Durch die enge Zusammenarbeit von Bau- und Mobilitätsreferat ist es gelungen, die Sanierung der südlichen Candidstraße für die Herstellung einer neuen sicheren Radverkehrsanlage entlang der südlichen Tegernseer Landstraße zu nutzen. Damit wurde eine Lücke im Münchner Radwegenetz zwischen Grünwalder Straße und Otkerstraße geschlossen. Die Straßenunterhalt-Fachleute haben zur Abgrenzung des Radweges auf eine neue, innovative Bauweise gesetzt. Die bauliche Trennung zum Kfz-Verkehr auf dem vielbefahrenen Ring-Zubringer entsteht mithilfe des sogenannten neuen Münchner Flachbordsteins.
Diese neuen Flachborde aus Beton sind eine städtische Eigenentwicklung. Sie sind abgeschrägt und flacher als klassische Bordsteine. Sie trennen den Radweg klar von der Fahrbahn. Gleichzeitig sind sie so flach, dass Radfahrer*innen nicht mit den Pedalen an ihnen hängen bleiben. Einsatzfahrzeuge wie etwa der Feuerwehr können sie bei Bedarf überfahren. Die neuen Elemente weisen noch weitere Vorteile auf: Sie können mit vergleichsweise geringem Aufwand auf der bestehenden Fahrbahn eingebaut werden. Ein kompletter Umbau des Straßenprofils mit neuer Entwässerung ist dafür nicht nötig. Dies sorgt für eine Reduzierung von Bauzeit und Kosten.
Das Baureferat hat die neuen Flachbordsteine gemeinsam mit einem regionalen Anbieter für die Anforderungen der Stadt zur Einsatzreife gebracht. Beim Dauerversuch im Betonwerk haben sie bereits ihre grundsätzliche Eignung unter Beweis gestellt. Nun startet mit ihrem Einbau in Giesing die erste echte Bewährungsprobe im öffentlichen Straßenraum. Die Straßenunterhalt-Expert*innen schätzen die dauerhaft verbauten Flachborde für haltbarer ein als beispielsweise Trennelemente aus Hartgummi oder Kunststoff. Zudem sind sie weniger unterhaltsintensiv und sicherer als weiße Bodenmarkierungen. Gegenüber ähnlichen Elementen aus Granit sind die Beton-Flachborde deutlich günstiger in der Anschaffung und im Einbau. Auch in der nördlichen Candidstraße vor der Brudermühlbrücke ist der Einbau der neuen Münchner Flachbordsteine bereits vorgesehen.
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Praxistest für neue Bordsteine (Foto: Baureferat)
Baureferentin Dr.-Ing. Jeanne-Marie Ehbauer: „Einerseits arbeiten wir kontinuierlich daran, Lücken im Radverkehrsnetz zu schließen und Engstellen zu verbessern. Es sind oft vermeintlich kleine Maßnahmen wie diese in der Tegernseer Landstraße, die große Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten vieler Menschen haben können. Wo wir das Sicherheitsgefühl und den Komfort beim Radeln verbessern können, steigen mehr Menschen aufs Rad. Andererseits arbeiten wir fortwährend auch an Umsetzungslösungen, die gleichermaßen dauerhaft, nachhaltig, zeit- und kostensparend sind. Die neuen robusten, speziell für den Einsatz in unserer Stadt entwickelten Münchner Flachbordsteine versprechen eine innovative und zugleich pragmatische Lösung für mehr Sicherheit im Straßenverkehr zu sein.“
Mobilitätsreferent Georg Dunkel: „Wer künftig vom Candidplatz auf die Tegernseer Landstraße hinauf radelt, findet eine sichere und gut erkennbare Führung vor. Gerade am stark befahrenen Mittleren Ring ist es wichtig, die Verkehrsarten klar zu ordnen und die Wege eindeutig zu gestalten. Davon profitieren künftig sowohl Radfahrer*innen als auch Fußgänger*innen. Bislang gab es auf diesem Abschnitt der Tegernseer Landstraße mit Tempo 50 keine Radverkehrseinrichtung. Die neuen Radverkehrsflächen schaffen nun eine klare, intuitive Führung des Radverkehrs. Außerdem entschärfen sie die Konflikte mit dem Fußverkehr und steigern das Sicherheitsempfinden für Radfahrer*innen erheblich.“