Gründer*innen und (Solo-)Selbständigen das Leben erleichtern
Antrag Stadtrats-Mitglieder Anja Berger, Beppo Brem, Sofie Langmeier, Gudrun Lux, Clara Nitsche, Christian Smolka, Felix Sproll, David Süß und Sebastian Weisenburger (Fraktion Die Grünen – Rosa Liste – Volt) vom 15.1.2026
Antwort Dr. Christian Scharpf, Referent für Arbeit und Wirtschaft:
Sie beantragen, zur zielgenaueren Unterstützung und für mehr Sichtbarkeit für Gründer*innen und (Solo-)Selbständigen in folgenden Themenfeldern aktiv zu werden:
1. Entrepreneurship Education
2. Anlaufstellen in der städtischen Verwaltung für Startup-Angebote und -Lösungen
3. Netzwerkmöglichkeiten und Sichtbarkeit für Gründerinnen/Female Founders
4. Kinderbetreuung für Gründer*innen und (Solo-)Selbständige
Da es sich im vorliegenden Fall um eine laufende Angelegenheit der Verwaltung (Art. 37 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 GO, § 22 GeschO) handelt, die nicht gemäß § 60 Abs. 9 GeschO im Stadtrat zu behandeln ist, erlaube ich mir, Ihren Antrag anstelle einer Stadtratsvorlage als Brief zu beantworten. Die Unterstützung von Gründer*innen und (Solo-)Selbständigen aller Branchen ist ein wichtiges Aufgabenfeld kommunaler Wirtschafts- und Beschäftigungspolitik. In Ihrem Antrag greifen Sie diesbezüglich wichtige Themenfelder auf.
Das Referat für Arbeit und Wirtschaft engagiert sich über vielfältige Ansatzpunkte und Projekte für ein aktivierendes Gründungs- und Wirtschaftsumfeld. Die kommunale Gründungs- und Startup-Förderung ist darauf ausgerichtet, die bereits bestehende Unterstützungslandschaft seitens öffentlicher und privater Akteure zu analysieren und hier ergänzend tätig zu werden, um vorhandene Lücken zu schließen. Die Herausforderung besteht darin, die bestehenden Angebote zu identifizieren und einzuordnen, um gezielt dort intervenieren zu können, wo Lücken existieren oder wo zusätzliche Unterstützung benötigt wird.
In verschiedenen Sitzungsvorlagen wurden dem Stadtrat in den letzten Jahren einzelne Aktivitäten der städtischen Wirtschaftsförderung für Gründer*innen und Selbständige vorgestellt. Den letzten umfassenden Überblick zur kommunalen Gründungs- und Startup-Förderung in München erhielt der Stadtrat im Jahr 2023 (siehe SV-Nr. 20-26/V 11251).Zu den von Ihnen benannten vier Themenfeldern kann ich Ihnen nachfolgende Informationen geben:
Punkt 1:
Entrepreneurship Education
Antwort:
Entrepreneurship Education an Schulen ist ein wichtiges Element, um unternehmerisches Denken und Handeln für Jugendliche unmittelbar erlebbar zu machen und die unternehmerische Selbständigkeit als eine positive Option der Erwerbstätigkeit kennenzulernen.
An bayerischen Schulen ist ‚Wirtschaft und Recht‘ als Unterrichtsfach bereits an Realschulen und Gymnasien verankert. Planspiele, die Gründung einer Schülerfirma oder Betriebserkundungen werden im gymnasialen Lehrplan ausdrücklich erwähnt und als Umsetzungsform der Lehrplaninhalte hervorgehoben.
Die große Bandbreite der verfügbaren Angebote – über alle Schularten und Klassenstufen hinweg – zeigt die Plattform „Gründung in School“ auf: www.gruendunginschool.de.
Eine Vielzahl privatwirtschaftlicher und gemeinnütziger Initiativen bieten verschiedenste fertig einsetzbare Konzepte, die neben ausgearbeitetem Unterrichtsmaterial und unterstützenden Internetplattformen mit ergänzendem Material oft auch eine begleitende Betreuung durch Ansprechpartner*innen oder zusätzliche Lehrer*innenfortbildungen bieten. Für München besonders erwähnenswert, weil direkt vor Ort:
- Das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft bietet über das Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT Bayern im Rahmen seiner ökonomischen Bildung verschiedene Planspiel-Formate an:
- 5-Euro-Business für Studenten
- Play the Market für Schüler*innen ab der 10. Jahrgangsstufe, die ein Gymnasium oder eine Fach- bzw. Berufsoberschule besuchen
- JUNIOR Schülerfirmen für Schüler*innen aller Schularten ab der 5. Klasse
Dabei bietet das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft zudem
Lehrer*innen-Fortbildungen an und hat ein über Jahrzehnte aufgebautes Netzwerk in diesem Bereich. Das Format 5-Euro-Business feierte im Jahr 2025 bereits 25-jähriges Jubiläum.
Unterstützt wird das Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft in diesem Bereich u.a. von der LfA Förderbank Bayern und der ISU Interessensgemeinschaft Selbständiger, Unternehmer und freiberuflich Tätiger e.V.
- Die Boston Consulting Group mit Sitz in München adressiert mit Ihrem Projekt business@school Schüler*innen der Jahrgangstufen 10-13.
- Die IHK für München und Oberbayern engagiert sich gleichfalls im Bereich Entrepreneurship Education und vermittelt Bildungspartnerschaften.
Zudem unterstützt die IHK das Thema Schule und Gründung über seine betriebswirtschaftliche Beratung, wie beispielsweise über Jurorentätigkeit sowie Fachvorträgen bei Schulveranstaltungen und über die Beratung minderjähriger Gründer*innen.
Auch das süddeutsche Finalevent JUGEND GRÜNDET findet seit einigen Jahren in den Räumen der IHK München statt und wird von ihr begleitet.
- Die Startup Teens sind eine vielfach ausgezeichnete Initiative für jugendlichen Unternehmergeist und die Bayern-Challenge-2026 wurde auch über die Stadtbibliothek München beworben.
Das breite Unterstützungsnetzwerk der Startup Teens umfasst den Makerspace der UnternehmerTUM sowie das Münchner Startup Flixbus. Eine Besonderheit ist auch die gezielte Ansprache von jungen Gründerinnen unter dem Motto „Girls only“.
- Die Wirtschaftsförderung arbeitet im Bereich Entrepreneurship Education bereits eng mit dem Referat für Bildung und Sport zusammen. Beim Projekt „Innovation Lab Bildung“ ist die vom Stadtrat verabschiedete neue Leitlinie Bildung Grundlage. Der Fokus des gemeinsamen Projektes liegt dabei auf den Themen Impact Entrepreneurship und Social Innovation sowie EduTech.
Zudem wurde ein Thema für eine Masterarbeit ausgegeben. In Kooperation mit dem Bereich Wirtschaftspädagogik der TU München lag der erste Fokus auf Handlungsempfehlungen für berufliche Bildung. Die Masterarbeit bildet die Grundlage zur Entwicklung eines gemeinsamen Konzeptes mit dem Referat für Bildung und Sport, das die Umsetzung von Impact Entrepreneurship Education in die Praxis der Münchner Schulen verfolgt. Auch die Tätigkeiten der Wirtschafts- und Innovationsförderung des Referats für Arbeit und Wirtschaft im Munich Urban Colab knüpfen eng an die Leitlinie Bildung, insbesondere an das Projekt „Innovation Lab Bildung“ an. Seit 2024 besteht ein moderierter Prozess zur Einbindung des RBS - Pädagogisches Institut. Zentrum für kommunales Bildungsmanagement (PIZKB) in Innovationsaktivitäten.
Folgende Projekte wurden bereits umgesetzt bzw. befinden sich in Planung:
- Design Thinking Workshop (Pilotfortbildungsmaßnahme mit Lehrkräften des RBS im Munich Urban Colab im Jahr 2025 und Fortsetzung in 2026; Ziel: Verstetigung)
- Hackathons mit Mittelschulen (in Zusammenarbeit mit der Münchner Stadtbibliothek seit 2024)
- City Demo Day 2027 zum Thema EduTech
- Informationsmaßnahme zum Thema Innovation/EduTech/Start-ups im Vorfeld zum City Demo Day 2027
- KI-Hackathon (Pilotprojekt 2026 mit RBS-PIZKB)
- Zielgruppe: Lehrkräfte gemeinsam mit Schüler*innen
- Ziele: Aufbau belastbarer KI-Handlungskompetenzen bei Lehrkräften und Schüler*innen, vertiefte Anwendung von Problemlösungs- und Projektmethoden, Entwicklung und Testen direkt einsetzbarer Unterrichts- und Schulprototypen, systematische Reflexion und Transfer in den Schulalltag, Gewinnung belastbarer Erkenntnisse zur Skalierbarkeit
- Ebenfalls vom Referat für Arbeit und Wirtschaft gefördert wird das Bildungszentrum Berufseinstieg (BzB), das Berufsorientierung für Jugendliche und junge Erwachsene bietet, die noch nicht lange in Deutschland leben. In Gruppen- und Einzelcoachings erarbeiten sich die Teilnehmenden das Ausbildungs- und Beschäftigungssystem, auch Selbstständigkeit wird behandelt.
Punkt 2:
Anlaufstellen in der städtischen Verwaltung für Startup-Angebote und -Lösungen
Antwort:
Die städtische Verwaltung ist vielfältig und in verschiedene thematische Organisationseinheiten gegliedert. Für Startups gibt es in der Stadtverwaltung folgende Anlaufstellen, um eigene Ideen und Lösungen für ein besseres München zu platzieren:
- Mit dem Innovationswettbewerb der Landeshauptstadt München ruft die Wirtschaftsförderung jährlich dazu auf, innovative Lösungsvorschläge für konkrete städtische Challenges einzureichen. Ziel ist es, in einem Co-Creation-Prozess neue Smart-City-Ansätze zu entwickeln, die sich anschließend im städtischen Testfeld bewähren sollen.
- Der regelmäßig stattfindende City Demo Day fördert die Zusammenarbeit von Startups und der Stadtverwaltung.
Im Rahmen dieser Netzwerkveranstaltung bringt das Referat für Arbeit und Wirtschaft Ansprechpartner*innen der Münchner Stadtverwaltung mit Startups zusammen. Ziel der City Demo Day Veranstaltungen ist es, die Potenziale und Synergien an der Schnittstelle von Startups und öffentlicher Verwaltung sichtbar zu machen und konkrete Anknüpfungspunkte für die Praxis zu schaffen.
- Das InnovationLab und das KI Competence Center (KICC), sind zwei Anlaufstellen für Startups im IT-Referat, um neue Technologien und Trends zu identifizieren und innovative Lösungen zu entwickeln, die für die Münchner Stadtverwaltung von Interesse sein könnten.
Beispiele sind die Zusammenarbeit mit dem Startup Treesense in einem Pilotprojekt für die Erhaltung von Stadtbäumen, die Kooperation mit Ikigai beim passenden Matching von Nachwuchskräften auf interne Stellen oder auch der Austausch mit dem Startup forml im Bereich KI-Unterstützung für die Wohngeld-Vergabe.
- Das Gründungszentrum Munich Urban Colab wird von verschiedenen städtischen Referaten genutzt, um Smart City Lösungen schnell zu testen und die Umsetzung zu unterstützen. Im Munich Urban Colab sind unter anderem vertreten: das Pädagogisches Institut - Zentrum für Kommunales Bildungsmanagement (RBS-PIZKB), das Haus der Kost des Referats für Klima- und Umweltschutz und der Zero Waste Innovation Hub. Zudem stehen das Munich City Lab und sechs Co-Working-Arbeitsplätze der gesamten Stadtverwaltung zur Nutzung und Vernetzung mit der
Community des Munich Urban Colab offen.
- Um Gründer*innen und Selbständigen hilfreiches Knowhow bezüglich öffentlicher Ausschreibungen zu vermitteln, hat das Münchner Gründungsbüro eine thematische Online-Information „Öffentliche Aufträge“ aufgesetzt.
- Das Team „Impact Entrepreneurship & Social Innovation“ vermittelt hilfreiche Kontakte in die Stadtverwaltung und unterstützt Gründer*innen und Selbständige mit Beratung und Veranstaltungen.
Über diese einzelnen Initiativen und Impulse hinaus, ist es natürlich sinnvoll, dass Gründer*innen und Selbständige ihre Kundenansprache zielgenau gestalten und mit ihrer Kundenakquise dort ansetzen, wo ihre Zielgruppe sitzt – also beim jeweiligen Fachreferat.
Punkt 3:
Netzwerkmöglichkeiten und Sichtbarkeit für Gründerinnen/Female Founders
Antwort:
Gründerinnen bringen Diversität und vielfältige Perspektiven in ein Gründungsökosystem. Sie sind nicht zuletzt ein Erfolgsfaktor für nachhaltig erfolgreiche Teamgründungen. Allerdings gibt es Aufholbedarf, da der Anteil von Frauen an Existenzgründungen in Deutschland nach wie vor unterdurchschnittlich ist.Um dieses wichtige Potential des Female Entrepreneurships zu heben, fördert das Referat für Arbeit und Wirtschaft das Projekt „guide“, das gründungsinteressierte Frauen unterstützt und berät (siehe SV-Nr. 20-26/V 07933 und SV-Nr. 20-26/V 07182). Die Schwerpunkte des guide Angebotes liegen auf Workshops, Webinaren, Kleingruppencoaching, Netzwerkveranstaltungen und Einzelberatungen. Gründerinnen werden auch individuell bei der Geschäftsmodell-Analyse und der Businessplan-Erstellung unterstützt. Zusätzlich führt guide regelmäßig besondere Aktionen durch wie Sichtbarkeitsmessen, Austauschformate und weitere Netzwerkmöglichkeiten.
Regelmäßig unterstützt das Referat für Arbeit und Wirtschaft auch das New Roots Programm des Impact Hub München. Die Teilnehmerinnen des sechsmonatigen kostenlosen Förderprogramms für gründungsinteressierte Mütter profitieren von Mentoring, Workshops und dem Austausch mit Gleichgesinnten sowie einem Coworking Arbeitsplatz im Impact Hub. Ebenfalls unterstützt die Wirtschaftsförderung das 2023 erstmalig aufgelegte Women in Tech-Lunch-Format, das Gründerinnen mit Investorinnen zusammenbringt.
Außerdem unterstützt das Referat für Arbeit und Wirtschaft das EU-Horizon-Projekt „INNOVATE“, das von der Migration Policy Group geleitet wird. Im Rahmen von lokalen Round-Table-Prozessen in München und Turin werden Maßnahmen zur Verbesserung der Unterstützungsstrukturen für migrantisches Unternehmertum diskutiert und pilotiert.
Das Münchner Gründungsbüro informiert auf seiner Webseite in mit einer eigens zusammengestellten Übersicht „Tipps für Gründerinnen“ rund um das Thema Female Entrepreneurship zu den Themen:
- Beratung und Coaching für Münchens Gründerinnen
- Finanzierung und Förderung
- Netzwerke und Female Empowerment für Münchens Gründerinnen
- Vorbildlich – Münchens Gründerinnen als authentische Role Model
- Mehr Sichtbarkeit für Gründerinnen durch Wettbewerbe
Im Abschnitt “Finanzierung und Förderung“ informieren wir dort auch über Investorinnen-Netzwerke für Gründerinnen.
Die Gleichstellungstelle für Frauen fügt ergänzend hinzu: „Wie im Text dargestellt, sind Frauen im Gründungsgeschehen nach wie vor unterrepräsentiert, wenn auch ihr Anteil steigt. Jedoch fehlen weibliche Vorbilder und Netzwerke. Mit La Monachia, dem Münchner Wirtschaftspreis für Frauen, sollen erfolgreiche Unternehmerinnen sichtbar gemacht und ihre Leistung gewürdigt werden. Die Preisträgerinnen sind Vorbilder und machen Mut. Sie können anderen Frauen als Anregung dienen, vielleicht selber übereine Selbstständigkeit und eine Unternehmensgründung nachzudenken. Frauen gründen häufiger im Dienstleistungssektor, im Nebenerwerb oder als Sologründerinnen. In diesem Zusammenhang möchten wir auf die Situation von Künstlerinnen hinweisen, die seltener in Festanstellung und häufiger als Soloselbstständige tätig sind als ihre männlichen Kollegen und dabei – neben den allgemeinen geschlechtsspezifischen Benachteiligungen wie schlechtere Bezahlung und weniger Sichtbarkeit, die im Kunst- und Kulturbereich besonders gravierend sind – bezüglich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie vor oftmals sehr spezifischen und besonders großen Herausforderungen stehen (siehe zum Beispiel im Tanz- oder Theaterbereich). Wir möchten anregen, perspektivisch gemeinsam mit den diesbezüglich existierenden Initiativen über Ideen nachzudenken, wie selbstständigen Künstlerinnen mit Care-Verantwortung eine bessere Vereinbarkeit und somit gleichberechtigte Berufs- und Entwicklungschancen ermöglicht werden können. Die Kultur- und Kreativwirtschaft ist in München ein zentraler Wirtschaftsfaktor und sollte nicht auf das Potential von Müttern bzw. Care-Verantwortlichen verzichten.“
Anknüpfend hieran seien zwei Maßnahmen aufgezeigt, die verdeutlichen, dass die Frage nach der Vereinbarkeit im Rahmen der Branchenförderung präsent und aktiv aufgegriffen ist:
Im Jahr 2025 unterstützte Kreativ München ein von der Stiftung ‚The Artist and the Others‘ organisiertes Symposium zum Thema „Parenting in the Arts“, bei dem Künstler*innen, Kreative, Vertreter*innen von Institutionen und politische Entscheidungsträger*innen zusammenkamen, um gemeinsam Instrumente für eine integrativere, solidarischere und gleichberechtigtere Kunstwelt zu entwickeln.
Als ein erster Schritt in der konkreten Umsetzung der Diskussionsergebnisse dieses Panels organisiert die Stiftung im Jahr 2026 ein Residency Programm für Eltern-Künstler*innen in München, das gezielt für bildende Künstler*innen mit Kinderbetreuungspflichten konzipiert wurde und das ebenfalls von Kreativ München unterstützt wird. Künstlerresidenzen sind für Kunstschaffende ein wichtiger Bestandteil ihrer beruflichen Laufbahn. Sie sind in ihrer Konzeption jedoch meist nicht familienfreundlich, da sie Ortswechsel erfordern, zeitlich unflexibel sind und versteckte Kosten aufweisen. Das Pilotprojekt der Stiftung ‚The Artist and the Others‘ ermöglicht vier Künstler*innen mit Elternschaft eine zweiwöchige Residency in München und bietet dabei ein flexibles, unterstützendes und auf die besonderen Bedürfnisse von Eltern-Künstler*innen zugeschnittenes Programm. Bei Erfolg des neuen Konzepts ist eine weitere Förderung durch Kreativ München möglich.
Punkt 4:
Kinderbetreuung für Gründer*innen und (Solo-)Selbständige
Antwort:
Das Thema Kinderbetreuung ist sicherlich für Mütter und Väter aller Erwerbsformen sehr relevant. Zentraler Ansprechpartner für das Thema Kinderbetreuung in der städtischen Verwaltung ist das Referat für Bildung und Sport.
Die großen Münchner Hochschulen (LMU, TUM, HM) unterstützen Mütter und Väter durch Familienbüros, spezielle Beratung zu Finanzierung (BAföG mit Kind, Elterngeld), Campus-Kinderbetreuung, Eltern-Kind-Räume, Teilzeitoptionen und Netzwerke wie Gesprächskreise. Zentrale Anlaufstelle ist zudem das Studierendenwerk München mit Kitas und Beratung.
Die Wirtschaftsförderung unterstützt das Thema Kinderbetreuung im Rahmen des Münchner Gründungsbüros durch die Beratung von Gründer*innen, die sich in diesem Bereich selbständig machen möchten, bietet die Online-Information „Kinderbetreuung“ und verweist abhängig von der Form der geplanten Kinderbetreuung an das fachlich zuständige Referat (Referat für Bildung und Sport oder Sozialreferat). Das Projekt „New Roots“ des Impact Hub Munich, das unter Punkt 3 bereits aufgeführt ist und Mütter auf ihren Weg in die Selbständigkeit begleitet, wird regelmäßig seitens der Wirtschaftsförderung u.a. in seiner Sichtbarkeit für Interessentinnen und im Münchner Gründungsökosystem unterstützt. Die Herausforderung Familie und Beruf zu vereinbaren, kann mit der Selbständigkeit oftmals besser gelingen als in der Situation als Angestellte*r, da der Arbeitsalltag flexibler gestaltet werden kann. Diese Unabhängigkeit birgt aber höhere Risiken, insbesondere da die finanzielle Absicherung der Mutterschaft bislang ungenügend ist. Eine stärkere Berücksichtigung von selbstständigen Gründerinnen und Soloselbständigen beim Mutterschutz und in der Ausgestaltung und Berechnung des Elterngelds wären grundlegend notwendig.
Um der Problematik Kinderbetreuung besser gerecht zu werden, sollte die systematische Absetzbarkeit beruflich veranlasster Kinderbetreuungskosten als Werbungskosten und/oder Betriebsausgaben geltend gemacht werden können, so wie es die Initiative des Startup-Verbands, des Verbands deutscher Unternehmerinnen (VdU) und des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB) mit ihrem Positionspapier „Mehr Diversität in der Wirtschaft durch bessere Vereinbarkeit von Familie und Unternehmertum“ von der Bundesregierung fordert.
Die Unterstützung von Gründungen und Selbständigen wird vom Referat für Arbeit und Wirtschaft weiterhin als eine zentrale Kernaufgabe kommunaler Wirtschaftspolitik verstanden. Daher setzt sich die Wirtschaftsförderung auch in Zeiten limitierter Ressourcen konsequent dafür ein, Gründungsideen und Unternehmergeist zu fördern.
Ich bitte Sie, von den vorstehenden Ausführungen Kenntnis zu nehmen und hoffe, dass Ihr Antrag zufriedenstellend beantwortet ist und als erledigt gelten darf.