Die Literaturwissenschaftlerin sowie Münchner Ehrenbürgerin Dr. Rachel Salamander und die Übersetzerin Susanne Klingenstein präsentieren am Dienstag, 30. Juni, um 19 Uhr in der Monacensia im Hildebrandhaus, Maria-Theresia-Straße 23, das soeben im Jüdischen Verlag bei Suhrkamp erschienene Buch „Mein Streit mit Hirsch Rasejner. Paris 1948“ von Chaim Grade. Beide lesen auf Jiddisch und Deutsch Auszüge der autobiographischen Fiktion und sprechen über einen fundamentalen Streit, der in der jüdischen Welt nichts von seiner Aktualität verloren hat. Chaim Grade, geboren 1910 in Wilna, gilt als einer der führenden jiddischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts.
Das Buch erzählt von einer zufälligen Begegnung zweier Jugendfreunde in der Pariser Metro 1948. Bis 1930 Jahren studierten sie zusammen auf einer Talmud-Akademie in Bialystok. Der eine verließ sie, um Schriftsteller zu werden, der andere blieb. Beide überlebten den Krieg unter schwierigsten Umständen. Hirsch, der in die Lagerwelt geriet, leitet nun selbst eine Talmud-Akademie und ist gläubiger als vor dem Krieg. Chaim kann nicht fassen, dass Hirsch nach der Ermordung von einer Million jüdischer Kinder noch fester an Gott glaubt. Hirsch hingegen kann nicht begreifen, dass Chaim, ein anerkannter Dichter, noch immer an die Menschheit glaubt. Es entspinnt sich ein bewegender und unerbittlicher Dialog.
Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist erforderlich per E-Mail an monacensia.programm@muenchen.de. Diese Veranstaltung ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung „Literatur & Haltung. Rachel Salamanders Archiv“. Weitere Infos zur Monacensia unter www.monacensia.org.
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