Am heutigen 1. Juli, dem Tag gegen antimuslimischen Rassismus, sendet die Stadt ein deutliches Signal der Solidarität an alle Betroffenen. Der Aktionstag lenkt die Aufmerksamkeit darauf, dass Muslim*innen und muslimisch gelesene Münchner*innen aufgrund ihrer (angenommenen) Religion häufig Diskriminierung und Abwertung erfahren. Ihre Teilhabechancen im Bildungsbereich, am Arbeitsmarkt oder auch am öffentlichen Leben werden verringert, ihre Zugehörigkeit zur deutschen Gesellschaft immer wieder in Frage gestellt. Die Zahl antimuslimischer Angriffe steigt stetig, dabei werden nur die wenigsten Vorfälle tatsächlich gemeldet.
Oberbürgermeister Dominik Krause: „Antimuslimischer Rassismus ist ein Angriff auf die Grundwerte unserer Stadtgesellschaft. München steht für Vielfalt, Gleichberechtigung und Zusammenhalt. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, jeder Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit entschieden entgegenzutreten und allen Menschen die gleiche Teilhabe zu ermöglichen.“ .
Am Donnerstag, 2. Juli, veranstaltet die Fachstelle für Demokratie zum Aktionstag die Podiumsdiskussion „Zwischen Lebensrealität und Fremdzuschreibung: Antimuslimischer Rassismus als gesellschaftliche Herausforderung“ um 19 Uhr im Großen Sitzungssaal des Rathauses. Professor Dr. Karim Fereidooni (Ruhr-Universität Bochum) und Saloua Mohammed (Duale Hochschule Baden-Württemberg) beleuchten aktuelle Verschiebungen im öffentlichen und politischen Diskurs, in denen antimuslimische Zuschreibungen zunehmend normalisiert werden. Sie analysieren, welche Bilder und Narrative diesen Deutungen zugrunde liegen und warum sie gesellschaftliche Resonanz finden. Zum Auftakt der Veranstaltung sprechen Bürgermeisterin Mona Fuchs sowie Hüseyin Bayri, Überlebender des rassistischen und rechtsterroristischen Anschlags am OEZ München. Moderiert wird die Veranstaltung von Merve Şen.
Die Fachstelle für Demokratie der Stadt München unterstreicht, dass das Engagement gegen antimuslimischen Rassismus eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung ist: „Antimuslimischer Rassismus ist kein Randphänomen, sondern findet sich auch in der Mitte der Gesellschaft. Abwertende Diskurse können reale Konsequenzen haben und im Extremfall in Gewalt münden. Um ihm wirksam zu begegnen, braucht es Wissen, Sensibilisierung und den klaren Willen zum Handeln – in Institutionen ebenso wie im Privatem.“
Der Tag gegen antimuslimischen Rassismus wird seit 2013 jährlich am 1. Juli begangen. Er erinnert an Marwa El-Sherbini, die am 1. Juli 2009 im Landgericht Dresden aus antimuslimisch Motiv getötet wurde, und steht für das gemeinsame Ziel einer offenen, solidarischen und demokratischen Gesellschaft.
(Siehe auch unter Terminhinweise)