Im Rahmen der Bayerischen Impfwoche verweist das Gesundheitsreferat (GSR) der Stadt München auf die Bedeutung der HPV-Impfung und macht Kindern und Jugendlichen ein zusätzliches Impfangebot ohne Termin. Die Impfung kann vor verschiedenen Krebsarten schützen und wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Mädchen und Jungen empfohlen.
Die meisten Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV). Die Viren werden überwiegend durch Kontakt mit infizierter Haut oder Schleimhaut übertragen, insbesondere bei sexuellen Kontakten. Eine Infektion bleibt oft unbemerkt, kann jedoch Jahre später verschiedene Krebsarten verursachen. In Deutschland erkranken jedes Jahr mehr als 7.000 Frauen und über 2.000 Männer an einer HPV-bedingten Krebserkrankung. Den größten Anteil daran hat mit rund 4.500 Fällen jährlich der Gebärmutterhalskrebs. Bei Männern treten HPV-bedingte Tumore besonders häufig im Mund- und Rachenraum auf, gefolgt von Krebserkrankungen am After und Penis. Rund 1.600 Frauen sterben in Deutschland jedes Jahr an Gebärmutterhalskrebs.
Gesundheitsreferentin Beatrix Zurek: „Die HPV-Impfung bietet einen sehr wirksamen Schutz vor verschiedenen Krebserkrankungen. Besonders
wichtig ist eine Impfung möglichst vor dem ersten Sexualkontakt, da eine Ansteckung bereits beim ersten Mal möglich ist. Je früher geimpft wird, desto besser kann die Impfung wirken. Die HPV-Impfung schützt nicht nur das eigene Kind, sondern auch dessen zukünftige Partner*innen.“ Die HPV-Impfung ist Schwerpunkt der 8. Bayerischen Impfwoche, die vom 3. bis 12. Juli stattfindet. Veranstaltet wird sie von der Landesarbeitsgemeinschaft Impfen gemeinsam mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention.
Das GSR beteiligt sich an der Aktionswoche mit einem zusätzlichen Impfangebot. Von 6. bis 10. Juli können sich Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 17. Lebensjahr in der Impfstelle des GSR in der Schwanthalerstraße 69, Zimmer 512, ohne Termin gegen HPV beraten und impfen las- sen. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und von 13 bis 15 Uhr sowie Freitag von 9 bis 12 Uhr.
Benötigt werden ein Ausweisdokument, ein Krankenversicherungsnachweis sowie – sofern vorhanden – der Impfausweis beziehungsweise die Impfdokumentation. Eltern werden gebeten, ihre Kinder zur Impfung zu begleiten.
Auch außerhalb der Bayerischen Impfwoche informiert das GSR über seine Impfberatungsstelle zu allen Fragen rund um den Impfschutz. Die Beratung ist werktags von 11 bis 12 Uhr unter der Telefonnummer 233-66907 erreichbar. Termine für HPV- sowie weitere von der STIKO empfohlene Impfungen können unter 233-66912 vereinbart werden. Weitere Informationen unter muenchen.de/impfen.
Die Kosten für die HPV-Impfung werden von den Krankenkassen bis zum vollendeten 17. Lebensjahr übernommen, teilweise auch darüber hinaus. Informationen zur HPV-Impfung gibt es unter impfen-info.de. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung für alle Mädchen und Jungen im Alter von 9 bis einschließlich 17 Jahren. Zwischen dem 9. und 14. Lebensjahr sind zwei Impfungen vorgesehen, ab dem Alter von 15 Jahren drei. Eine gute Gelegenheit, versäumte Impfungen nachzuholen oder die Impfserie zu beginnen, bietet die J1-Untersuchung beim Kinder- und Jugendarzt.