstelle einen Anstieg um 16,5 Prozent im Vergleich zu 2023.
„Die Landeshauptstadt München setzt sich auf vielen Ebenen für eine demokratische und diskriminierungsfreie Gesellschaft ein. Ein besonderer Fokus liegt auf unseren Schulen, schließlich sind sie zentrale Lernorte für tolerantes Miteinander und demokratische Werte. Anhand des vorliegenden Monitoringberichts können wir problematische Tendenzen an unseren Schulen schnell erkennen und mit verstärkter Aufklärungsarbeit darauf reagieren“, so Stadtschulrat Florian Kraus.
Rassismus ist weiterhin mit großem Abstand der am häufigsten gemeldete Inhalt und spielt in rund der Hälfte der Meldungen eine (zentrale) Rolle. Besonders oft wurde im Jahr 2024 die Verwendung des rassistischen N-Wortes gemeldet. Auffallend ist zudem, dass rassistische Vorfälle häufig gemeinsam mit rechtsextremen oder anderen gruppenbezogen menschenfeindlichen – beispielsweise LGBTIQ*-feindlichen, antisemitischen sowie sexistischen – Vorfällen auftraten.
Die Gesamtzahl rechtsextremer Vorfälle ist im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls gestiegen: 47 rechtsextreme Vorfälle wurden gemeldet, darunter Hakenkreuzschmierereien und Hitlergrüße. Zu beobachten ist auch, wie sich aktuelle gesellschaftliche Dynamiken und Trends in den sozialen Medien auf den Schulalltag auswirken. So erhielt die Anlaufstelle Meldungen, dass Schüler*innen das Lied „L’amour toujours“ mit rechtsextremen Texten gesungen hatten. Die umgedichtete Version des Liedes war insbesondere durch ein Social Media-Video, in dem Partygäste auf Sylt zu dem Song eine rechtsextreme Parole grölten, zum Trend geworden.
Dr. Miriam Heigl, Leiterin der Fachstelle für Demokratie, betont: „Die Entwicklungen in der Gesellschaft, insbesondere die Verbreitung von Hass, Rassismus und rechtsextremen Ideologien, finden ihren Weg auch in die Schulen. Klare Strukturen und Anlaufstellen sind daher unerlässlich. Nur durch eine konsequente Meldestruktur und gezielte Präventionsarbeit können wir dem entgegenwirken und ein Schulumfeld schaffen, das möglichst frei von Diskriminierung und Hass ist.“
Besonders betroffen sind weiterführende Schulen, an denen sich die meisten dieser Vorfälle ereigneten. Ein auffälliger Anstieg war 2024 jedoch bei den Meldungen aus dem Grundschulbereich zu verzeichnen. Auch hier beziehen sich die Meldungen überwiegend auf rassistische Diskriminierungen vor allem Schwarzer Schüler*innen, aber auch antisemitische und rechte Inhalte wurden verzeichnet. Eine besondere Herausforderung bei der Bearbeitung dieser Meldungen besteht nach Ansicht der Anlaufstelle darin, dass es für Grundschulen noch wenig adäquate bildungspolitische Angebote zum Umgang mit Diskriminierungen und rechten und menschenfeindlichen Vorfällen gibt.
Der Monitoringbericht ist ab sofort unter www.muenchen.de/demokratie abrufbar. Für Rückfragen steht die Fachstelle für Demokratie per E-Mail an fgr@muenchen.de oder telefonisch unter 233-92642 zur Verfügung.