Das Filmmuseum München, St.-Jakobs-Platz 1, zeigt in Erinnerung an den Meister des „Slow Cinema“, Béla Tarr, am Donnerstag, 22. Januar, 19 Uhr, sein Werk „Die werckmeisterschen Harmonien“ in der deutschen Fassung. Tarr sah diese als die Originalfassung an, da mit Lars Rudolph, Peter Fitz und Hanna Schygulla drei deutsche Hauptdarsteller im Film auftraten. Die ungarische Fassung synchronisierte er erst später. Tarr wuchs in Budapest auf. Als Jugendlicher drehte er mit Freunden auf seiner 8mm-Kamera den Dokumentarfilm „Guest Worker“ (1971) über ungarische Rom*nja, die in Österreich arbeiten wollten. Dadurch zog er die Aufmerksamkeit des kommunistischen Regimes auf sich, das ihm ein Philosphiestudium verweigerte. Er studierte daraufhin an der Theater- und Filmuniversität in Budapest.
In seinen frühen Werken war Tarr ein sozialkritischer Filmemacher. Später entwickelte er sich zu einem poetischen Formalisten, der in strengen, meist schwarz-weißen Bildern Meditationen über Zeit, Verfall und das menschliche Dasein schuf. Die langen Einstellungen, in denen sich die Kamera durch den Raum und um die Protagonisten bewegt, drehte er in monatelanger Arbeit.
Der Eintritt kostet 5 Euro beziehungsweise 3 Euro bei Mitgliedschaft im Förderverein MFZ. Der Kartenvorverkauf ist online oder an der Abendkasse möglich, die 60 Minuten vor Vorstellungsbeginn öffnet. Es gibt keine Reservierungen. Das Kino des Filmmuseums ist rollstuhlgerecht zugänglich und mit einer Induktionsschleife für Hörgeschädigte ausgestattet.