Wer eine Pflegeausbildung in München beginnt, ist mit der Ausbildungswahl meistens auch zufrieden. Das zeigt das jährliche Ausbildungsmonitoring, das das Gesundheitsreferat in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat eingeführt hat, um relevante Daten zu den Pflegeausbildungen in München zu erheben. Rund 76 Prozent der Befragten im dritten Ausbildungsjahr möchten direkt nach der Ausbildung oder nach einer Pause in der Pflege tätig werden. Die aktuelle Befragung der Auszubildenden zeigt aber auch: Die Auszubildenden wünschen sich Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen der theoretischen und praktischen Ausbildungen. Die Ergebnisse des Ausbildungsmonitorings Pflege 2024 wurden nun in einer gemeinsamen Sitzung des Gesundheits- und Sozialausschusses vorgestellt.
Bürgermeisterin Verena Dietl: „Die Stärkung der Pflegeausbildung ist die Basis für die Fachkräftesicherung. Um wirksame Maßnahmen entwickeln zu können, ist das Ausbildungsmonitoring Pflege eine wichtige Grundlage. Die Verbesserung der Ausbildungszufriedenheit ist entscheidend für die Berufseinmündung und die Weiterempfehlung der Ausbildung in der Pflege. Ich danke allen Schulleitungen der Berufsfachschulen für Pflege und Pflegefachhilfe, den Leitungen der Hochschulen sowie den Auszubildenden für ihr Engagement und ihre Unterstützung, denn ohne sie wäre das jährliche Ausbildungsmonitoring Pflege nicht möglich.“ Das Ausbildungsmonitoring besteht aus zwei Teilen – einer Abfrage der Berufsfachschulen für Pflege, Pflegefachhilfe und Hochschulen (Strukturdatenerhebung) sowie einer Befragung der Auszubildenden in der Generalistik. Die erste Strukturdatenabfrage fand 2023 statt, gefolgt von einer Befragung der Auszubildenden in der generalistischen Pflegeausbildung im dritten Ausbildungsjahr. Im Jahr 2024 wurden erneut Daten erhoben, diesmal von Auszubildenden aller Ausbildungsjahre in der generalistischen Pflegeausbildung. Sowohl in der Strukturdatenerhebung 2023 als auch 2024 konnte eine Vollerhebung aller Berufsfachschulen und Hochschulen in München erreicht werden.
Die Daten der Strukturdatenerhebung zeigen eine stabile und positive Tendenz der Ausbildungszahlen: Im Jahr 2023 begannen 734 (2022: 684) Auszubildende in der Generalistik, 335 (2022: 247) in der Pflegefachhilfe und 44 (2022: 33) im Studiengang Pflege (B.Sc.).
Der Anteil der vorzeitigen Vertragsauflösungen in der generalistischen Pflegeausbildung liegt in München im Vergleich zum Bundesdurchschnitt auf ähnlichem Niveau. Ein hoher Anteil der Auszubildenden hat eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit, was die internationale Dimension des Pflegeberufs verdeutlicht. Laut Schätzungen der Berufsfachschulen für Pflege haben viele Auszubildende sprachlich Schwierigkeiten in der Ausbildung, was gezielte Unterstützungsmaßnahmen erfordert.
Um die Ausbildungsqualität zu verbessern, sind im Sommer 2025 verschiedene Initiativen von Gesundheitsreferat und Sozialreferat geplant, beispielsweise Info- und Austauschforen zur Vorstellung der Ergebnisse und zum Austausch über Verbesserungsmöglichkeiten mit den Akteur*innen der Pflegeausbildung. Zudem werden den Auszubildenden die Ergebnisse auch in einem eigenen Termin vorgestellt und zugänglich gemacht. Die Rückmeldungen der Auszubildenden werden dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus sowie dem Staatsministerium für Gesundheit und Pflege für die geplante Evaluation und Überarbeitung der Lehr- und Ausbildungspläne auf Landesebene zur Verfügung gestellt.
Die Sitzungsvorlage und der ausführliche Bericht sind im Ratsinformationssystem veröffentlicht unter https://risi.muenchen.de/risi/sitzungsvorlage/detail/8890080.