Zum Tod von Dr. Franz Forchheimer kondoliert Oberbürgermeister Dominik Krause der Familie mit folgenden Worten: „Mit Bestürzung und großer Betroffenheit habe ich vom Tod Ihres Vaters, des langjährigen Kulturstadtrats Dr. Franz Forchheimer, erfahren. Im Namen des Stadtrats der Landeshauptstadt München und vor allem auch persönlich spreche ich Ihnen und allen Angehörigen meine aufrichtige Anteilnahme aus. Dr. Franz Forchheimer gehörte dem Münchner Stadtrat von 1972 bis 2002 an und prägte während dieser langen Zeit die Kulturpolitik der Landeshauptstadt München in herausragender Weise. Als ,heimlicher Kulturreferent‘ wurde er von vielen bezeichnet und wohl auch angesehen. Nicht weniger als fünf Kulturreferenten unterstützte er auch als Korreferent des Kulturreferates mit seiner Expertise und seiner Leidenschaft. Kultur war für ihn – anders als für viele andere Kommunalpolitiker – keine freiwillige Leistung, die erbracht werden kann oder auch nicht, sondern Pflichtaufgabe im besten Sinne.
Über alle Parteigrenzen hinweg kämpfte er für die Förderung von Kunst, für kulturelle Teilhabe, die für ihn untrennbar verbunden war mit Bildungsmöglichkeiten für alle. Unter seiner Mitwirkung wurde beispielsweise das Artothek-Pilotprojekt in der Innenstadt realisiert. Es waren gerade nicht die spektakulären Großveranstaltungen, die ihm am Herzen lagen, sondern die Formate, die ohne öffentliche Förderung niemals hätten realisiert werden können. Hierzu gehörten neben einer gehörigen Portion Kunstverstand immer auch Experimentierfreudigkeit und der Mut zum Risiko, denn, wie er in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk einmal sagte, oft bliebe ‚von zehn Ideen nur eine übrig‘, die es unbedingt zu fördern gelte. Als Stadtratsmitglied trug er mit großer Fachkenntnis maßgeblich zu zahlreichen Juryentscheidungen bei, die Münchner Künstlerpersönlichkeiten würdigten.
Dr. Franz Forchheimer besaß auch eine Eigenschaft, die gerade in heutiger Zeit von unschätzbarer Wichtigkeit ist: Er war aus tiefster Überzeugung Demokrat und vertrat seine Grundsätze mit großer Standfestigkeit und untrüglichem Gespür für Recht und Gerechtigkeit, was ihm allseitigen Respekt eintrug.
Dr. Franz Forchheimer war einer jener Menschen, deren Engagement für die Kultur in München untrennbar mit seinem Leben verbunden war, und so ist es nicht verwunderlich, dass er auch nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat der Stadt, ihrer Kulturszene und dem kulturellen Geschehen immer verbunden geblieben ist.
Liebe Familie Forchheimer, das Wirken von Dr. Franz Forchheimer wirkt bis heute in unserer Stadt nach und wird es weiterhin tun. Vielleicht finden Sie in diesem Gedanken ein wenig Trost. Ich wünsche Ihnen für die Zeit der Trauer viel Kraft und alles Gute. Die Landeshauptstadt München wird sich immer in Dankbarkeit und Respekt an Dr. Franz Forchheimer erinnern.“