Zur aktuellen Berichterstattung zum Thema Wohnungsleerstand in München teilt das Sozialreferat mit:
Die immer wieder zitierte Zahl von rund 22.000 leerstehenden Wohnungen in München ist irreführend, wenn sie ohne Einordnung verwendet wird. Sie taugt nicht als Beleg für systematischen Leerstand oder Versagen der Stadt – sondern vor allem als Grundlage für verkürzte Schlagzeilen.
Fakt ist: Mehr als die Hälfte dieser Wohnungen (53 Prozent, also rund 11.800 Wohnungen) stand nur kurzfristig leer und war innerhalb von drei Monaten wieder vermietbar. Das ist normaler Wohnungswechsel, kein Skandal. Ein weiteres Viertel der Wohnungen (25 Prozent bzw. rund 5.600 Wohnungen) war wegen Sanierungen oder Bauarbeiten nicht bewohnt – ebenfalls kein rechtswidriger, sondern begründeter Leerstand.
Das Sozialreferat geht jedem bekannten Leerstand nach. 2024 konnten 448 Wohnungen wieder auf den Markt gebracht werden, darunter über 200 zuvor tatsächlich leerstehende Wohnungen. Die Stadt nutzt jedes rechtliche Mittel, das ihr zur Verfügung steht.
Oberbürgermeister Dieter Reiter: „Wir haben definitiv große Herausforderungen beim Thema bezahlbares Wohnen in München zu lösen. Wer aber mit lauten, populistischen Parolen den Eindruck erweckt, München lasse tausende Wohnungen absichtlich leer stehen, mag für große Schlagzeilen sorgen, verkennt aber wohl bewusst die tatsächliche Sachlage und die rechtlichen Gegebenheiten. Die Wohnungsproblematik löst man so jedenfalls nicht.“
Was die stadteigenen Wohnungen betrifft, wird Leerstand selbstverständlich so gut es geht vermieden, aber aufgrund von anstehenden Sanierungen oder Umbauten ist ein gewisser zeitlich begrenzter Leerstand auch hier unvermeidbar. Dabei gilt für die Stadt ein klarer Grundsatz: Mieterinnen und Mieter werden nicht einfach vor die Tür gesetzt, um schneller sanieren zu können. Erst wenn passende Alternativen für jeden Mieter/jede Mieterin gefunden sind, beginnen die Arbeiten. Daraus ergibt sich statistisch natürlich ein gewisser Leerstand, der aber unvermeidlich ist.
Kurz gesagt:
Leerstand ist nicht gleich Zweckentfremdung. München handelt konsequent dort, wo es darf – und fordert seit Jahren schärfere Regeln dort, wo es sie braucht.
Die stadteigene Online-Meldeplattform ist zudem ein etabliertes Instrument, Leerstände zu melden, denen wir systematisch nachgehen.